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Entwicklungsziele der Vereinte Nationen: Schutz von Kindern und Müttern

23/09/2015 16:03 CEST | Aktualisiert 23/09/2016 11:12 CEST
World Vision

Ab dem 25. September treffen sich die Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen in New York, um einen neuen Zielkatalog für die Entwicklung der Menschheit bis zum Jahre 2030 zu verabschieden.

Dies ist nicht der erste große Zielrahmen: Die Millenniumsentwicklungsziele wurden im Jahr 2000 verabschiedet und beinhalteten acht konkrete Vorgaben, die auch zum Teil erreicht wurden. So haben zum Beispiel die meisten Kinder heute Zugang zu Grundschulbildung und die Zahl, der in Armut lebenden Menschen wurde halbiert (Danke, China!).

ABER, gerade die Ziele, die Kinder und Mütter betreffen, wurden klar verfehlt! So sollte die Kindersterblichkeitsrate um zwei Drittel gesenkt werden, aber immer noch sterben jeden Tag circa 16 000 Kinder an leicht behandelbaren oder vermeidbaren Krankheiten, wie Lungenentzündung oder Durchfall.

Auch die Zahl der Müttertode während Schwangerschaft, Geburt und Stillzeit ist weit von der drei-Viertel-Senkung entfernt. Gerade in fragilen und konflikt-gefährdeten Staaten konnte nicht eines der Millenniumsentwicklungsziele auch nur annähernd erreicht werden.

Die neuen Nachhaltigkeitsziele sind - und das ist sehr positiv - universell

Der neue Zielrahmen muss sich darum zuallererst um die noch nicht erreichten Kinder und Mütter kümmern und diese in den Fokus aller Maßnahmen stellen! Die neuen Nachhaltigkeitsziele sind - und das ist sehr positiv - universell.

Sie richten sich nicht nur an die Entwicklungsländer, sondern an alle Staaten - Deutschland muss sich also auch überlegen, wie es selbst zu einer friedfertigen, gerechten und inklusiven Gesellschaft beiträgt.

Die Umsetzung des neuen Rahmens muss von allen Ländern angegangen und umgesetzt werden, wobei Hilfsorganisationen, Unternehmen und die Bürger gleichermaßen in der Verantwortung stehen und zusammenarbeiten müssen.

Zweitens ist positiv fest zu halten, dass endlich angestrebt wird, Armut, Ungleichheit, Gewalt und unnötige Kinder- und Müttersterblichkeit nicht nur zu senken, sondern ganz zu beenden! Dies ist nicht nur nötig, sondern auch möglich. Wir haben jetzt schon die Lösungen, aber müssen sie gemeinsam anwenden.

Eines der herausforderndsten Ziele wird es sein, auch jene am meisten gefährdeten Kinder zu erreichen, die in schwer zugänglichen Gegenden dieser Welt leben, wie zum Beispiel in städtischen Slums, Konflikt- und Kriegsgebieten, sowie von Naturkatastrophen zerstörten Gebieten.

Auch die Flüchtlingskrise wird angesprochen

Das Ziel 16, das das Thema Frieden und inklusive Gesellschaften umfasst, ist ein wesentlicher Fortschritt gegenüber dem alten Zielrahmen. In vielen Regionen der Erde nimmt die Instabilität dramatisch zu.

Eine Folge ist, dass wir die höchste Flüchtlingszahl seit dem Zweiten Weltkrieg beobachten - fast 60 Mio. Menschen sind auf der Flucht. Es ist wichtig, in diesen Ländern eine gute Regierungsführung und einen aktiven Dialog zwischen Zivilgesellschaft und lokalen Autoritäten herzustellen.

Nur so kann zu einer Stabilisierung beigetragen werden und können die am meisten gefährdeten Kinder und Familien mit Entwicklungsaktivitäten erreicht werden. Hier wird es messbare Fortschritte geben müssen, um das Überleben derjenigen zu sichern, die von Gewalt, Krieg und Ungerechtigkeit betroffen sind, und die in ihren Gesellschaften an den Rand gedrängt wurden.

Jeder Mensch kann sich für mehr Gerechtigkeit einsetzen, auch in seiner eigenen Umgebung

Die Herausforderungen des neuen Zielrahmens sind ehrgeizig, aber die Weltgemeinschaft hat das nötige Instrumentarium zur Verfügung, um sie zu erreichen und die Welt in den nächsten fünfzehn Jahren zu einem besseren Ort für Kinder zu machen.

Dieses Mal liegt die Erreichung der Ziele in unser aller Einflussbereich. Jeder Mensch kann sich für mehr Gerechtigkeit einsetzen, auch in seiner eigenen Umgebung und kann so dazu beitragen, an einer besseren Zukunft für Kinder zu arbeiten.

Auch Sie können uns dabei unterstützen, denn wir fordern in einer politischen Kampagne die Bundesregierung auf, sich dafür einzusetzen, dass die Zahl der Kindertode unter fünf Jahren bald „AUF NULL" sinkt!

Lassen Sie uns die Welt zu einem besseren Ort für Kinder machen - gemeinsam!

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