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Die Initiative "1 Billion Rising" kämpft gegen Gewalt an Frauen

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"1 Billion Rising" heißt auf Deutsch "1 Milliarde erhebt sich". Dabei handelt es sich um eine weltweite Kampagne, die jährlich am Valentinstag stattfindet. Die Kampagne wurde am Valentinstag 2012 ins Leben gerufen.

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Die Welt tanzt gegen Gewalt an Frauen

Die Welt wird zum Tanz gegen Gewalt an Frauen eingeladen. Frauen, Männer und Kinder treffen sich in großen und kleinen Städten der 194 Staaten unseres Planeten - von winzigen Inseln, wie Palau, bis Gigantenländern wie die USA. Auch Stars wie Jane Fonda, Anne Hathaway, Yoko Ono und Robert Redford unterstützen die Kampagne.

Mit über 9.300 Facebook Fans hat die Kampagne in Deutschland schon seit mehreren Jahren Fuß gefasst. Am vergangenen Samstag wurden über 100 Städte als Teilnehmer der Kampagne auf der offiziellen Webseite von "1 Billion Rising" in Deutschland registriert.

Sprenge die Ketten

Die Kampagne wurde 2015 zum ersten Mal mit einer Deutschen Version des Liedes zum Tanzen unterstützt. Der englische Titel "Break the Chain" wurde als "Sprenge die Ketten" ins Deutsche übersetzt. Die Sängerinnen Anna Maier und Nicole Bornkessel nahmen den Song mit den Produzenten Andrés Balhorn und Manne Kraski auf.

Helen Butler, die Organisatorin des "1 Billion Rising"-Events in Preston, Großbritannien, erklärt, dass jeder einzelne Schritt durchdacht wurde und seine Bedeutung gegen Gewalt an Frauen ausdrückt. Frau Butler hat das Event bereits zum 3. Mal organisiert und lokale Gruppen, wie die Universität UCLan, die Salsa Gruppe SalsaNorthwest und www.physioroom.de dazu aufgerufen.

Gewalt an Frauen

Die WHO (Weltgesundsheitsorganisation) definiert Gewalt an Frauen als "jeglicher Akt geschlechtsbasierter Gewalt, mit Ergebnis eines physikalischen, sexuellen oder mentalen Schadens an Frauen. Dies schließt Drohungen, Zwang, willkürliche Entbehrung der Freiheit ein, die privat oder öffentlich auftreten können."

Gewalt an Frauen nimmt nicht, wie man vermuten könnte, ab, sondern wächst im Jahresrhythmus. Das Bundesverwaltungsamt bestätigt, dass laut einer Studie der Universität in Bielefeld deutschlandweit 40 Prozent der befragten Frauen eine Art von Gewalt erfahren haben. Dies umfasst die Jahre 2002 bis 2004 und schließt Ausprägungen wie Schläge zu Hause, Frauenhandel, Zwangsprostitution und Vergewaltigung ein.

Die WHO bestätigt, dass weltweit 38 Prozent der Frauen schon einmal eine Art von sexueller Gewalt erfahren haben, sei dies von eigenen Partnern oder Fremden. Die Gewaltquote scheint für abgelegene Gebiete in Ethiopien mit 71 Prozent am Erschreckendsten. Diese Daten wurden in 80 Ländern unter Frauen zwischen 15 und 49 Jahren erhoben.

Aktivitäten der Bundesregierung

Da das Thema Gewalt an Frauen von Jahr zu Jahr stetig ansteigt, führt die Bundesregierung jährliche Maßnahmen ein, die gegen diese Art der Unterdrückung ankämpfen sollen. Mit der Unterzeichnung des Übereinkommens zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt an Frauen hat der Europarat am 11. Mai 2011 zum ersten Mal ein völkerrechtliches Instrument eingeführt.

Wie auf der Webseite des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend erwähnt, besteht ein Übereinkommen des Europarates zur Bekämpfung des Menschenhandels seit 2013. Durch die Einführung eines Sachverständigenausschusses wird die stetige Entwicklung und Einhaltung des Übereinkommens kontrolliert.

Als Teil des Aktionsplan II des Bundesministeriums wurde das bundesweite Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen" 2013 eingeführt. Es soll betroffenen Frauen ein Startsignal geben, dass ihre Stimmen gehört werden.

Viele Nationen planen heute schon den "1 Billion Rising"-Tag für 2016. Mehr Informationen können auf dieser Webseite gefunden werden: http://www.onebillionrising.de/

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