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Konservativ sein heißt, aus Erfahrungen von gestern zu lernen

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BRZEZINSKI CDU
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Die Frage, was konservativ zu sein heute bedeutet, stellt sich einem in ganz besonderer Weise, wenn man Vorsitzender eines sich selbst konservativ nennenden Jugendverbandes in der größten deutschen Metropole ist; dort, wo das Wort "konservativ" bei vielen Menschen nicht unbedingt die beste Konnotation hat.

Das liegt (auch) daran, dass dieses Wort weithin falsch verstanden wird. Konservativ zu sein, bedeutet eben nicht, im "gestern" zu leben oder sich frühere Zeiten zurück zu wünschen.

Mehr zum Thema: Drittklässlerin führt ihre konservative Lehrerin mit diesem Lückentext vor.

Es bedeutet viel mehr, das "gestern" bei der Bewältigung heutiger und künftiger Herausforderungen und Probleme nicht zu vergessen. Traditionen oder Bewährtes nicht reflexhaft als überholt und unnötig anzusehen, sondern mit Neuem zu verbinden und somit "modern" zu machen.

Sich an Konstanten festhalten

Gerade in einer Stadt wie Berlin, in der sich die Welt oft schneller zu drehen scheint als anderswo, in der geradezu jeden Tag etwas Neues entsteht, ist die Besinnung auf gesellschaftliche und auch politische Konstanten heilsam; das gilt für politisch Verantwortliche gleichermaßen als auch für jeden Einzelnen.

Und es gilt ganz besonders für unsere Generation, die so viel weniger Sicherheiten hat als die vorherigen, für die es viel weniger Gewissheiten zu geben scheint. Da ist es kein Zufall, dass immer mehr junge Menschen heute, eben auch in Berlin, sich viel konservativer verhalten, als beispielsweise die Generation ihrer Eltern.

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Aus Erfahrungen lernen

Politisch konservativ ist es, bei Entscheidungen und der Entwicklung von Ideen und Konzepten in der Vergangenheit gewonnene Erfahrungen zu berücksichtigen, dabei fortschrittlich zu denken, an alle Menschen in all ihrer Unterschiedlichkeit zu denken und, nicht zuletzt, dem Einzelnen möglichst viele Entscheidungsfreiheiten zu lassen.

Auch wenn "konservativ" wörtlich "bewahrend" heißt, will der heutige Konservatismus, wie ich ihn verstehe, nicht bewahren um des Bewahrens Willen, sondern Zustände in unserer Gesellschaft, Kultur, Wirtschaft erhalten, herstellen oder erneuern, die für möglichst viele bewahrenswert sind. Dabei muss man in erster Linie nach vorne sehen, während man das heute und gestern im Bewusstsein hat.

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