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Umsiedlung von vier Braunbären in der Ukraine - Rettung für Dina und ihre Nachkommen

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Bild: Welttierschutzgesellschaft e.V. / Bogdan Cristel

Berlin/Halych. Rettung für die "Cherson-Bären"! Die Welttierschutzgesellschaft und ihre lokale Partnerorganisation ECO-HALYCH haben in der Ukraine vier Braunbären aus einem aufgegebenen Privatzoo befreit und umgesiedelt. Das neue Zuhause der Tiere befindet sich im Halych Nationalpark in den Karpaten - 850 Kilometer entfernt von der Stadt Cherson im Süden des Landes. Dort lebten die Bären in einem kleinen Gehege auf Betonboden und konnten seit der Schließung des Zoos nur unzureichend versorgt werden. Im Halych Nationalpark finden sie nun ein bärengerechtes Gehege vor, außerdem ist eine professionelle Versorgung durch tiermedizinisches Fachpersonal gesichert.

„Die Umsiedlung der Braunbären war bitter nötig", sagt Tierärztin Daniela Schrudde, die die Aktion für die Welttierschutzgesellschaft begleitete. „Die langjährige Haltung in einem engen Käfig hat den Bären schwer zugesetzt. So zeigten sie Auffälligkeiten wie Stereotypien, aggressives Verhalten sowie Lautäußerungen, die Stress signalisierten." Besonders tragisch ist das Schicksal der Bärin Dina: Sie musste im ehemaligen Privatzoo regelmäßig Nachwuchs gebären, der ihr schon nach wenigen Monaten weggenommen wurde und anschließend in den illegalen Wildtierhandel gelangte. Dina ist die Mutter der drei weiteren Bären, die nun befreit wurden.

Als besondere Herausforderung bei der Umsiedlung der Bären erwies sich der Transport ans Festland, denn die bisherige Unterbringung lag auf einer Insel im Fluss Dnjepr. Jeder Bär musste in eigens angefertigten Käfigen über eine fragile Fußgängerbrücke gebracht werden, ehe die 19-stündige Fahrt im Lastwagen nach Halych beginnen konnte. „Die Bären haben diese Strapazen sehr gut überstanden. Besonders schön war die Reaktion auf ihre neue Unterbringung. Zum ersten Mal hatten sie echten Boden unter den Pfoten - und die Freude darüber war sichtbar", erklärt Daniela Schrudde, Fachliche Leiterin für Tierschutzarbeit bei der Welttierschutzgesellschaft.

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Bild: Welttierschutzgesellschaft e.V. / Bogdan Cristel

Das neue Gehege auf dem Gelände des Halych Nationalparks, das mit Unterstützung der Welttierschutzgesellschaft entstanden ist, bietet den Bären auf 1.650 Quadratmetern viele Beschäftigungsmöglichkeiten. Die vier Bären - Mutter Dina sowie die erwachsene Tochter Mascha und die noch jugendlichen Geschwister Nadia und Myr - haben so zum ersten Mal die Chance auf ein Leben unter bärengerechten Bedingungen.

Hintergrund: „Cherson-Bären"
Der Fall der „Cherson-Bären" hat in der Ukraine landesweit Aufmerksamkeit erregt. Im Jahr 2014 stellte der Inhaber den Betrieb des illegal in einem Wasserschutzgebiet errichteten Zoos ein und hinterließ die dort lebenden Tiere ihrem Schicksal. Nur aufgrund der Hilfe einer Gruppe Freiwilliger überlebten sie. Da ein tiergerechtes Leben an diesem Ort jedoch nicht möglich war, setzte sich die Welttierschutzgesellschaft mit der lokalen Partnerorganisation ECO-HALYCH für die Umsiedlung der Bären ein. Diese wurde möglich, nachdem sich auch der ukrainische Minister für Ökologie und Naturressourcen, Ostap Semerak, zugunsten der Bären in den Fall eingeschaltet hatte.

Mehr Infos zur Bärenumsiedlung in der Ukraine unter: http://welttierschutz.org/baerenumsiedlung-in-der-ukraine-geglueckt/

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