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SPECTRE-Countdown (1): Der Ursprung des Bond-Mythos - Sean Connery 1962-1967

05/10/2015 10:21 CEST | Aktualisiert 05/10/2016 11:12 CEST

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Sean Connery war James Bond/TRF_Mr_Hyde, cc-Lizenz

Noch 1 Monat bis zur SPECTRE-Premiere. Zeit, auf die alten Bond zurückzusehen. Alles begann 1962 mit einem Namen: Connery, Sean Connery. Hart, chauvinistisch, zynisch und ungemein sexy. Seine ersten fünf Bondfilme legten die Grundlage für den Mythos, der bis heute das Franchise prägt. : Die ersten Filme im Schnelldurchlauf. Fakten, Zitate und Wertung. 

1.) James Bond jagt Dr. No (1962)

Die Crew: Regie: Terence Young; Produktion: Albert R. Broccoli/Harry Saltzman; Drehbuch: Richard Maibaum, Johanna Harwood, Berkely Mather;  Kamera: Ted Moore.

Der Inhalt: In der britischen Kronkolonie Jamaika werden drei mysteriöse Morden verübt.  James Bond soll die Hintergrunde aufklären und stößt auf den undurchsichtigen Chinesen Dr. No, der von seiner schwerbewachten Insel aus die Raketenstarts in Cap Canaveral zu stören versucht.

Die bondigste Szene: „I admire your courage, Mr...? "Bond, James Bond". Bis heute stilgebend die Szene im Casino, als Sean Connery zum ersten Mal in der Rolle erscheint und sich im Zigarettenrauch Mrs. Sylvia Trench vorstellt.

Das Zitat des Filmes:„Die Weltherrschaft, immer wieder der alte Traum." (Bond zu Dr.No)

Die Wertung: Der erste Bond wirkt in heutigen Augen ein wenig altbacken. Die Geschichte um den jamaikanischen Eingeborenen Quarrel und seine Furcht vor dem Drachen hat rassistische Untertöne, die Fleming durchaus nicht fremd waren. Eigentlich ist sie aber in erster Linie dämlich. Bond ist halt noch so eine Art Kleinkind. Dr. No kann noch nicht richtig laufen, es fehlt noch an Erfahrung und Können. Aber er trägt schon seine ganzen tollen Anlagen in sich: Vor allem das Setdesign von Ken Adam setzte bereits die bondigen Maßstäbe fest.

2.) Liebesgrüße aus Moskau (1963)

Die Crew: Regie: Terence Young; Produktion: Albert R. Broccoli/Harry Saltzman; Drehbuch: Richard Maibaum, Johanna Harwood; Kamera: Ted Moore.

Der Inhalt: Die Verbrecherorganisation Phantom will mit Hilfe einer russischen Dechiffriermaschine den britischen und russischen Geheimdienst gegeneinander ausspielen. Unter dem Vorwand, die schöne russische Botschaftsangestellte Tatiana Romanova wolle in den Westen überlaufen, wird Bond nach Istanbul gelockt.

Die bondigste Szene: Bond liefert sich in einem Zug mit "Phantom" Red Grant einen harten Fight.

Das Zitat des Filmes:„ Ein Engländer isst keinen Rotwein zum Fisch" (Bond zu Grant)

Die Wertung: Der Lieblingsfilm von Sean Connery atmet wie kein anderer Bond die Atmosphäre des Kalten Krieges. Die Schönheiten Istanbuls bieten dafür den perfekten Rahmen. Der Film punktet insbesondere mit einer stringenten Thriller-Dramaturgie und spannender Härte wie der berühmten Schlägerei im Zugabteil zwischen Grant und Bond. Der Hitchcock unter den Bonds und der Einzige, der sowas wie Realitätssinn vermittelt.

3.) Goldfinger (1964)

Die Fakten: Regie: Guy Hamilton; Produktion: Albert R. Broccoli/Harry Saltzman; Drehbuch: Richard Maibaum, Paul Dehn; Kamera: Ted Moore.

Der Inhalt: James Bond wird auf den durchtriebenen Goldhändler Auric Goldfinger angesetzt, der seinen größten Coup plant: den Angriff auf die US-amerikanischen Goldvorräte in Fort Knox. Mit Hilfe von dessen Pilotin Pussy Galore und nach vielen Toten kann Bond die Operation „Grand Slam" in letzter Sekunde stoppen.

Die bondigste Szene: Bond flieht mit dem mit Maschinengewehren und Schleudersitz ausgestatteten Aston Martin DB 5 aus dem Betriebsgelände Goldfingers.

Das Zitat des Filmes:„Ich erwarte von Ihnen, dass Sie sterben" (Goldfinger zu Bond)

Die Wertung: Der klassischste Klassiker aller Bond-Klassiker. Sean Connery in höchster Spiellaune, Gert Fröbe als goldgeiler Irrer, die mit dem Stahlhut tötende Knallcharge, Aston Martin mit Schleudersitz: Die Initialzündung der Bondmania ist heute als Legende unantastbar. Wenn auch der Film an sich nüchtern betrachtet bei weitem nicht der stärkste ist. Er bleibt wohl für immer der bekannteste. Pures Gold!

4.) Feuerball (1965)

Die Fakten: Regie: Terence Young; Produktion: Albert R. Broccoli/Harry Saltzman/Kevin McClory; Drehbuch: Richard Maibaum, John Hopkins, Jack Whittingham (Originaldrehbuch); Kamera: Ted Moore.

Der Inhalt: Die Verbrecherorganisation SPECTRE (Phantom) bringt gewaltsam zwei Atombomben der NATO in seine Gewalt und will damit 100 Millionen Pfund von der britischen Regierung erpressen. Auf den Bahamas nimmt Bond eine Spur auf, die ihn schließlich bis an den Meeresgrund führt.

Die bondigste Szene: In der hypermodernen, stylishen Kommandozentrale in den Hinterräumen eines Sozialamtes hält SPECTRE seine Konferenz ab.

Das Zitat des Filmes: "Darf ich mal meine Freundin hierhersetzen? Sie belästigt sie nicht, sie ist nämlich tot." (James Bond)

Die Wertung: In Sachen Zynismus, Coolness und Sophistication der ultimative Bond der 1960er-Jahre und bis Skyfall der Bond-Film mit dem größten nominalen Publikumszuspruch. Plot und Standardsituationen noch größer, schneller, weiter als Goldfinger, wenn die Action auch manchmal etwa langatmig. So sollte man auch Lust am Schwimmen mitbringen - ein Großteil des Films spielt unter Wasser. Der Bond mit dem Blubb!

5.) Man lebt nur zweimal (1967)

Die Fakten: Regie: Lewis Gilbert; Produktion: Albert R. Broccoli/Harry Saltzman; Drehbuch: Roald Dahl; Kamera: Freddie Young.

Der Inhalt: Als amerikanische und sowjetische Raumschiffkaspseln von einer unbekannten Macht gekapert werden, wird Bond nach Japan geschickt, wo er zusammen mit seinen Kollegen und Kolleginnen des japanischen Geheimdienstes in einem erloschenen Vulkan das Hauptquartier eines alten Bekannten findet: Ernst Stavro Blofeld. Er will von dort den dritten Weltkrieg inszenieren.

Der bondigste Moment: Das überdimensionierte Versteck des Bösewichts in einem erloschenen Vulkan sprengte alle damaligen cineastischen Sehgewohnheiten.

Das Zitat des Filmes: „Mein Name ist Ernst Stavro Blofeld" (Blofeld stellt sich zum ersten Mal Bond persönlich vor)

Die Wertung: „Man lebt nur zweimal" ist der Schablonenfilm für ein ganz eigenes Bond-Untergenre: den Dada-Gigantismus. Als Kind ist der Film wahrlich zum Staunen, überall knallende Knallbonbons. Wie vieles, was frühere Technik betrifft, ist einiges teilweise für heutige Augen eher trashig. Nichtsdestotrotz Kult und durch Score und Bild ein absolutes Bond-Highlight.

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