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25 Tipps, wie Du minimalistischer leben kannst (innerhalb einer Stunde)

28/07/2016 10:45 CEST | Aktualisiert 29/07/2017 11:12 CEST
Thanasis Zovoilis via Getty Images

"Wer seinen Wohlstand vermehren möchte, der sollte sich an den Bienen ein Beispiel nehmen. Sie sammeln den Honig, ohne die Blumen zu zerstören. Sie sind sogar nützlich für die Blumen." (Siddhartha Gautama Buddha, Begründer des Buddhismus, 6. Jhd. v. Chr. - 5. Jhd. v. Chr.)

Ist dein Leben zu kompliziert? Bist du oft in Eile? Hast du Geldsorgen? Geht dir das Aufräumen und Putzen auf die Nerven? Möchtest du mehr Zeit mit Dingen verbringen, die dir Spaß machen? Dann könnte der Minimalismus dein Weg aus dem Schlamassel sein. Seit ich minimalistischer leben gelernt habe, kenne ich solche Sorgen kaum mehr.

Die Frage, was Minimalismus ist, beantwortet jeder ein wenig anders. Ich verstehe darunter, sich vom Ballast zu befreien, um sich den Dingen und Menschen widmen zu können, die einem wichtig sind. Dieser Ballast kann unterschiedliche Formen annehmen, angefangen bei materiellem Überfluss über leidige Verpflichtungen und Routine bis hin zu negativen Beziehungen.

Minimalistischer leben bedeutet nicht, in eine winzige Wohnung zu ziehen, das Auto zu verkaufen, die kriselnde Beziehung zu beenden oder den Job hinzuschmeißen. Man muss auch nicht gleich ein Wochenende lang die Abstellkammer entrümpeln.

25 Tipps, wie du minimalistischer leben kannst

Kleine Veränderungen bringen bereits mehr Einfachheit, Klarheit und Freiheit in dein Leben. Ich habe 25 Tipps zusammengetragen, wie du minimalistischer leben kannst. Jeden der Vorschläge kann man in weniger als einer Stunde umsetzen.

1. Lebe unter deinen Verhältnissen, innerhalb deiner Möglichkeiten und für Deine Träume.

2. Kaufe nur Dinge, die du brauchst. Wenn ich zum Beispiel in einem Geschäft ein schönes Hemd entdecke, stelle ich mir auf dem Weg zur Kasse die folgenden Fragen: Besitze ich noch keine schönen Hemden (doch, ich besitze zehn schöne Hemden)? Würde sich mein Leben durch den Kauf verbessern (nein)? Würden für mich Nachteile entstehen (ja, ich müsste mehr arbeiten und mein Kleiderschrank würde platzen)? Im Zweifel schiebe ich den Kauf auf. Meist habe ich das Objekt der Begierde nach Verlassen des Geschäfts wieder vergessen.

3. Lege den Inhalt deines Geldbeutels auf einen Tisch und halbiere ihn (den Inhalt, nicht den Geldbeutel und schon gar nicht den Tisch). Vielleicht ist das eine gute Gelegenheit, die eine oder andere Kundenkarte loszubekommen?

4. Geh deine Schuhsammlung durch und sortiere alle Schuhe aus, die du seit zwei Jahren (Fortgeschrittene: seit einem Jahr) nicht mehr getragen hast. Für sehr gut erhaltene Markenware konnte ich bei eBay hohe Preise erzielen. Ansonsten spende ich Schuhe und Kleidung an soziale Einrichtungen.

Räume die Benutzeroberfläche deines PCs oder Laptops auf

5. Zieh den Stecker deines Fernsehers und verstaue das Gerät für einen Tag, für eine Woche, für einen Monat, für ein Jahr oder für immer in der Abstellkammer, im Keller, im Speicher oder in der Garage.

6. Schnapp dir ein Buch, das du schon seit Ewigkeiten lesen wolltest, und mache es dir auf der Couch bequem.

7. Wenn dein Bücherregal nichts hergibt, melde dich in der Bücherei deiner Stadt an. Das Ausleihen kostet meist nur eine geringe Jahresgebühr, da die Bibliotheken mit Steuergeld finanziert werden. Du wirst über die Auswahl an Büchern und anderen Medien wie Zeitschriften, DVDs und E-Books überrascht sein. Oft ist es möglich, praktisch jedes erhältliche Buch über die Fernleihe zu bekommen.

8. Klebe einen 'Keine Werbung! Keine kostenlosen Zeitungen!'-Aufkleber an Deinen Briefkasten. Minimalistischer leben kann so einfach sein.

9. Räume die Benutzeroberfläche deines PCs oder Laptops auf. Ich vergleiche solch einen minimalistischen Desktop gerne mit einem aufgeräumten Schreibtisch.

10. Trage dich aus jedem Newsletter aus, den du bekommst, aber nicht mehr liest. Dies gilt selbstverständlich auch für meinen Newsletter.

Sag Ja oder Nein

11. Bist du bei mehreren Social Media angemeldet und fragst dich, warum eigentlich? Dann melde dich bei der Plattform ab, die du am wenigsten nutzt oder am wenigstens magst. Ich habe meine Accounts bei XING und Stayfriends gelöscht und überlege, auch Pinterest zu verlassen.

12. Sag Ja oder Nein. Vermeide "Vielleicht", "Jein", "Mal sehen" und "Wir rufen uns zusammen".

13. Räume den Kofferraum und den Innenraum deines Autos auf. Alles was dort nicht hingehört, kommt an den dafür vorgesehenen Platz. Müll wird entsorgt.

14. Verzichte für alle Strecken bis zu einem Kilometer auf das Auto und auf öffentliche Verkehrsmittel. Gehe stattdessen zu Fuß (oder nimm das Fahrrad). Dies ist die minimalistischste Art der Fortbewegung, schont Umwelt und Geldbeutel und hält Dich fit. Ich mache mittlerweile Strecken bis zu zwei Kilometer zu Fuß und überlege, mein Auto zu verkaufen.

15. Leere deinen Kühlschrank, putze ihn gründlich und räume dann Stück für Stück wieder ein. Die Lebensmittel, die nicht mehr gut sind, werden entsorgt. Die Lebensmittel, die noch gut sind, Du aber nicht magst, kannst Du Nachbarn oder Freunden anbieten. Und die Lebensmittel, die nicht mehr lange haltbar sind, bekommen einen eigenen Platz im Kühlschrank und werden beim nächsten Kochen verwendet.

16. Entdecke die Einfachheit beim Kochen. Es gibt zahlreiche Gerichte, die schnell gehen, gut schmecken und kaum mehr als eine Handvoll Zutaten benötigen: eine Rote Linsensuppe; Rohkost aus Äpfeln, Karotten, Rote Bete, Banane und Olivenöl; eine Kartoffel-Pilz-Pfanne; Pizza Marinara, die nur mit Tomaten, Knoblauch, Olivenöl und Oregano belegt wird.

Geh nach draußen

17. Iss langsam, mit Genuss und ohne Ablenkung. Musik hören, E-Mails schreiben oder Zeitung lesen ist Ablenkung.

18. Geh nach draußen und betrachte den Sternenhimmel. Ist der Himmel bedeckt oder ist es Tag, schließe die Augen und stelle dir den Sternenhimmel vor.

19. Zeit und Nerven kann man sparen, wenn man seine Wocheneinkäufe nicht am Freitag Nachmittag oder Samstag erledigt.

20. Der Samstag ist ideal um ein Museum zu besuchen oder Ausflüge in die Natur zu unternehmen. Wenn ich an Samstagen durch Franken wandere, wundere ich mich oft, dass ich die Wege fast für mich alleine habe. Dann fällt mir ein, dass gerade halb Deutschland die Fußgängerzonen und Einkaufszentren stürmt.

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21. Stehen in Deinem Kalender geschäftliche oder private Termine, die du nicht unbedingt wahrnehmen musst und zu denen du überhaupt keine Lust hast? Dann sage sie ab.

22. Verbringe stattdessen Zeit mit den Menschen, die dir wichtig sind, mit deinem Partner, deinen Kindern, deiner Familie und deinen echten Freunden.

23. Arbeite weniger. Ein Gespräch mit dem Vorgesetzten oder der Personalabteilung klärt über die Möglichkeiten auf. Mit diesen habe ich gute Erfahrung gemacht: Überstunden vermeiden, unbezahlten Urlaub nehmen, Arbeitszeit reduzieren anstelle einer Gehaltserhöhung, ein Sabbatical einlegen, kündigen.

24. Lass dich von '100 Minimalismus-Zitate aus 4 Jahrtausenden' inspirieren.

25. Entkoppel dich ab und zu - vom Internet, vom Handynetz, von der Telefonleitung, vom Knopf im Ohr. Am besten schaffe ich das in der Natur. In den Alpen empfinde ich es als befreiend, stundenlang "zwangsentkoppelt" zu sein.

Der Beitrag erschien ursprünglich auf Einfach Bewusst.

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Was braucht es für ein gutes Leben?

Das größte Auto, das neueste Smartphone, die teuerste Wohung... Hauptsache mehr, viel und teuer. Für viele Menschen mag das die Erfüllung des Lebens sein, doch es gibt auch eine Gruppe, die das ganz anders sieht.

Minimalismus heißt der Trend, sich von allen unnötigen Dingen zu lösen. Was haltet ihr davon? Diskutiert mit. Schreibt uns eine E-Mail an Blog@huffingtonpost.de

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