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Die Kehrseite der Automatisierung im Mediengeschäft

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DIGITAL MEDIA
grinvalds via Getty Images
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Die Nachfrage nach Social Media Videos boomt. Immer mehr Unternehmen entdecken die Verbindung zwischen Quantität und Engagement in der Video-Produktion. Besonders wichtig ist es, Content möglichst schnell zu produzieren, da das Zielpublikum nicht mehr bis zu den 20-Uhr-Nachrichten wartet um aktuelle Informationen zu bekommen. Es verwendet mobile Endgeräte und bekommt so ständig Nachrichten über Videos auf Facebook, Twitter, Snapchat und Instagram.

Medienhäuser können nicht einfach ein paar Videos veröffentlichen. Sie müssen möglichst viele Videos produzieren und diese auf unterschiedlichen Plattformen verbreiten. Der Automatisierung bestimmter Prozesse kommt hierbei eine große Bedeutung zu, doch birgt dieser Ansatz auch die Gefahr der Beliebigkeit der Formate und letztlich der Marken.

Für Medienmarken, die versuchen ihre Identität über verschiedene Plattformen zu vermitteln, ist das Risiko, als austauschbar wahrgenommen zu werden, immens. Und genau aus diesem Grund sollte auch eine zu große Abhängigkeit von Technologie und Automatisierung inakzeptabel sein. Es kommt vielmehr auf die richtige Mischung zwischen Automatisierung, künstlicher Intelligenz und der Unterstützung von menschlicher Kreativität an.

Hier sind einige Beispiele für Social Videos, die die Bedeutung von Markenkonsistenz zeigen. Indem Elemente wie visuelle Markenmerkmale und redaktionelle Stile genutzt werden, vermitteln diese Marken ein starkes Gefühl von Identität und stellen somit sicher, dass das Publikum die Marke positiv wahrnimmt, egal auf welcher Plattform die Inhalte veröffentlicht werden.

RTL Aktuell: https://www.facebook.com/RTLaktuell/videos/1377476685632578/
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Dieser Clip aus dem Nachrichtenprogramm RTL Aktuell ist knackig, geradlinig und perfekt für Facebookuser produziert. Das Video ist quadratisch, was sich als das beste Format für Social Media Plattformen erwiesen hat, vor allem wegen der Nutzung auf mobilen Geräten. Laut den Ergebnissen der mit Wochit produzierten Videos, generieren quadratische Videos dreimal mehr Views und fast sechsmal mehr Shares als horizontale Videos auf Facebook.

Dieses Beispielvideo von RTL hat außerdem mit 30 Sekunden die optimale Länge um Views zu generieren, und sie folgen der, wie wir sie nennen, 3-second rule, indem sie einen visuellen Hingucker gleich zu Beginn verwenden um die Aufmerksamkeit des Zusehers zu erregen, bevor dieser im Feed weiterliest.

Das Video reflektiert außerdem visuelle Elemente, die mit dem Nachrichtenprogramm in Verbindung gebracht werden, indem deren Schrift und Farben, sowie sogar deren markenspezifische Graphiken fast genau in der Mitte des Videos integriert werden.

Liebenswert: https://www.facebook.com/liebenswertmagazin/videos/1815972265083156/
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Liebenswert, ein digitales Magazin, dessen Zielgruppe Frauen ab 50 und älter ist, erreicht sein Facebook Zielpublikum mit Social Videos, die einige der redaktionellen Hauptthemen des Magazins abdecken. In diesem Rezeptbeispiel haben sie ihre Markenidentität beibehalten indem sie die gleichen Farben, Schrift und andere graphische Elemente verwendet haben, die ähnlich dem visuellen Auftritt auf de Webseite ist. Sogar die Hintergrundmusik stimmt mit der der anderen Social Videos ueberein und jedes Video endet mit dem Logo als Abspann.

Focus Online Facebook: Lost on Himalaya (embed code: )

Unser drittes Beispiel ist von Focus Online, das digitale Nachrichtenportal des wöchentlichen Focus Magazins. Das Magazin ist bekannt für die Verwendung von Informationsgraphiken und starken Farben und es verwenden diese Aspekte auch in den Social Videos. In diesem Fall wird eine gesamte Geschichte in einer Minute erzählt - perfekt um sowohl Views als auch Shares auf Facebook in die Höhe zu treiben.

Aktuell erreichen Social Videos, die mit Wochit produziert und auch Facebook veröffentlicht werden, im Durchschnitt 100.000 Views und 1.000 Shares. Ohne der Verbindung zu der eigenen Webseite kann die Markenidentität nur zu leicht in der Masse und Willkürlichkeit verloren gehen. Automatisierung kann ein Segen für Herausgeber sein, die en masse produzieren müssen, allerdings kann man nur dann eine gewisse Identität bewahren, wenn man mit menschlicher Kreativität arbeitet. Diese ist nötig um die Marke, die man mit viel Mühe etabliert hat, auch intakt zu halten.

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