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Meine Sicht der Dinge: Warum aus Bildern Vorbilder werden können

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Bilder sagen mehr als 1000 Worte - das wissen wir alle. Und genau deshalb werden jedes Jahr am 11. Oktober berühmte Gebäude und Objekte in ganz Deutschland pink angestrahlt. Der Grund: Der „International Day of the Girl Child", zu gut Deutsch: der Welt-Mädchentag. Dieser von den Vereinten Nationen initiierte Aktionstag soll auf die weltweit vorhandenen Benachteiligungen von Mädchen hinweisen. Warum wir alle Tag für Tag von solchen (Vor-)Bildern profitieren können...

Egal ob in der Tageszeitung, auf dem Plakat auf dem Weg in die Arbeit oder beim Fernsehen - wir alle werden tagtäglich mit unzähligen Bildern konfrontiert. Viele verblassen innerhalb kürzester Zeit, manche aber brennen sich für immer in unser Gedächtnis. Mir geht es zum Beispiel so, wenn ich an die erst 17-jährige Malalah Yousafzai denke, die ihren Kampf für Kinderrechte fast mit ihrem eigenen Leben bezahlt hat, schlussendlich aber für ihren Mut meiner Meinung nach zurecht mit dem Friedensnobelpreis belohnt wurde. Solche Bilder sind für mich einerseits ganz klar Symbole für den Terror, andererseits symbolisieren sie in meinen Augen gleichzeitig auch einen immensen Fortschritt. Denn: Sie zeigen, dass sich nicht nur das Weltbild, sondern auch das Bild der Frau medial gewandelt hat.

Spiegelbilder der Gesellschaft

Früher habe ich als Bildredakteurin vergebens nach Bildern zum Thema „weibliche CEOs", „arbeitende Mutter", oder „Frau Business Meeting" gesucht - heute haben wir dank der immer größer werdenden Vielfalt schon fast die Qual der Wahl. Und das ist auch gut so: Denn es braucht (Vor-)Bilder, damit Mädchen und junge Frauen ihre Zukunft visualisieren können.

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(c) Getty Images / Sam Edwards

Mir ist es bei meiner Arbeit bei Getty Images daher unglaublich wichtig, dass wir Frauen zeigen, die als Vorbilder im wirklichen Leben stehen. Sicherlich sind viele Bilder nicht unumstritten. So haben wir in den 90ern die Supermodels gesehen, viele von ihnen arbeiten noch immer sehr erfolgreich. Und auch wenn sie als laufende Kleiderständer häufig eher abfällig und argwöhnisch betitelt wurden, man ihnen Intelligenz und Business-Sinn absprach, so sind sie doch erfolgreiche Geschäftsfrauen, die ihren Körper und ihr Aussehen zu ihrem Kapital gemacht haben und in mitunter 20-jährigen Karrieren große Unternehmen geschaffen haben. Und damit symbolisieren sie nicht mehr nur Schönheit, sondern starke Frauen, die wirtschaftlich - trotz der Vorurteile - erfolgreich sind und Führungspositionen einnehmen.

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(c) Getty Images / Hinterhaus Productions

Ganz neu auf der Bildfläche erschienen sind Influencer - auch hier sind es mehrheitlich Frauen, die sich der Mode und dem Life-Style verschrieben haben, von Fashion Week zu Fashion Week fliegen, in den schönsten Hotels der Welt leben, immer hübsch, clean und positiv in die Kamera schauen und ihr Millionenpublikum an jeder Entwicklung ihres Tages teilhaben lassen. Sie sind die neuen Stars, Vorbilder der nachfolgenden Generation. Wieder hört man Kritik, wie bei den Models vor 20 Jahren: Sie schaffen ein falsches Bild, ein falsches Frauenbild; die Fotos sind häufig bearbeitet, um Stereotypen zu bedienen. Ja, das stimmt wohl in den meisten Fällen. Die Message, die die Teenager hier hören sollten, ist: „Du kannst das auch. Du kannst mit Deinen Bildern Deine Geschichte erzählen. Selbstbewusst und stark sein. Wenn ich das geschafft habe, schafft ihr das auch." Und das ist die wohl wichtigste Botschaft für junge Menschen: Sie sollen an sich und ihre Möglichkeiten glauben, Träume haben und diese Realität werden lassen. Und das nicht nur am „International day of the Girls Child", sondern jeden Tag aufs Neue.

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(c) Getty Images / Brian Dowling

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(c) Getty Images / Christian Vierig