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Warum Stress lebensbedrohliche Krankheiten verursacht

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STRESSED MAN
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Wir alle fühlen uns oft gestresst. Mal ist das ja auch ok. Allerdings wird es schwierig, wenn die Ruhephasen zwischen den Stressphasen ausbleiben oder zu kurz sind, um sich zu regenerieren.

Chronischer Stress bedeutet, dass sich der Körper in andauernder Alarmbereitschaft befindet, was sich langfristig negativ auf den Hormonstoffwechsel auswirkt und die Entstehung unterschiedlicher Krankheiten begünstigt.

Die negativen Auswirkungen von Stress sind vielfältig.

Das Immunsystem wird geschwächt. Unter der ständigen Einwirkung von Cortisol findet nicht nur eine erhöhte Ausschüttung von Insulin, sondern auch eine Verminderung der Durchblutung aller Organe, eine langfristige Steigerung des Blutdrucks sowie eine Hemmung der zellulären Immunantwort statt. Ein hoher Cortisol-Spiegel begünstigt darüber hinaus die Tumorbildung und wird daher mit Krebs in Verbindung gebracht.

Mehr zum Thema: Studie: Schüler sind gestresst - wie Eltern helfen können

Auslöser von Dauerstress:

Chronischer Stress hat viele Ursachen, die sowohl im beruflichen als auch im privaten Umfeld liegen können. Besonders gefährdet sind Menschen, die einem hohen Leistungsdruck im Beruf ausgesetzt sind und diesem durch lange Arbeitszeiten, die oft auch die Freizeit beanspruchen, gerecht zu werden versuchen. Das ständige Gefühl, funktionieren zu müssen, führt dazu, dass sich die Betroffenen keine bewussten Erholungsphasen gönnen und langfristig die Lebensfreude verlieren. Die Patienten versuchen, die psychische Belastung, die sich durch die beruflichen Anforderungen ergibt, mit noch mehr Arbeit und Leistung zu kompensieren. Dadurch entsteht ein Teufelskreis, der nur schwer und durch bewusst gesetzte Maßnahmen durchbrochen werden kann.

Ständige Reizüberflutung durch moderne Medien wie Fernsehen, Internet und Computerspiele führt ebenfalls dazu, dass der Körper nicht abschalten kann und vermehrt Cortisol ausschüttet. Auch körperliche Belastungen wie übertriebene sportliche Betätigung kommen als Auslöser von chronischem Stress infrage. Stoffwechsel-Erkrankungen wie Diabetes mellitus und unbehandelte Entzündungsherde wie chronische virale Infekte oder Parodontitis führen ebenfalls häufig zu ununterbrochenem körperlichem Stress. Da jedoch nicht alle Patienten unter den typischen Anzeichen leiden, gehen Mediziner von einer gewissen genetischen Disposition aus.

Die Folgen von chronischem Stress

Um die langfristige psychische Belastung zu kompensieren, greifen viele Betroffene zu Maßnahmen, die der Gesundheit weiter schaden und die seelischen und körperlichen Symptome in den meisten Fällen noch verstärken.

Chronischer Stress gilt als einer der Hauptfaktoren bei Alkoholismus, Drogen- und Medikamentenmissbrauch sowie starkem Rauchen, sowohl bei Jugendlichen als auch bei Erwachsenen. Viele Betroffene jeder Altersgruppe reagieren auf den Dauerstress mit übermäßigem Konsum von Süßigkeiten und fetten Speisen. Mangel- oder Fehlernährung, Übergewicht, Fettsucht und daraus resultierender Bewegungsmangel sind weitverbreitete Folgen von Dauerstress.

Schlafstörungen, Schlafmangel, Konzentrationsverlust.
Beruflich bedingter chronischer Stress ist der Hauptauslöser für Schlafstörungen und Schlafmangel, die ihrerseits das Entstehen unterschiedlicher Krankheitsbilder begünstigen. Durch den ständigen Überschuss des Stresshormons Cortisol wird die Ausschüttung von dessen Antagonisten Melatonin und Serotonin negativ beeinträchtigt. Durch den Mangel dieser Hormone werden der Schlaf-Wach-Rhythmus gestört und die Tiefschlafphasen verkürzt, weshalb dauerhaft gestresste Menschen in der Nacht mehrmals aufwachen und dann nur schwer in den Schlaf zurückfinden.

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Durch eine cortisolbedingte Verminderung der Testosteron-Ausschüttung sind der teilweise oder gänzliche Verlust der Libido und eine eingeschränkte Zeugungsfähigkeit häufig. Viele Menschen, die unter Dauerstress leiden, stellen zudem Konzentrationsschwächen fest. Diese Symptome führen zu erheblichen Einbrüchen im Selbstwertgefühl und gefährden das Privat- ebenso wie das Berufsleben. Depressionen, Angstzustände, Panikattacken und Antriebslosigkeit sind oft die Folgen solcher Probleme.

Durch chronischen Stress entstehende Erkrankungen:

Die negativen Auswirkungen von Stress sind weiter, stressbedingte Erkrankungen der westlichen Industrienationen, wie chronische Erschöpfungszustände und das sogenannte Burn-Out-Syndrom. Diese Krankheitsbilder betreffen vor allem Menschen, die sich über einen langen Zeitraum beruflich verausgabt haben und an die Grenzen ihrer körperlichen oder seelischen Belastungsfähigkeiten gestoßen sind. Die ständige Ausschüttung von Cortisol als Folge von Dauerstress wird durch die Hemmung der Serotonin-Produktion jedoch auch mit einer langen Liste an unterschiedlichen Erkrankungen psychischer und physischer Natur in Verbindung gebracht. Durch den negativen Einfluss des Cortisols auf das Immunsystem sind Menschen, die unter chronischem Stress leiden, grundsätzlich einer deutlich erhöhten Infektanfälligkeit ausgesetzt.

Dies bedeutet, dass schon leichte Erkältungen einen wesentlich längeren Verlauf nehmen und virale Entzündungsherde in andere Körperbereiche weiterwandern können. Eine gestörte Zellteilung und dadurch eine vorzeitige Zellalterung, die sich in organischen Schäden und Krebsleiden ebenso manifestiert wie in faltiger und fahler Haut und brüchigem Haar, werden mit Dauerstress ebenso in Verbindung gebracht wie eine verzögerte Wundheilung.

Stressbedingter chronischer Bluthochdruck geht zudem mit einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Arteriosklerose, Schlaganfall und Herzinfarkt einher.

Stressbedingte Rückenschmerzen:

Der Alltag ist bei vielen von uns von Stress geprägt: Auf dem Schreibtisch sammeln sich die Zettelchen mit To-do-Listen. Der Vorgesetzte braucht eine dringende Information - as soon as possible. Und die Deadline für ein wichtiges Großprojekt endet in wenigen Stunden. Zu Hause geht es nicht weniger stressig weiter: Der Sohn muss ins Training, die Oma zum Arzt gefahren werden. Und was war noch mal dieser Haushalt? Einfach alles scheint unglaublich wichtig und dringlich zu sein. Kein Wunder, dass dieser Stress nicht nur auf die Psyche schlägt, sondern auch körperliche Symptome hervorruft. Stressbedingte Rückenschmerzen können die Folge sein.

Wie aus psychischer Anspannung körperliche Verspannung wird

Stress bedeutet eine hohe körperliche Belastung. Durch die psychische Anspannung werden vermehrt Stresshormone ausgeschüttet, der Puls geht schneller, die Atemfrequenz erhöht sich und die Muskeln werden angespannt. Dies hat wahrscheinlich evolutionäre Gründe:
Waren unsere Vorfahren in einer angespannten Situation, konnte dies durch Kampf- oder Fluchtsituationen bedingt sein. Hier war ein schnelles Reaktionsvermögen und schlagartiges Handeln gefragt, deswegen stand der gesamte Körper unter Strom.

Diese körperliche Anspannung und Bereitschaft war überlebenswichtig, musste jedoch in der Regel nur über kürzere Zeitspannen anhalten. Heute befinden wir uns ständig in stressigen Situationen. Auch wenn wir - in der Regel - nicht mit einem Bären kämpfen müssen und uns auch sonst in keiner lebensbedrohlichen Situation befinden, stehen wir dennoch häufig unter Anspannung.
Und dieser Zustand kann über Stunden, Tage und Wochen anhalten.
Wer starkem Stress ausgesetzt ist, den lässt die Belastung auch nach Feierabend nicht los, der träumt eventuell sogar von dieser angespannten Lage.

Wie bei unseren Vorfahren reagiert auch bei uns der Körper mit Hormonausschüttung und der Aktivierung der Muskeln. In akuten Stresssituationen kann man bei vielen die Anspannung deutlich sehen. Wie zum Beispiel beim Halten eines Vortrags vor großem Publikum: Ein angespannter, aufgeregter Referent wirkt sehr steif, die Schultern sind angespannt und der Kopf wird eingezogen.
Es ist genau diese Haltung, die bei anhaltender Belastung zu Verspannungen der Rückenmuskeln und schließlich zu stressbedingten Rückenschmerzen führt:

Die psychische Belastung schlägt sich in körperlichen Beschwerden nieder.

Was kann die Lösung sein?

Wenn auch Du zu denen gehörst, die unter andauerdem Stress leiden, und Du vielleicht sogar schon Stress-Symptome bei Dir erkennen kannst, dann solltest Du schnell dafür sorgen, dass Du wieder mehr Ruhe in Dein Leben einkehren läßt.
Entschleunigen ist die Devise!

Yoga ist eines der besten Mittel gegen zu viel Stress!

Möchtest Du mehr erfahren, wie Du es schaffen kannst, Dein Leben zu entschleunigen?
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