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Anne Frank - Kaum jemand schrieb so authentisch über sein Leben

29/02/2016 09:31 CET | Aktualisiert 01/03/2017 11:12 CET
Christoph MArx

Anne Franks Tagebuch gilt als einzigartiges Zeitdokument des Holocaust und ist inzwischen Teil der Weltliteratur. Das Schicksal des deutsch-jüdischen Mädchens Anne Frank in der Zeit des Nationalsozialismus berührt heute noch. Ihre tragische Geschichte ist jetzt von Hans Steinbichler beeindruckend verfilmt worden.

Nicht einmal 15 Jahre ist Anne Frank alt geworden. Ihre Tragödie steht stellvertretend für das Leid, das die Nationalsozialisten über Tausende Juden in Deutschland von 1933 bis 1945 gebracht haben.

Das lebhafte und neugierige Kind war acht Jahre alt, als die Nazis an die Macht kamen und ein normales Leben als Juden zunehmend schwieriger wurde. Die Familie Frank flieht aus der Frankfurter Heimat in die vermeintlich sicheren Niederlande, wo sie aber nach der deutschen Besetzung 1940 untertauchen müssen.

In ihrem Versteck, in einem Amsterdamer Hinterhaus, beginnt Anne Frank ab 1942 Tagebuch zu schreiben. Ihre Eintragungen enden im August 1944 als SS-Schergen das Haus räumen und die Familienmitglieder in die Lager im Osten verschleppen.

Anne Frank stirbt kurz vor Kriegsende im KZ Bergen-Belsen. Als einziges Familienmitglied überlebt der Vater.

Erschütterndes Zeitdokument

Er war es auch, der kurz nach dem Krieg die Aufzeichnungen seiner Tochter veröffentlichte und ihr dadurch zu literarischen Nachruhm verhalf.

In fiktiven Briefen an eine Freundin, schildert sie, in beklemmender Art und Weise, das Leben auf engstem Raum; sie dokumentiert die widrigen, äußeren Bedingungen, die täglichen Entbehrungen, aber offenbart auch die Ängste und Konflikte der Eingeschlossenen und erzählt ihre eigenen persönlichen Träume.

So reif erscheinen Ihre Gedanken, dass nicht selten an der Authentizität des Tagebuchs gezweifelt wurde. Seine Echtheit ist aber inzwischen zweifelsfrei wissenschaftlich bewiesen.

Der Mythos Anne Frank

Anne Frank ist inzwischen wohl das prominenteste Opfer des Nationalsozialismus. Das TIME-Magazin zählte sie 1999 zu den wichtigsten 100 Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts.

Straßen, Schulen und Stiftungen sind nach ihr benannt. Ihr Versteck in Amsterdam dient heute als Museum. Und ihr Tagebuch, literarisches Symbol für den Genozid an den Juden, gilt weltweit als zeitloser Aufruf für Toleranz und Menschlichkeit.

Das Tagebuch ist inzwischen in mehr als dreißig Ländern erschienen und wurde in über sechzehn Millionen Exemplaren verbreitet. Über ihr Schicksal sind mehrere Filme gedreht worden, auch in Romanen wurde Anne Frank verewigt.

Anne Franks Leben verfilmt

Am 3. März kommt die Neuverfilmung von Hans Steinbichler ins Kino, der Anne Franks Geschichte "aus der subjektiven und somit authentischen Erfahrung eines frechen, ungemein klugen Mädchens" erzählt. Die Hauptrolle spielt die beeindruckende erst 16-jährige Schauspielerin Lea van Acken.

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