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Spectre-Countdown (3): Der große James-Bond-Rückblick - Roger Moore

20/10/2015 17:55 CEST | Aktualisiert 20/10/2016 11:12 CEST

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Pure Kunst: Moonraker-Poster von Daniel Gooze

Nach Teil 1 und Teil2 nun Teil 3 der großen James-Bond-Filmrückschau. Ab Mitte der Siebziger wandelten sich die Bondfilme vom klassischen Agententhriller hin zum komödiantischen Abenteuerfilm. Roger Moore gab den oft brillanten wie banalen Filmen ab 1977 mit seiner Selbstironie ein kongeniales Gesicht.

Der Spion, der mich liebte (1977)

Die Fakten: Regie: Lewis Gilbert; Produktion: Albert R. Broccoli; Drehbuch: Richard Maibaum/Christopher Wood;  Kamera: Claude Renoir.

Der Inhalt: Eine russische und englisches atomwaffenbestücktes U-Boot verschwinden spurlos auf den Weltmeeren. Beide Geheimdienste setzen ihre besten Leute auf den Fall an. James Bond und KGB-Majorin Anja Amasova kommen sich nicht nur privat näher, sondern stellen den größenwahnsinnigen Reeder Stromberg, der von seiner Meeresfestung Atlantis aus an einer neuen Weltordnung bastelt.

Der bondigste Moment: James Bond alias Rick Sylvester stützt mit Skiern eine Felswand herunter und rettet sich mit dem Fallschirm.

Das Zitat des Filmes: „Ich hoffe, Ihnen hat die Show gefallen" (Bond zu Anja Amasova)

Die Wertung: It`s the biggest, it`s best, it`s bond: Der Film war der zweite Urknall der Serie in den 1970er-Jahren. Toller Mix aus trockenem Humor, halsbrechender Action und Suspense. Brillianter Score und Kamera. Betörend schöne Ägyptensequenzen. Der ultimative Moore-Fantasy-Bond mit legendären Figuren der Serie wie dem Beißer.

Moonraker - streng geheim (1979)

Die Fakten: Regie: Lewis Gilbert; Produktion: Albert R. Broccoli; Drehbuch: Christopher Wood;  Kamera: Jean Tournier

Der Inhalt: Ein neuartiges Moonraker-Space-Shuttle wird bei einem Transport mit einem Flugzeug entführt. Bond trifft auf den größenwahnsinnigen Multi-Billiardär Hugo Drax, der eine Weltraumstation erschaffen hat, um dort eine neue Menschenrasse zu züchten, die die Erde beherrschen soll. Dann nimmt Bond das Lasergewehr in die Hand und steigt in den Raumanzug.

Der bondigste Moment: Unter der Sphärenmusik von John Barry entdecken Bond und Goodhead in ihrem Raumschiff die spektakuläre Raumstation von Drax im All.

Das Zitat: „James Bond, Sie treten mit der ermüdenden Regelmäßigkeit einer ungeliebten Jahreszeit auf" (Drax zu Bond).

Die Wertung: Nie kam ein Bondfilm so aufreizend nackig und schön daher wie dieser Gilbert-Eskapismus aus dem Jahr 1979. Surrealer und grotesker als jemals zuvor und jemals danach. Der Bond der Superlative spaltet bis heute die Fangemeinde. Was für die Einen Kasperletheater und Verrat an Fleming, ist für die Anderen die Essenz von Bond - pure Kunst. Der schöne Bond. Camp at its best.

In tödlicher Mission 1981

Die Fakten: Regie: John Glen; Produktion: Albert R. Broccoli; Drehbuch: Richard Maibaum/Michael G. Wilson;  Kamera: Alan Hume

Der Inhalt: James Bond soll eine wichtige Dechiffrierungsmaschine ATAC zurückholen, die bei einem Anschlag auf ein britisches Spionageschiff vor feindlicher Küste im Meer versunken ist. Bei der Suche im Wettlauf mit den Sowjets verbündet sich Bond mit der geheimnisvollen Schönheit Melina Mavelock, die den Mördern ihrer Eltern nachspürt. In einem gottverlassenen Kloster hoch in den Bergen kommt es zur Entscheidung.

Der bondigste Moment: Bond stößt das Auto, in dem Killer Loque sitzt, mit einem Fußstoß die Felsenwand hinab.

Das Zitat: „Ein chinesisches Sprichwort sagt: Bevor du dich anschickst zur Rache zu schreiten, schaufele lieber zwei Gräber."

Die Wertung: Back to earth, hieß das Motto nach den vorherigen Höhenflügen. Dabei schoß man allerdings ein wenig über das Ziel hinaus und buddelte Bond fast ein. Die Geschichte um einen verschwundenen Steuercomputer, den draufgängerischen Schmugglerkönig Columbo und Finsterling Aristoteles Kristatos kann den Zuschauer nicht wirklich in den Bann ziehen.  Dafür beeindrucken die Actionsequenzen insbesondere in der Bobbahn  noch heute. Doch die "tödliche Mission" ist gerade wegen seiner fast protestantischen Bodenständigkeit ein Liebling vieler Bondianer.

Octopussy 1983

Die Fakten: Regie: John Glen; Produktion: Albert R. Broccoli; Drehbuch: George MacDonald Fraser/Richard Maibaum/Michael G. Wilson;  Kamera: Alan Hume

Der Inhalt: Bei der Aufdeckung einer gigantischen Juwelenverschiebeaktion stößt Bond auf den undurchsichtigen Kamal Khan und dessen Herrin, die geheimnisvolle Zirkus-Inhaberin Octopussy, die in Indien in einer nur von Frauen bewohnten Festung residiert. Sie weiß allerdings nicht, dass der größenwahnsinnige Sowjetgeneral Orlow sie nur benutzt

Der bondigste Moment: Bond entflieht mit einem Kleinflugzeug spektakulär einer kubanischen Luftwaffenbasis.

Das Zitat: „Vollmachen, bitte" (Bond im Kleinflugzeug zum Tankwart)

Die Wertung: Der 13. Streich ist ein klassisches Bond-Abenteuer aus den 1980er-Jahren der Glen-Ära, das neben der klamaukartigen Routine Roger Moores vor allem auf möglichst farbenfrohe Variationen der altbekannten Standards und handwerklich perfekten Action setzt. Dabei springt der Plot allerdings zu extrem zwischen finsteren, „realen" Kalter-Krieg-Bedrohungsszenarien und indischen Märchenschlössern und allerlei Ostereiern.  Ein Film, der es den Realisten- und Fantasten-Fraktionen der Bondgemeinde recht machen will und damit im Nirgendwo landet.

Sag niemals nie 1983

Die Fakten: Regie: Irvin Kershner; Produktion: Jack Schwartzman; Drehbuch: Lorenzo Semple jr. nach einer Idee von Kevin McClory, Ian Fleming und Jack Whittingham;  Kamera: Douglas Slocombe.

Der Inhalt: Der Film ist das offizielle Remake vom 1965-Bondjahrgang Feuerball. Auch hier werden zwei Atomraketensprengsätze von SPECTRE entführt, um sich an den Großmächten finanziell schadlos zu halten. Mit Hilfe von Felix Leiter gelangt Bond zu dem zwieliechtigen Geschäftsmann Largo. Dank der Komplizenschaft von dessen Freundin Domino kann Bond die Gefahr bannen.

Der bondigste Moment: Bond besiegt seinen Gegner nach einer Schlägerei mit einem Becher von seinem eigenen Urin.

Das Zitat: „Ich habe noch nie verloren" (Bond auf die Frage Largos, ob er genauso gut verliere wie gewinne).

Die Wertung: Nicht zuletzt um sich an Albert R. Broccoli zu rächen, warf sich Sean Connery in dieser Konkurrenzproduktion zu EON noch einmal in die geliebt-gehasste Bond-Schale. So genial teuflisch sich Klaus Maria Brandauer auch geben darf, so sehr lebt dieses Remake von Feuerball ohne die ästhetischen Indigrenzien der Reihe von Anfang bis Ende von dem Wunder, noch einmal das alte Zirkuspferd durch die Manege reiten zu sehen. Selbst wenn der Film oft glanzlos und bieder wirkt, macht das ab und an auch wirklich Spaß. Sean Connery bleibt der Urbond.

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