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Wie smart ist Smart TV?

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Die unmittelbar bevorstehende Umstellung von DVB-T auf DVB-T2 verdeutlicht einmal mehr die Unsicherheiten auf Seiten der Konsumenten im TV-Markt. Zahlreiche Ratgeber erklären die Begrifflichkeiten, aber auch, wo und an welchem Gerät (evtl.) ein Aufkleber ist, der dem Kunden sagt, was zu tun ist.

Gleichzeitig starten die Sender neue Angebote für Smart TV oder HbbTV - auch hier ist zu fragen, wie hoch das Verständnis für diese Begrifflichkeiten bereits ist.

Exkurs: Aus Erfahrungen der Telekom-Industrie lernen

Eine Erinnerung an die Telekommunikation der letzten 10 Jahre zeigt: Technische Akronyme sind nicht das, was der Kunde sucht. WAP / UMTS oder auch ADSL / VDSL stehen aus Kundensicht für "schnelles Internet" - entweder mobil oder leitungsgebunden. Alles andere sind Details, die in der Vermarktung nichts zu suchen haben. Denn die Begeisterung technischer Produktmanager und Ingenieure über die Spezifika ihrer Übertragungstechnologien war schon häufig nicht konsequent aus Kundensicht gedacht. Hierzu müssen wir uns nur kurz in Erinnerung rufen, dass für viele Kunden lange "T-DSL" und "ADSL" Synonyme waren.

Im mobilen Internet floppte das als WAP-Konkurrenz gelaunchte Portal iMode in 2008 recht sang- und klanglos. Und auch WAP selber ist zwar als Technologie noch vorhanden, an attraktiven Angeboten mangelt es jedoch. Beide Einschnitte liegen zeitlich kurz nach Beginn der ersten Smartphone-Welle: Auf einmal gab es schöne Devices mit anwenderfreundlichen Oberflächen - welchen Kunden interessiert die dahinter liegende Technologie?

Und aus eigenen Fehlern lernen

Zurück zum TV: Wer erinnert sich noch an MHP? Anfang der 2000-er Jahre sollte die "Multimedia Home Platform" der Standard für neue TV Formate werden und vor allem die Kommunikation zwischen Kabelnetzen und Set Top Boxen verbessern. Doch obwohl diverse Konsortien mehrere Jahre an der Technik arbeiteten, kam es nie zum Durchbruch. Beispielsweise zogen sich ARD und ZDF bereits 2007 aus dem Thema zurück.

Zu schnell schreitet die technologische Entwicklung voran, langwierige und aufwändige Gremienarbeit zur Standardisierung kommt hier häufig nicht hinterher. Im Zeitalter von Amazon Fire TV oder Google Chromecast klingt die Suche nach dem besten Standard für ein Protokoll zwischen Kabelnetz und Set Top Box bereits wenige Jahre später nicht mehr relevant.

Wann wird TV wirklich smart?

Nun also Smart TV - oder doch HbbTV? Bezeichnet Smart TV zunächst jede Art von Internet-fähigen TV-Geräten und ihrer zugehörigen Services, ist HbbTV genau genommen eine Teilmenge hiervon.

Die Besonderheit von HbbTV ist die "hybride" Kombination von TV-Signal und Online-Zugang. Anfangs wurde HbbTV daher häufig als Weiterentwicklung des Videotext Angebotes angesehen. Doch während es im Videotext noch OK war, ein paar Ziffern per Fernbedienung einzugeben, ist das Ausfüllen von Formularen oder Webseiten unhandlich.

Warum eigentlich sehen TV-Fernbedienungen von Smart TV Geräten nicht aus wie Smartphones?

Oder warum klingt es so kompliziert, ein iPad als HbbTV Steuerung zu nutzen: Rote Taste -> EPG -> Plus-Symbol -> QR-Code -> Browser -> EPG -> Kopplung erfolgreich?

Quo vadis?

So lange Smart TV es nicht schafft, den Convenience-Aspekt von Smartphones und Tablets in der Bedienung zu adaptieren, scheint es ein realistischeres Nutzungs-Szenario zu sein, dass Tablet und Smartphone als die eigentlichen smarten Devices parallel zum klassischen "lean back" TV genutzt werden. Und trotz der Euphorie über Online-Mediatheken und Anbieter wie Netflix ziehen im klassischen linearen TV manche Formate immer noch ein Millionenpublikum an. Hier gilt es, neue Angebote speziell für das Smart TV zu definieren, die so Mainstream-tauglich sind, dass sie schnell eine hohe Marktrelevanz erreichen.

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