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Burundi: Kinder in Angst und Schrecken

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„Wir leben in stĂ€ndiger Angst", sagt Daniel. Er ist einer von 15 Jugendlichen, die im Wohnheim der SOS-Kinderdörfer in Burundis Hauptstadt Bujumbura wohnen. „Die SicherheitskrĂ€fte kamen in unsere Nachbarschaft, haben um sich geschossen und Granaten geworfen. Sie haben jeden, der zufĂ€llig vorbei kam, verhaftet. Diese Leute sind bis heute verschwunden. Wir vermuten, dass sie getötet wurden oder verschleppt." Erst vor einem halben Jahr wurde ein SOS-Jugendlicher von der Polizei erschossen, als er abends mit Freunden unterwegs war.

Gewalt eskaliert

Die UN warnt seit einem Jahr vor der steigenden Gewalt in Burundi, dem Nachbarland von Ruanda. Unruhen erschĂŒttern das kleine Land in Ostafrika seit PrĂ€sident Pierre Nkurunziza wieder zur Wahl angetreten ist, was laut Verfassung nicht rechtmĂ€ĂŸig ist. Jeder PrĂ€sident darf, wie in den USA, nur zwei Amtsperioden kandidieren. Nkurunzizas Gegner demonstrierten, es kam zu Unruhen. Burundi hat eine Ă€hnliche ethnische Zusammensetzung wie Ruanda, immer wieder taucht die Angst vor ethnischen Konflikten zwischen Hutu und Tutsi auf.

500.000 FlĂŒchtlinge

Allein im April wurden 31 Menschen gezielt getötet, 250.000 sind auf der Flucht. „Bis zum Ende des Jahres erwarten wir 500.000 FlĂŒchtlinge", so die UN. 400 Menschen wurden bisher getötet
Erst vor zwei Wochen wurde ein Anschlag auf hochrangigen MilizionĂ€r verĂŒbt. Er und seine Frau starben bei dem Anschlag, sein Sohn wurde schwer verletzt. Luke, ein SOS-Mitarbeiter, war dort: „Ich wĂ€re fast gestorben", berichtet er. „Ich habe mich geduckt und in eine Abwasserrinne geworfen, als ich die SchĂŒsse hörte. Ein Schulbus fuhr gerade vorbei und ich hörte wie die Kinder schrien und nach ihren MĂŒttern riefen. Sie fingen an zu beten, ich hatte solche Angst!"

Politische Morde und EntfĂŒhrungen

Diese vereinzelten Tötungen und das plötzliche Verschwinden von Personen verbreiten eine AtmosphÀre der Angst in Burundi. Das SOS-Jugendwohnheim wurde in einen anderen Stadtteil von Bujumbura verlegt, der weniger betroffen ist von den KÀmpfen zwischen bewaffneten Gruppen und Polizei.

„Die Jugendlichen aus dem SOS-Jugendwohnheim waren in ernster Gefahr. Viele sind traumatisiert von den schlimmen Dingen, die sie gesehen haben", sagt Liliane Habonimana, SOS-Mitarbeiterin in Burundi. „Wir mussten Wohnungen anmieten in weniger gefĂ€hrlichen Stadtteilen, andere haben wir im Jugendhaus im SOS-Kinderdorf Bujumbura untergebracht."

„Die Sicherheit meiner Kinder ist das Wichtigste"
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Natasha, Krankenschwester im medizinischen Zentrum der SOS-Kinderdörfer und Mutter von drei Kindern, hielt die Gewalt in ihrem Stadtteil nicht mehr aus:

„Vor einem Jahr, als die Unruhen begannen, landete eine TrĂ€nengas-Granate in unserem Wohnzimmer (wir berichteten: Natashas ganze Geschichte)

Damals habe ich meine Kinder sofort zu meiner Schwester aufs Land geschickt. Das war sehr schwer fĂŒr mich und die Kinder. Heute leben wir alle zusammen in einem sichereren Stadtteil von Bujumbura. Meine Kinder gehen hier auch zur Schule gehen.

Wir haben nur noch zwei Zimmer zu viert und zahlen viel mehr Miete als zuvor. Aber das ist der Preis der Sicherheit. Hauptsache meine Kinder leben nicht in Gefahr. FrĂŒher konnte ich zu Fuß zu meiner Arbeitsstelle im SOS-Medizinischen Zentrum gehen - heute fahre ich 20 Minuten mit dem Bus. FĂŒr mein Land wĂŒnsche ich mir ein Ende der Unruhen, dass die Burundis sich endlich wieder den wichtigeren Themen zuwenden, den Menschenrechten und der wirtschaftlichen Entwicklung unseres Landes."

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