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Konsum ist Macht - Nutzen wir sie!

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In Deutschland leben 16 Millionen Menschen an oder unter der Armutsgrenze. Durch den Aufschwung des Populismus und des weiten Auseinanderdriftens der Arm-Reich-Schere geht ein immer tieferer Graben durch unsere Gesellschaft.

Gleichzeitig arbeiten in Deutschland 600.000 Non-Profit-Organisationen und zivilgesellschaftliche Initiativen für eine positive Entwicklung unserer Gesellschaft. Oft werden sie durch Privatspenden finanziert, doch die Anzahl der SpenderInnen in Deutschland fiel im Jahr 2016 um 600.000 Personen. Es drängt sich eine Frage auf: Werden etablierte Fundraising-Arten immer ineffizienter?

Allerdings gibt es eine immer größer werdende Gruppe an Menschen, die ihre KonsumentInnen-Macht als Tool nutzen, ihre Werte auszudrücken und zu einer positiven Entwicklung unserer Gesellschaft beizutragen. Sechzig Prozent aller Deutschen sagten kürzlich in einer Umfrage, dass sie nachhaltige Produkte bevorzugen.

Der Erfolg der nachhaltig investierenden GLS Bank sowie der Siegeszug von Lemonaid sind schöne Beispiele dafür. In vielen Branchen gibt es bereits nachhaltige Angebote: Von Lebensmitteln über Kleidung bis hin zu Hygiene- und Putzartikeln ist ein großer Teil an Alltagsprodukten bereits auch in Bio und/oder Fair erhältlich. Wir wollen auch dazu beitragen und haben mit goood einen Mobilfunkanbieter mit sozialem Anspruch gegründet.

Wenn für zivilgesellschaftliche Initiativen oder Non-Profit-Organisationen gespendet wird, dann geschieht das aus dem Budget heraus, das nach Konsum der Alltagsprodukte übrigbleibt. Die obengenannte Studie überrascht nicht: Bei vielen Deutschen ist dank der Teuerungsrate das monatliche Budget immer knapper. Daher gilt es, bereits mit dem Alltagskonsum, also dem Budget, das sowieso zur Haltung des Lebensstils eingesetzt werden muss, Gutes zu tun.

Unser Partner Hannes Jaennicke sagt es noch klarer: "Konsum ist Macht." Immer mehr Menschen werden sich dieser Macht bewusst und nützen sie, um die Gesellschaft positiv zu beeinflussen. Seine Worte sprechen auch mir aus der Seele:

Das Stichwort heißt „Painless giving", also frei übersetzt „schmerzfreies Spenden". Damit ist die Integration von Spenden in den täglichen Alltagskonsum gemeint - ein weltweit wachsender Trend. Mit diesem innovativen Ansatz können KonsumentInnen ihre Macht bewusst ausüben, zu mehr Solidarität beitragen und gleichzeitig einen persönlichen Vorteil haben, wie etwa einen besonders gutschmeckenden Eistee oder einen günstigen Mobilfunkvertrag, bei dem ein Teil des monatlichen Tarifs als Spende an eine NPO geht.

Ich halte die Entwicklung von Geschäftsmodellen, bei denen der Faktor der sozialen Verantwortung bereits in der Grundstruktur mitgedacht wird, für die Zukunft. Ich bin überzeugt davon, dass Unternehmen, die gesellschaftliche Wirkung in den Mittelpunkt stellen, automatisch wirtschaftlich erfolgreich sind, solange sie authentisch bleiben und mit der Motivation handeln, etwas Positives zu bewirken.

Painless Giving ist eine win-win-win-Situation:
• Die KonsumentInnen haben ein sinnvolles Angebot für Alltagsprodukte und können das Spenden in ihren Konsum integrieren, als es auf ihr monatliches Budget oben drauf zu setzen,
• Das Unternehmen ist profitabel und kann diesen Profit in weitere solcher Businessmodelle investieren und
• Die NPOs und zivilgesellschaftlichen Initiativen haben Finanzierungssicherheit.

Daher halte ich es für das innovativste Businesskonzept, das es derzeit am Markt gibt. Es liegt bei uns allen: Neue und innovative Formen des sozialen Engagements sind jetzt gefragt.

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