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6 wesentliche Haltungen für zukünftige Innovation

22/07/2017 16:32 CEST | Aktualisiert 05/08/2017 14:09 CEST
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Dieser Beitrag entstand in Zusammenarbeit mit dem Food Innovations Netzwerk HERMANN'S.

Egal in welchem Bereich des Lebens - Erfolg lebt von Innovation. Deswegen sollte man Bereitschaft und Akzeptanz für Veränderung zeigen. Hier sind sechs wesentliche Haltungen, die sie dafür verinnerlichen sollten.

1. Offenheit

Die erste wesentliche Einstellung ist die selbstverständliche Bereitschaft, offen zu sein - dazu zählen Vielfalt und Interdisziplinarität. Unvoreingenommen zu sein und sich auf möglichst breitgefächerter Basis mit Menschen, Themen, Ideen und Branchen auseinanderzusetzen bereitet den Boden für Innovation.

Wer immer nur das eigene Netzwerk anzapft, der, nun ja, fischt immer im selben Teich. Auf Dauer werden so die Ressourcen erschöpft.

Gewinner werden die sein, die Zugang zu neuen und unvermuteten Formen der Einsicht und Partnerschaften haben.

Darum ist es entscheidend, dass wir da draußen sind, neue Gewässer erforschen und mit neuen Fischern zusammenarbeiten.

TFF ist vom Aufbau her facettenreich und interdisziplinär. Jeden Tag habe ich die Chance mit allen möglichen Arten von interessanten Menschen zu sprechen, die außerhalb der traditionellen Ernährungs- und Agrardomänen agieren: Architekten, Ingenieure, Designer, Künstler, Datenanalysten, Wohlfühlexperten, Hacker, Astronauten und viele mehr!

Next generation innovation bedeutet: Erkenntnisse von jedermann und jederfrau zu gewinnen, überall, zu allen Themen. Und neue Wege zu finden, diese unverhofft auftauchenden Punkte zu verknüpfen - um neue Ideen und Durchbrüche zu schaffen.

2. Kollaboration

Next generation Innovatoren sind geboren, um zu kollaborieren. Wir gedeihen im Teamwork und der Fähigkeit, Verbindungen aufzubauen.

Dank Technologie und Offenheit bedeutet der Ansatz der Next Generation, dass jeder zu allem mit allen zusammenarbeiten kann - überall und jederzeit.

Nehmen wir beispielsweise die letztjährigen Gewinner der TFF Challenge: Kulisha. Ihr Team ist in der ganzen Welt verstreut und wurde über eine Verbindung zusammengebracht - Viraj, der in Kenia aufwuchs und die Brown University besuchte.

Durch connections, die in seiner Heimatstadt gemacht wurden, über Ausbildung und ein Praktikum, ist es ihm gelungen, eine Gruppe unterschiedlicher Leute mit unterschiedlichen Hintergründen aus Costa Rica, den USA und Ostafrika zusammenzubringen.

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Als Digital Natives kennt die Next Generation keine Welt, in der man nicht mit Menschen auf der anderen Seite des Globus in Echtzeit kollaborieren kann.

Man bedenke: momentan haben 4 Milliarden Menschen keinen Internetzugang. Sie haben niemals etwas online gekauft, oder entdeckt wie leicht es ist, kostenlos eine neue Fertigkeit über YouTube zu erlernen oder einen Kurs der Khan Academy zu belegen.

Aber all dies ist im Begriff sich zu verändern.

Was wird in den kommenden Jahren passieren, wenn das Internet allgegenwärtig, ultraschnell und kostenlos ist und sich die Aneignung von Smartphones der 100% Marke nähert?

Wie denkt man Vielfalt, wenn tragbare Übersetzungstechnologien wie Pilot und Online Plugins wie Skype Translator in der selben Sprache online kommunizieren lassen? Ich denke da viel drüber nach, ich habe zwei Jungs... Werden die überhaupt noch wissen, was eine Sprachbarriere ist?

3. Denkweise von Debutanten

Next-Gen Innovatoren verfügen über jugendliche Naivität und intrinsische Neugier, die es uns erlaubt, mit einem frischen und unverbrauchten Ansatz Problemen gegenüberzutreten, frei von vorgefassten Meinungen.

Statt gleich Meinungen zu bilden oder Ideen auf Basis fest verwurzelter Weisen, die Dinge anzugehen, zu verwerfen, sehen wir etwas anderes: einen neuen Weg oder eine neue Möglichkeit und stellen instinktiv viele Fragen - Warum? Was wäre, wenn? Was bräuchte es, um...?

Dieser neugierige nsatz ist mit Sicherheit erfrischend aber er ist auch sehr, sehr wichtig. Die Geschichte zeigt, dass die besten Innovationen selten von den Fachleuten ihres Gebietes kommen - fast immer rühren sie von denen her, die sich nicht scheuen „dumme Fragen" zu stellen.

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Viele von euch werden die Story von FoPo Food Power - unseren TFF Challenge 2013 Zweitplazierten - kennen. Dieses Team von Food Innovation und Product Design Studenten hat ein köstliches und nahrhaftes Pulver erfunden, das vielfach Anwendungen findet, in der Molekulargastronomie, für Smoothies, in der humanitären Nahrungsmittelhilfe und in der Raumfahrt.

Food Powder ist gängig in der Food Industrie, also was haben sie anders gemacht, dass man auf sie aufmerksam wurde? Sie haben ihr Pulver aus fast abgelaufenen Produkten gemacht, das Supermärkte du Farmer ansonsten weggeworfen hätten.

Als ich zum ersten Mal davon hörte, war ich begeistert davon, in welch eleganter Weise diese Idee einfach ist... Und dass niemand bislang auf diese Idee gekommen ist! Sie hatten eine sehr einfache und dabei sehr effektive Idee. Allein aus dem Grund, dass sie sich den Status Quo ansahen und dank der Denkweise von Debutanten einen besseren Weg fanden.

4. Unternehmerische Methoden

Die nächste wesentliche Einstellung betrifft die Methoden des Entrepreneurs. Es bedeutet etwas auszuprobieren, auch wenn es nur um des Lernens willen selbst geschieht und das mögliche Scheitern zu begrüßen. Es bedeutet, dass es okay ist, in einer Welt des raschen Wandels dauerhaft im „Betamodus"" zu sein.

Was ich in meiner Zeit, in der ich bei TFF den Hut aufhabe, gesehen habe ist, dass die Next Generation immerzu Dinge ausprobiert, experimentiert, Ergebnisse teilt, lernt und es wieder versucht. Ein bisschen wie die wissenschaftliche Methode.

Manch einer meint, das wäre das Resultat von Millennials, die Videospiele spielend aufgewachsen sind. Wer in der Welt der Games auf einem Level scheitert, kann beim nächsten Versuch einen anderen Ansatz ausprobieren, um das nächste Level zu erreichen. Und genau wie im Videospiel muss sich kein Entrepreneur fürs Scheitern schämen.

Ein anderer Faktor, der hierzu beiträgt sind die signifikant gesunkenen Kosten, die mit dem Bereich Prototyping, Experiment und „Scheitern" assoziiert werden. Nie war es günstiger oder einfacher ein Risiko einzugehen bei der Suche nach dem Durchbruch - das gilt sogar für Wissenschaft, einschließlich der Modifizierung von Nahrung und Pflanzen.

Die DIY Bio-Bewegung ist ein großartiges Beispiel hierfür. Tüftler und Nicht-Experten versammeln sich in Kellern, Garagen und provisorischen Laboren, um zu basteln und neue Lösungen zu kreieren.

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Nehmen wir zum Beispiel unseren Freund Sebastian Cocioba. Sebastin hat dss College abgebrochen und ist zurück zu seinen Eltern gezogen, um dort ein freies Schlafzimmer in ein Biologie Lab zu verwandeln. Er hat sich übers Internet Genetic Engineering beigebracht, Equipment aus zweiter Hand besorgt und postet schier endlos Updates seiner Forschungen auf Facebook. Er lädt ein zu kommentieren, zu fragen und feedback zu geben von buchstäblich jedem.

Vor ein paar Jahrzehnten war dieser Ansatz in Wissenschaft und Forschung undenkbar. Damals hatten ausschließlich Universitäten und große Unternehmen die Kapazitäten, um zu experimentieren.

Heute haben Innovatoren mit Unternehmergeist Zugang zu kraftvollen Technologien, die jährlich besser, schneller, günstiger und einfacher nutzbar werden.

Und weil diese Gemeinschaft von DIY Innovatoren einen starken Pay-It-Forward (Gib's weiter) Ethos pflegt, sehen wir ihre Entdeckungen in Open-Source Journals und sozialen Medien veröffentlicht, so dass wirklich jeder auf dieser Welt ihre Forschung wirksam begutachten, duplizieren, prototypisch testen sowie in eigene Erfindungen integrieren und einbauen kann.

Diese Demokratisierung von Innovation deckt auch die Finanzierung mit ab. Wissenschaftler sind nicht länger abhängig von Forschungsstipendien, sie können sich nach „offeneren" Modellen umsehen, wie z.B. crowdfunding, Anreiz- und Bonus-orientierte Wettbewerbe oder sich mit lokalen Acceleratoren zusammentun.

All das bedeutet, das die Fähigkeit zu lernen, zu verstehen, zu kreieren und Innovation zu befördern für immer mehr Menschen möglich wird. Und das ist in der Tat eine tolle Sache!

5. Sinn vor Gehalt

Studien zeigen, dass die Next Generation hochgradig zielorientiert ist, und dass Millennials in erster Linie von sinnvoller Arbeit motiviert werden und die Möglichkeit echte Wirkung zu erzeugen höherer Entlohnung vorziehen.

Jedes einzelne TFF Projekt ist beispielhaft für diesen Punkt. Ich werde kurz einige nennen, die sich hervorheben:

Team Biteback, TFF Challenge Zweitplazierte (2016), haben ein Öl und Butter zum Kochen aus Insekten entwickelt. Motiviert wurden sie von der Abholzung des Waldes für die Palmölproduktion in ihrer Heimat Indonesien, deren Zeuge sie täglich sind.

Team Fruiti-Cycle, Take it to the Farmer Prize Winners (2016), sahen wie Farmer in Uganda zu kämpfen hatten, ihre frischen Erzeugnisse auf den Markt zu bringen und haben hierfür einen Kühlraum erfunden, der sich auf dem Fahrrad anbringen lässt.

Unibiome, Kirchner Prize Winners (2016), steigern die Wirkung von Mikroben, die den Nähwert fermentierter Nahrungsmittel weltweit verbessern und verfolgen einen „Open Source" Ansatz, um mehr Menschen zu erreichen.

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Es war mal so, dass die Leute einen gutbezahlten Corporate Job mit allen Benefits und finanzieller Sicherheit wollten. Aber für viele, die der Next Generation angehören, ist die Aussicht darauf, einen Unterschied zu machen und entsprechend ihrer Wertvorstellungen zu leben eine derart starke intrinsische Motivation, dass sie bereit sind einen anderen - oftmals schwierigeren - Weg zu beschreiten.

Was bedeutet, dass wir in einer Zeit leben, in der die soziale Verantwortung eines Unternehmens zum alltäglichen Geschäft gehören sollte.

Wer bestmögliche menschliche Kreativität und Leistungsfähigkeit wünscht, muss das, was er tut, so anstellen, dass es die Vorstellungskraft befeuert und die Möglichkeit von Größe aufzeigt!

Geht das auf die „alte Art", indem man Leute für einen speziellen Job einstellt und von ihnen erwartet in ihrer Bahn zu verharren? Vielleicht.

Aber jemand hat mal etwas gesagt wie „Wenn du das machst, was du immer gemacht hast, wirst du bekommen, was du immer bekommen hast."

Und das zu tun, was man immer getan hat in einer Welt des ständigen Wandels ist eine gefährliche Wette..

6. Larger-than-Life-Energie

Nicht zuletzt ist es von erheblicher Bedeutung Magie in Bereiche zu bringen, die als „langweilig" und gewöhnlich gelten - sei es in einem Bereich wie Ernährung und Landwirtschaft oder in unser alltägliches Leben.

TFF läßt große Mengen Energie und Optimismus in alles, was wir tun, einfließen. Wir vermitteln Menschen das Gefühl, das „Larger-than-Life" möglich ist, erreichbar ist und dass es eine Rolle spielt danach zu greifen. Wir feiern das menschliche Potenzial den Träumer in uns am Leben zu erhalten - der Teil von uns, der weiß, dass besser möglich ist, auch wenn das bei der täglichen Arbeit zuweilen vergessen wird.

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Unser TFF Summit Keynote Sprecher Alpha Sennon sagt: „TFF ist wie eine Droge, die ich einmal im Jahr nehme, um die Energie und Motivation zu gewinnen, die mich den Rest des Jahres am Laufen halten." Dem ist nichts hinzuzufügen, genau das ist der Punkt!

Als Next Generation Innovatoren haben wir die Kühnheit, die uns erlaubt, frei zu denken und zu handeln. Wir inspirieren uns gegenseitig, wir lassen die Neinsager in uns und um uns herum verstummen und wir bringen uns dazu nach den Sternen zu greifen. Wir bündeln unsere Leidenschaft und Energie zu Erfahrungen und Freundschaften, die uns beleben und antreiben. Und darum zweifeln wir nicht an der Wirkung, die wir erzielen.

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Die Zahl der Menschen, die in einigen Jahren Burger, Steaks, und ja, auch Salat essen wollen, steigt dramatisch. Gleichzeitig sehen wir in vielen westlichen Gesellschaften die Folgen ungesunder Ernährung: Wir stehen vor einem Fett- und Zucker-Kollaps.

Doch es gibt längst Ideen und Lösungen für dieses globale Problem. Denen will sich die HuffPost in den nächsten Monaten mit Artikeln, Reports und Expertenbeiträgen widmen.

Dafür arbeiten wir mit der in Berlin entstehenden und von dem Kekshersteller Bahlsen finanzierten Plattform Hermann's zusammen, einer Art Denkfabrik für die Zukunft unserer Ernährung.

Die neue Plattform will die Köche, Wissenschaftler, Blogger, Unternehmer und Firmen zusammenbringen, die sich genau mit diesen Zukunftsfragen beschäftigen.

Die aktuellen Beiträge aus der Kooperation findet ihr hier.

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