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Wie schön Ost-Berlin noch in den 1980er-Jahren aussah

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2016-07-06-1467792097-6801758-K1024_ostberlin1980.JPGOst-Berlin- die selbsternannte Stadt des Friedens/ Chronos media
Moderne Großstadtpassagen, belebte Einkaufsstraßen: Ein Sommervideo aus den 1980er-Jahren zeigt, wie scheinbar aufgerĂ€umt und mondĂ€n es damals in Ost-Berlin zuging. Der schöne Schein der DDR, von dem sich auch viele im Westen lange tĂ€uschen ließen.

Ein strahlender Sommertag in Ost-Berlin. Die Hauptstadt der DDR zeigt sich von ihrer Schokoladenseite.

Es gab zwar nur wenig GrĂŒnflĂ€che in den touristischen Zentren und Vierteln rund um den Boulevard Unter den Linden, um das historische Viertel jenseits der Nikolaikirche und rund um den betonsozialisierten Alexanderplatz mit seinem "sozialistischen Bauwunder", dem Fernsehturm. DafĂŒr ist eine entspannte GeschĂ€ftigkeit und eine großzĂŒgige WeitlĂ€ufigkeit zu spĂŒren, die man wohl am wenigsten mit der realsozialistischen „kommoden (Spießer)diktatur" (GĂŒnter Grass) in Verbindung bringt.

Etwa die Trabi-Kolonnen vor dem prunkvollen Friedrichsstadtpalast, vorbei am legendĂ€ren Admiralspalast dort, wo 1946 inmitten von TrĂŒmmern die Zwangsvereinigung zwischen der SPD und KPD zur SED vollzogen wurde; oder eben auch der fast menschenleere Gendarmenmarkt, wodurch die majestĂ€tische GrĂ¶ĂŸe dieses wohl schönsten Bauensembles im historischen Berlin erst so richtig wirken kann.

Nicht zu vergessen der grĂ¶ĂŸte Anziehungspunkt fĂŒr GĂ€ste aus der Fremde: die Wachablösung vor der „Neuen Wache", dem historischen Schinkel-Bau aus dem frĂŒhen 19. Jahrhundert, der nach 1918 zu einer GedĂ€chtnisstĂ€tte fĂŒr die Gefallenen des 1. Weltkriegs umgebaut und in der DDR zum „Mahnmal fĂŒr die Opfer des Faschismus und Militarismus" erklĂ€rt wurde.

Ausgerechnet vor diesem vermeintlichen Symbol des Antimilitarismus wurde der preußische Stechschritt in Perfektion exerziert - vor einem entzĂŒckten Publikum. Nicht die einzigen WidersprĂŒche, an denen die „Stadt des Friedens" schließlich zerbrechen musste

Denn, wie wir alle wissen, war der schöne Schein hohl. Abseits der Touristenpfade, in Prenzelberg, in Friedrichshain oder Lichtenberg, sah es schon völlig anders aus, von den abgelegenen Dörfern und KleinstĂ€dten in den preußischen Provinzen ganz zu schweigen.

Die Bausubstanz verfiel, der Lebensstandard verharrte auf niedrigem Niveau. Es dauerte nur noch wenige Jahre, bis sich auch Ost-Berlin als potemkinsches Dorf erwies, und ein Staat binnen Wochenfrist sang- und klanglos in sich zusammenbrach.

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