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Die russische Gesellschaft in den Augen von Jugendlichen

24/02/2016 18:48 CET | Aktualisiert 24/02/2017 11:12 CET
Konrad Adenauer Stiftung

„Verstehen kann man Russland nicht, und auch nicht messen mit Verstand. Es hat sein eigenes Gesicht. Nur glauben kann man an das Land", so schrieb der berühmte russische Dichter Fjodor Tjuttschew im Jahre 1866. Dieses Bonmot wird auch heute noch gern zitiert. Was in jedem Fall richtig ist, die russische Gesellschaft ist eine Mischung verschiedener Kulturen und geprägt durch eine komplizierte und wechselhafte Geschichte.

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Wie sieht die heutige Gesellschaft in Russland aus? Was denken junge Menschen über Werte? Wie engagiert sind die heutigen Jugendlichen in Russland? Wir haben uns entschieden, die russischen Jugendlichen direkt nach ihren Ansichten zu diesen Dingen zu fragen. Die interviewten Studenten von Moskauer Universitäten waren Wladimir Scheremetjew, Timur Mujdinow und Anastassija Golofast.

„Was die Situation von Jugend und Politik in Russland angeht, so ist der Anteil der jungen Bevölkerung, die sich in unserem Land mit Politik beschäftigt, relativ klein.", hat uns Timur erklärt. „Trotzdem ist anzumerken, dass es auch beeindruckende Beispiele junger Politiker in Russland gibt, zum Beispiel der Minister für Kommunikation und Medien, Nikolaj Nikiforow.

Außerdem ist heute eine Vielfalt von Jugendorganisationen aktiv und offizielle Beschlüsse wurden verabschiedet, die darauf abzielen, mehr Jugendliche in das politische Leben des Landes einzubeziehen.

Ich persönlich denke, dass Jugendliche in den politischen Strukturen der Gesellschaft des Staates vertreten sein sollten, da sie die Fähigkeit haben, frische Ideen und Projekte einzubringen. Die Jugendlichen können in höherem Maß aktuelle Tendenzen verstehen und ihnen Rechnung tragen. Sie leben nicht mit alten Stereotypen, die die Weiterentwicklung begrenzen."

Jugendorganisationen in Russland sind aber oft realitätsfremd und viele Jugendliche haben Angst

„Jugendorganisationen in Russland sind ziemlich verbreitet, und auch viele russische Parteien haben Nachwuchsorganisationen. Jugendorganisationen in Russland sind aber oft realitätsfremd und viele Jugendliche haben Angst, diesen Organisationen beizutreten, weil sie keine Möglichkeit sehen, wie sie dort engagiert sein könnten und wie sie ihren Beitrag zur Verbesserung des Lebens in Russland leisten könnten.", sagte Wladimir. Anastassija fügte hinzu: „ Die Jugendorganisationen müssten sich mehr Mühe geben, um die Herzen der jungen Leute zu gewinnen."

„Die meisten Jugendlichen in Russland und anderswo haben große Träume, sie wollen Nutzen bringen und Menschen vor Ort helfen. Das ist gerade das wahre Ziel der Politik. Die Politik wird in Russland oft mit etwas Schmutzigem, mit Machtverteilung hinter den Kulissen verbunden. Das ist aber falsch.

Das Wichtigste sollte für unsere Politiker sein, Jugendlichen zu zeigen, dass sie zum Beispiel Menschen in ihrer Heimatstadt helfen und dort sozial engagiert sein könnten.", meinte Wladimir.

Weitere Antworten auf unsere Fragen können Sie im O-Ton im beiliegenden Video hören. Das Gespräch lässt uns hoffen, dass die Jugendlichen in Russland engagierter werden und aktiver am politischen Leben des Landes teilnehmen, um das Land zum Besten zu verändern.

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Es stimmt nicht, dass sich junge Menschen nicht für Politik interessieren, sie gehen nur anders damit um. Daher will die Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) zusammen mit der Huffington Post der Frage nachgehen: Wie muss Politik für junge Menschen aussehen? Weltweit werden Experten der Konrad Adenauer Stiftung politische Initiativen und Vorgehensweisen analysieren. Wenn Sie sich an der Diskussion beteiligen möchten, schreiben Sie an Blog@huffingtonpost.de.

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