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Nahrhaft, lecker und widerstandsfähig: Diese Frucht könnte den Welthunger besiegen

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Bartosz Hadyniak via Getty Images
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Dieser Beitrag entstand in Zusammenarbeit mit dem Food Innovations Netzwerk HERMANN'S.

Achthundert Millionen Menschen auf der Welt leiden immer noch Hunger. Kein Forscher, Wissenschaftler oder Politiker hat bisher eine nachhaltige Lösung für dieses Problem gefunden.

Doch nun könnte eine alte hawaiianische Legende der Schlüssel sein, dass Menschen nie wieder Hunger leiden müssen.

Vor Tausenden von Jahren soll der Kriegsgott Kū sein irdisches Leben auf der Insel Hawaii begonnen haben -so die Legende. Er soll dort als Pflanzer gearbeitet und eine Familie gegründet haben.

Alles war perfekt - bis eines Tages eine Hungersnot über das Land hereinbrach.

Die Früchte des Baumes beendeten die Hungersnot

Nicht imstande das Leid seiner Familie mit anzusehen, erbrachte Kū das allerhöchste Opfer. Er nahm wieder seine unsterbliche Gestalt an und stieg ins Erdreich hinab.

Genau an diesem heiligen Fleck, getränkt in den Tränen seiner Familie, soll ein besonderer Baum gewachsen sein: Der Brotfruchtbaum.

Der hawaiianischen Mythologie zufolge erlösten die Früchte dieses Baumes das Volk von der Hungersnot.

Mehr zum Thema: Es gibt eine Lösung für den Hunger auf der Welt - aber sie ist ziemlich eklig

Nicht selten ist an Mythen auch ein Fünkchen Wahrheit dran. Und genau deshalb lohnt es sich, die Brotfrucht genauer unter die Lupe zu nehmen. Könnte sie das eine Nahrungsmittel sein, das den Welthunger beseitigt?

Erschwinglich, nachhaltig und nahrhaft zugleich, gilt die Brotfrucht bereits für viele als "Nahrungsmittel der Zukunft". Angesichts ihrer Legende ist dies zwar leicht irreführend, jedoch ist das Wissen über die reichhaltige Frucht jetzt auch im Westen angekommen. Und dort versucht man sich jetzt, die Brotfrucht unter den Nagel zu reißen.

Schließlich kann ein einziger Baum bis zu vierhundert Kilogramm an Früchten hervorbringen. Da ist es kaum verwunderlich, dass sich die Brotfrucht in der Mythologie als Symbol für Fülle und Reichtum wiederfindet.

Auch die Briten waren von der Brotfrucht begeistert

Doch auf die Brotfrucht stößt man nicht nur in hawaiianischen Legenden. Auch in der britischen Geschichte findet sich das außergewöhnliche Nahrungsmittel:

Im Jahre 1769 stieß der Botaniker Joseph Banks, während einer Expedition nach Tahiti, auf das Versprechen der Brotfrucht. Das brachte ihn auf die verhängnisvolle Idee, die Pflanze als Nahrungsmittel für Sklaven auf den westindischen Inseln zweckzuentfremden.

So nahm die dramatische Brotfruchtsaga ihren Lauf: Im Jahre 1787, wurde William Bligh zum Kapitän der HMS Bounty ernannt und machte sich auf den Weg nach Tahiti, um dort Stichproben der Pflanze zu ergattern.

Allerdings mussten Bligh und seine Mannschaft fünf Monate lang auf der Insel verweilen, um die Setzlinge reisefest zu machen. Das führte zu Spannungen. Blighs Männer hatten sich in die tahitianische Gesellschaft eingelebt, Beziehungen zu den Einheimischen geknüpft und wenig Interesse daran, zu ihrem früheren Leben zurückzukehren. Das bestand schließlich überwiegend aus Haferschleim und Schiffszwieback

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Kapitän Bligh sah sich bei Abfahrt genötigt, mit eiserner Faust zu regieren. Überlieferungen zufolge ließ er die Crew sogar verdursten, um die kostbaren Jungbäume mit Wasser zu versorgen.

Kein Wunder, dass die Mannschaft irgendwann rebellierte und Bligh, im Rahmen der berüchtigten Meuterei auf der Bounty, mit 18 Getreuen in ein kleines Beiboot verfrachtete.

Erstaunlicherweise schaffte es Bligh zurück nach England und lancierte 1791 eine zweite Brotfrucht-Expedition an Bord der HMS Providence. Die Crew sammelte 2.126 Setzlinge ein. 678 davon schafften es lebendig auf die Inseln von St. Helena, St. Vincent und Jamaika.

Trotz Blighs bemerkenswerter Ausdauer, weigerten sich die westindischen Sklaven jedoch, die Brotfrucht zu essen. Es dauerte ein gutes halbes Jahrhundert, bevor sich die Brotfrucht endlich in den britischen Kolonien etablierte.

Die Pflanze wächst optimal in subtropischen Regionen

Doch zu dem Zeitpunkt war die Sklaverei bereits abgeschafft. So kamen die Briten nie in den Genuss, die Brotfrüchte zu ernten, wenn sie auch zu einem festen Bestandteil der karibischen Küche wurde.

Auf Jamaika wird die Brotfrucht heute meist als gebratene Beilage serviert oder gebacken und mit traditionellem Salzfisch und Ackee gefüllt. Doch sie ist sehr vielseitig einsetzbar. Beispielsweise kann man aus ihr genauso nährstoffreiches, glutenfreies Mehl herstellen oder einen süßen Pudding zubereiten.

Mehr zum Thema: Wie das Internet Hunger und Essensverschwendung beseitigt

Kaum verwunderlich also, dass die Polynesier soviel Vertrauen in die Brotfrucht setzten.

Ein weiteres Plus: Die pflegeleichte Nutzpflanze gedeiht optimal in subtropischen Regionen. Genau dort, wo achtzig Prozent der unterernährten Weltbevölkerung lebt.

Es sieht also ganz danach aus, als könne die Brotfrucht nicht nur der Familie des Kriegsgottes Kū helfen, sondern auch den hungernden Menschen in den heutigen Drittweltländern.

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Die Zahl der Menschen, die in einigen Jahren Burger, Steaks, und ja, auch Salat essen wollen, steigt dramatisch. Gleichzeitig sehen wir in vielen westlichen Gesellschaften die Folgen ungesunder Ernährung: Wir stehen vor einem Fett- und Zucker-Kollaps.

Doch es gibt längst Ideen und Lösungen für dieses globale Problem. Denen will sich die HuffPost in den nächsten Monaten mit Artikeln, Reports und Expertenbeiträgen widmen.

Dafür arbeiten wir mit der in Berlin entstehenden und von dem Kekshersteller Bahlsen finanzierten Plattform Hermann's zusammen, einer Art Denkfabrik für die Zukunft unserer Ernährung.

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Die aktuellen Beiträge aus der Kooperation findet ihr hier.

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