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Wählen bedeutet mitbestimmen

11/03/2016 15:05 CET | Aktualisiert 12/03/2017 10:12 CET
ASSOCIATED PRESS

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Flüchtlinge und sichere Herkunftsländer, Mittelmeer und Balkanroute, Köln und Clausnitz... Machen wir uns nichts vor, zurzeit dreht sich fast alles um dieses eine Thema. Und wenn es mal nicht die Flüchtlingsdebatte ist, dann sind es andere Dinge, die uns aufregen.

Ständig lesen, hören und sehen wir Streit. Streit im Bundestag, Streit bei Anne Will, Streit bei Facebook und immer wieder die Frage: Wann, wo und wer bewegt etwas in unserem Land? Wer trifft die richtigen Entscheidungen? Und welcher Kurs ist überhaupt richtig? Die Antwort: SIE.

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Glaube an den demokratischen Weg

SIE bewegen etwas in unserem Land. SIE entscheiden über den Kurs unserer Republik. SIE haben das Sagen. Klingt Ihnen das etwa zu pathetisch? Haben Sie Zweifel am Funktionieren unserer Demokratie? Okay. Ich werde Ihnen nicht den 10-Punkte-Plan präsentieren, warum Sie wählen gehen sollten. Das ist und bleibt Ihre Entscheidung.

Ich möchte Ihnen jedoch mit meiner persönlichen Geschichte ein paar Gründe aufzeigen, weshalb ich aus eigener Überzeugung an unseren demokratischen Weg glaube. Und warum jeder von uns sogar noch mehr machen kann, als ein Kreuzchen auf dem Wahlzettel.

Ich bin 39 Jahre alt und komme aus Neukölln, einem großen Bezirk im Südosten Berlins. Döner und Currywurst statt Champagner und Canapés, Fabriken und Spätis statt Büro-Lofts und KaDeWe - das ist mein Bezirk und ich bin stolz auf ihn. Bei rund 325.000 Einwohnern mit Wurzeln in aller Welt ist es kein Geheimnis, dass es bei uns nicht nur ein friedliches Multikulti-Miteinander gibt.

Als ich 19 Jahre alt war, hielt Bodo Manegold von der CDU das Ruder in Neukölln fest in der Hand. Er war Bezirksbürgermeister und ich fand, dass er seinen Job gut machte. Aber ich wollte, dass noch mehr getan wird - für eine bessere Integration von Migranten in Nord-Neukölln, für mehr Sicherheit auf dem Hermannplatz, für bessere Straßen und mehr Jugendclubs.

"Mit meinem Kreuzchen kann ich alles zum Besseren machen"

Als ich dann 1994 das erste Mal wählen durfte, fühlte es sich faszinierend, ja geradezu beflügelnd an: „Mit meinem Kreuzchen kann ich alles zum Besseren machen", schoss es mir für einen Moment in den Kopf, als ich im Wahllokal in der Kabine stand. Doch natürlich war und bin ich kein Mensch, der mit einer rosa-roten Brille durch die Gegend rennt.

Das Kreuzchen konnte für mich persönlich nur der Anfang sein. Also entschied ich mich 1996 für einen Parteieintritt und fand in der CDU meine politische Heimat. Seitdem bin ich jeden Tag unterwegs - für die, die mich gewählt und die, die mich nicht gewählt haben. Ich habe in den letzten 20 Jahren unzählige Diskussionen und Verhandlungen geführt, mich mit politischen Gegnern, aber auch Parteikollegen gestritten, und nicht nur Erfolge eingefahren.

Einer Sache konnte ich mir jedoch stets sicher sein: Alle Menschen, die sich, egal in welcher Partei, friedlich (!) politisch betätigen, sind mit Leidenschaft bei der Sache! Diese Leidenschaft führt häufig zu hitzigen Debatten und gelegentlich zu unschönen medialen Schlachten. Und genau diese Leidenschaft bringt unser Land seit 67 Jahren vorwärts.

„Wo gehobelt wird, da fallen auch Späne", sage ich da gerne. Adenauer, Strauß, Brandt, Kohl, Schröder, aber auch Sarrazin oder der Buschkowsky waren gewiss keine netten Kerle von nebenan. Sie haben mitnichten mit jeder Entscheidung ins Schwarze getroffen. Aber sie haben die Menschen für Ideale, wie Freiheit, Gerechtigkeit und Sicherheit, begeistert und immer wieder mobilisiert. Und das ist auch gut so!

Friedlich über Ideale, Probleme und Lösungen diskutieren

Es gibt nichts zu beschönigen: Die Flüchtlingskrise wird andauern. Die Schlaglöcher werden nicht komplett verschwinden. Trotz aller Fortschritte brauchen wir noch mehr Kitas, Schulen, Polizistinnen und Polizisten auf den Straßen. Mit Ihrem Kreuzchen wird nicht alles auf einen Schlag, aber auf Dauer vieles besser.

Sie sorgen mit Ihrem Kreuzchen dafür, dass in diesem Land auf friedliche Weise über Ideale, Probleme und Lösungen diskutiert wird. Sie haben es in der Hand, dass Menschen in den demokratischen Parteien in der Lage sind, etwas bewegen können.

Ob bei der Bundestagswahl im kommenden Jahr, bei der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus im September oder bei den Landtagswahlen in wenigen Tagen, am 13. März in Sachsen-Anhalt, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg.

Und wenn Ihnen selbst das Kreuzchen nicht reicht - engagieren Sie sich! Ob politisch oder ehrenamtlich, Hauptsache friedlich.

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