BLOG

Syrien: Kinder brauchen Wasser!

01/08/2015 18:29 CEST | Aktualisiert 22/04/2017 11:12 CEST

2015-07-30-1438248399-5164772-kindersuchennachplastikflaschenimmll.jpg

Kinder in Syrien: Sie sammeln Flaschen und Plastikbehälter, um damit Wasser zu transportieren

Fünf Jahre Krieg haben die Wasserversorgung und Sanitäranlagen in vielen Teilen Syriens zerstört. In den Flüchtlingslagern gibt es kaum fließendes Wasser und noch seltener gutes Trinkwasser. Vor allem Kinder werden krank, sie leiden unter Durchfall und schwere Infektionskrankheiten.

Der 10-jährige Ahmad lebt in Al-Hamdanea. Fast 12 Stunden steht er jeden Tag vor dem einzigen Brunnen weit und breit Schlange für ein paar Liter sauberes Wasser. Die schweren Kanister schleppt er dann zu der Behausung seiner Familie im Flüchtlingslager.

Die Kinder brechen unter der Last zusammen

Und Ahmad ist nicht der einzige: Kleinere Kinder als er stehen über mehrere Stunden in der Gluthitze vor dem Brunnen. Fast 5.000 Familien müssen mit nur sechs Brunnen auskommen.

„Manchmal sind die Schlangen so lang, dass wir nach drei bis vier Stunden Warten mit leeren Händen heimkehren", berichtet Ahmad. „Gestern sah ich, wie mein vier Jahre alter Nachbar Rama auf dem Rückweg wegen der Hitze kollabierte."

Es gibt nie genug Wasser für alle

2015-07-30-1438248489-6815250-ahmadbeimwasserholensyrien.jpg

15 Minuten Fußweg mit einem vollen Wasserkanister legen die Kinder bei extremer Hitze zurück und das mehrmals täglich. Hatten sie Glück, konnten sie zwei Kanister nach drei Stunden anstehen füllen. „Oft ist das Behältnis aber so schwer, dass ich die Hälfte des Wassers auf dem Weg verschütte", erzählt Ahmad. „Gestern hat mich ein Mann geschlagen, der seinen Wasserkanister verloren hatte. Er nahm mir meinen Kanister einfach weg."

Während er über die staubtrockene Erde schlurft, zeigt Ahmad plötzlich auf eine weit entfernte schwarze Rauchwolke am Horizont. „Da! Dort haben wir früher gelebt. Dort gab es glasklares Wasser und wir konnten jeden Tag duschen. Heute duschen wir einmal im Monat, weil es nie genug Wasser für alle gibt", sagt er.

Spielen gehört nicht mehr zum Alltag

Ahmad klingt zornig, gar nicht wie ein Kind, als er hinzufügt: „Anstatt mit den Schlafliedern meiner Mutter einzuschlafen, begleitet mich jetzt das Donnern der Granaten in den Träumen." Spielen gehört für den Zehnjährigen schon lange nicht mehr zum Alltag.

Mehr über die SOS-Kinderdörfer in Syrien...


Für die Huffington Post Deutschland ist der 21. April ein besonderer Tag: Peter Maffay ist heute unser Chefredakteur. Er gibt Impulse, lässt Texte schreiben und führt Interviews.

Ein Schwerpunkt sind die vielen traumatisierten Flüchtlingskinder, die seit Monaten zu Tausenden in Deutschland ankommen.

Leseempfehlungen:

Sie haben auch ein spannendes Thema?

Die Huffington Post ist eine Debattenplattform für alle Perspektiven. Wenn Sie die Diskussion zu politischen oder gesellschaftlichen Themen vorantreiben wollen, schicken Sie Ihre Idee an unser Blogteam unter

blog@huffingtonpost.de.

Gesponsert von Knappschaft