Huffpost Germany
BLOG

Eine offene Plattform für kontroverse Meinungen und aktuelle Analysen aus dem HuffPost-Gastautorennetzwerk

Christoph Marx  Headshot

So sah das zerstörte Berlin 1945 in Farbe aus

Veröffentlicht: Aktualisiert:
Drucken
2016-10-15-1476543717-7881900-K640_spiritofliberationberlin1945.JPG Berlin im Mai 1945. Kein Strom, kein Gas, keine Elektrizität: Am Ende des Zweiten Weltkriegs im Mai 1945 war Berlin eine Trümmerwüste. Ein Dokumentarfilm  illustriert den Geist der Befreiung und zeigt das zerstörte Berlin in Farbe. Beeindruckend und authentisch.

THE SPIRIT OF LIBERATION from Konstantin von zur Mühlen on Vimeo

Als am 2. Mai 1945 in Berlin endlich die Waffen ruhten, war Berlin im historischen Stadtzentrum nur noch ein Trümmerfeld. Es gab keinen Strom, kein Gas, keine Elektrizität. Die gesamte städtische Infrastruktur war zusammengebrochen. Fast jedes Gebäude war zumindest halb zerstört. Die Trümmerberge - die gesamte Schuttmenge wurde bis auf 100 Mio. Kubikmeter geschätzt - gaben der zerstörten Stadt das Bild einer „Mondlandschaft". Die Memoiren, Tagebücher und Reportagen, in denen die Eindrücke dieser Tage in Berlin beschrieben werden , prägen noch heute weitgehend unser Bild von der „Stunde Null" - einer Metapher, die in ihrer Widersinnigkeit für die surrealistisch‐unwirkliche Atmosphäre jener Zeit steht.

"Erstaunlich, wie schnell alles in Gang kommt"

Hunger, Obdachlosigkeit, Orientierungslosigkeit und Ohnmacht prägten den Alltag der Menschen. In der ganzen Stadt war aber auch das Gefühl zu spüren, noch einmal eine neue Chance erhalten zu haben und diese auch nutzen zu wollen. So schrieb Margret Boveri am 15. Mai 1945 in ihr Tagebuch: „Es ist erstaunlich, wie schnell alles in Gang kommt. Das Abtragen der Schutthaufen von den Straßen, von den Bürgern selbst besorgt (...); die Versorgungsbetriebe von den Angestellten und Arbeitern in Angriff genommen, die ja bei den Luftangriffen Übung im Reparieren bekamen. In Friedenau gibt es in manchen Straßen schon wieder Wasser und Licht."

"Antifaschistisch-demokratische Umwälzung"

Bereits am 28. April hatte Generaloberst Bersarin als erster sowjetischer Stadtkommandant „die volle administrative und politische Macht" in Berlin übernommen. Durch sein großes persönliches Engagement, der Hungers‐ und Wohnungsnot Herr zu werden und die elementaren Versorgungseinrichtungen wie Strom, Gas und Wasser wieder instandzusetzen, erwarb er sich unter den Berlinern einen legendären Ruf. Parallel zu diesen Maßnahmen zur Normalisierung des Alltags arbeiteten die sowjetischen Politabteilungen zielstrebig an dem Aufbau politischer und verwaltungstechnischer Strukturen in der Stadt im Sinne der „antifaschistisch‐demokratischen Umwälzung".

Der ganze 90-minütige Film von Konstantin von zur Mühlen ist kostenpflichtig unter www.spiritofliberation.com abrufbar.