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Die Berliner Modeszene im Wandel der Zeiten und Trends

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Es ist ein Traumjob: durch Europas Hauptstädte reisen auf der Jagd nach Bildern und Trends bei Fashion Weeks, Film Festivals, Parties, Shop Eröffnungen - you name it!

Geboren und aufgewachsen in Berlin habe ich überall gearbeitet: Paris, Montreal, Berlin. Nach Erfahrungen beim französischen Fernsehen und im deutschem Boulevard-Journalismus bin ich zu Getty Images in München gegangen. 10 Jahre ist das nun her und mittlerweile leite ich die europäische Entertainment Produktion. Wir berichten von jedem größeren Entertainment Event weltweit, über 70.000 Entertainment Events pro Jahr: Preisverleihungen, Fashion Weeks, Film Festivals. Mein Team besteht aus Fotografen, die die besten Bilder einfangen. Editoren, die diese Bilder von Kamera zu Kunde in unglaublichen 59 Sekunden schicken. Und Assignment Editoren, die das Tagesgeschäft planen und für einen reibungslosen Ablauf sorgen.

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© Vladimir Rys/Getty Images

Vor zehn Jahren, zur gleichen Zeit als ich bei Getty Images zu arbeiten begann, öffnete die Mercedes-Benz Fashion Week ihre Pforten. Im Juli 2007 verlief der Runway noch gradewegs durch das Brandenburger Tor, das Herz der Stadt. Die Fashion Week war ‚the place to be'. Instagram und Snapchat existierten noch nicht und Fashion Blogger sowie YouTube-Stars waren noch nicht einmal am Horizont erkennbar. Die schreibende Presse berichtete über Mode und Berlin war die deutsche, wenn nicht europäische Modehauptstadt, mit Michael Michalsky als ihrem Modepapst.

Fashion in Berlin war wie die Stadt: dreckig, anders, gefährlich, zerrissen, underground und sexy. Berlin war das ‚Enfant terrible' aller Fashion Weeks, verglichen mit Paris und Mailand war es innovatif und anders und Designer gaben viel darum, ihre Mode dort zeigen zu dürfen.

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© Peter Michael Dills/Getty Images

Seitdem hat sich vieles verändert. Andere Modemessen wie die Premium, der Modesalon, die Panorama, Seek etc. finden zur selben Zeit statt und profitieren davon, daß Käufer und Journalisten in der Stadt sind. Gleichzeitig sind international renommierte Designer wie Wolfgang Joop, Talbot Runhof, Hugo Boss und Philipp Plein mit ihren Shows in andere Modemetropolen gezogen (und nur wenige sind bisher zurückgekommen).

Fashion Blogger und Influencer bekommen heute vorzeitigen Zugang Backstage, ihre Kommentare über die Kollektionen erreichen einige hunderttausend oder gar Millionen von Followern auf den Social Media Plattformen. Ihr Einfluß ist oft wichtiger als ein Artikel in einer Zeitung oder einem Modemagazin.

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Die Bread&Butter, vormals in Köln, ist nach Berlin gezogen und gehört nun zu Zalando, einem großen Internet-Modekonzern. Diese Show ist anders, hat ein Datum außerhalb der anderen lokalen Messen gesucht und kombiniert nicht nur verschiedene Fashion Shows sondern auch Events und Konzerte - es ist ein Lifestyle Festival mehr als eine Fashion Week. Die Zukunft wird zeigen ob es das bessere Konzept ist, aus Mode eine direkte persönliche Begegnung zu machen im Gegensatz zu den bisher üblichen exklusiven Veranstaltungen für die Branche. Auf diesem Weg umgeht die Bread&Butter die Einkäufer sowie Journalisten und kommuniziert direkt mit den Endkunden.

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© Timur Emek/Getty Images for Marc Cain

Wie die Modebranche, so hat sich auch unsere Arbeit auf den Fashion Weeks verändert. Das erfolgreichste Produkt ist momentan Street Style. Bilder von Modemenschen und Fashion-Ikonen - darunter bekannte Gesichter wie Caro Daur genauso wie unbekannte Fashion-Liebhaber - die zu den Shows kommen, sind die meist gesuchten. Warum? Weil sie anders sind. Sie wirken nicht inszeniert und transportieren damit Authentizität. Ihr ‚Look&Feel' spricht die Sprache unserer Zeit: Social Media, Filter, Boheme.

Am Puls der Zeit sein und visuelle Trends zu spüren ist unser tägliches Brot - und so jagen wir weiter, Tag für Tag.

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© Franziska Krug/Getty Images for Marc Cain

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