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Burundi: Kinder in Angst und Schrecken

08/05/2016 11:46 CEST | Aktualisiert 09/05/2017 11:12 CEST

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„Wir leben in ständiger Angst", sagt Daniel. Er ist einer von 15 Jugendlichen, die im Wohnheim der SOS-Kinderdörfer in Burundis Hauptstadt Bujumbura wohnen. „Die Sicherheitskräfte kamen in unsere Nachbarschaft, haben um sich geschossen und Granaten geworfen. Sie haben jeden, der zufällig vorbei kam, verhaftet. Diese Leute sind bis heute verschwunden. Wir vermuten, dass sie getötet wurden oder verschleppt." Erst vor einem halben Jahr wurde ein SOS-Jugendlicher von der Polizei erschossen, als er abends mit Freunden unterwegs war.

Gewalt eskaliert

Die UN warnt seit einem Jahr vor der steigenden Gewalt in Burundi, dem Nachbarland von Ruanda. Unruhen erschüttern das kleine Land in Ostafrika seit Präsident Pierre Nkurunziza wieder zur Wahl angetreten ist, was laut Verfassung nicht rechtmäßig ist. Jeder Präsident darf, wie in den USA, nur zwei Amtsperioden kandidieren. Nkurunzizas Gegner demonstrierten, es kam zu Unruhen. Burundi hat eine ähnliche ethnische Zusammensetzung wie Ruanda, immer wieder taucht die Angst vor ethnischen Konflikten zwischen Hutu und Tutsi auf.

500.000 Flüchtlinge

Allein im April wurden 31 Menschen gezielt getötet, 250.000 sind auf der Flucht. „Bis zum Ende des Jahres erwarten wir 500.000 Flüchtlinge", so die UN. 400 Menschen wurden bisher getötet

Erst vor zwei Wochen wurde ein Anschlag auf hochrangigen Milizionär verübt. Er und seine Frau starben bei dem Anschlag, sein Sohn wurde schwer verletzt. Luke, ein SOS-Mitarbeiter, war dort: „Ich wäre fast gestorben", berichtet er. „Ich habe mich geduckt und in eine Abwasserrinne geworfen, als ich die Schüsse hörte. Ein Schulbus fuhr gerade vorbei und ich hörte wie die Kinder schrien und nach ihren Müttern riefen. Sie fingen an zu beten, ich hatte solche Angst!"

Politische Morde und Entführungen

Diese vereinzelten Tötungen und das plötzliche Verschwinden von Personen verbreiten eine Atmosphäre der Angst in Burundi. Das SOS-Jugendwohnheim wurde in einen anderen Stadtteil von Bujumbura verlegt, der weniger betroffen ist von den Kämpfen zwischen bewaffneten Gruppen und Polizei.

„Die Jugendlichen aus dem SOS-Jugendwohnheim waren in ernster Gefahr. Viele sind traumatisiert von den schlimmen Dingen, die sie gesehen haben", sagt Liliane Habonimana, SOS-Mitarbeiterin in Burundi. „Wir mussten Wohnungen anmieten in weniger gefährlichen Stadtteilen, andere haben wir im Jugendhaus im SOS-Kinderdorf Bujumbura untergebracht."

„Die Sicherheit meiner Kinder ist das Wichtigste"

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Natasha, Krankenschwester im medizinischen Zentrum der SOS-Kinderdörfer und Mutter von drei Kindern, hielt die Gewalt in ihrem Stadtteil nicht mehr aus:

„Vor einem Jahr, als die Unruhen begannen, landete eine Tränengas-Granate in unserem Wohnzimmer (wir berichteten: Natashas ganze Geschichte)

Damals habe ich meine Kinder sofort zu meiner Schwester aufs Land geschickt. Das war sehr schwer für mich und die Kinder. Heute leben wir alle zusammen in einem sichereren Stadtteil von Bujumbura. Meine Kinder gehen hier auch zur Schule gehen.

Wir haben nur noch zwei Zimmer zu viert und zahlen viel mehr Miete als zuvor. Aber das ist der Preis der Sicherheit. Hauptsache meine Kinder leben nicht in Gefahr. Früher konnte ich zu Fuß zu meiner Arbeitsstelle im SOS-Medizinischen Zentrum gehen - heute fahre ich 20 Minuten mit dem Bus. Für mein Land wünsche ich mir ein Ende der Unruhen, dass die Burundis sich endlich wieder den wichtigeren Themen zuwenden, den Menschenrechten und der wirtschaftlichen Entwicklung unseres Landes."

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