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Digitale Bildung: Warum Schulen im 21. Jahrhundert ankommen müssen

31/03/2016 14:04 CEST | Aktualisiert 01/04/2017 11:12 CEST
Geber86 via Getty Images

Auch wenn in vielen Bundesländern gerade Ferien sind: Digitale Bildung ist ein Thema, über das die Politik sich Gedanken machen muss. Digitale Bildung ist bereits heute allgegenwärtig - und deswegen besonders wichtig.

Warum?

Weil unsere Welt gerade einen absoluten Wandel durchlebt. Nur ein paar Beispiele: E-Mails sind aus unserem Leben nicht mehr wegzudenken. Mittlerweile lesen wir sie auf dem Handy - vor ein paar Jahren noch undenkbar.

Word, Excel und PowerPoint sind Standard - in unseren jeweiligen Berufen müssen wir zusätzlich mehrere spezielle Programme beherrschen, die es früher so noch nicht gab. Wenn im Büro mal der Drucker nicht funktioniert, schaltet sich die IT in wenigen Augenblicken "in die Leitung" und klärt die Sache - früher musste man einen Tag oder länger auf eine Lösung warten. Und vom Einsatz modernster Soft- und Hardware in Prozessen, die für uns als Laien gar nicht sichtbar sind, ganz zu schweigen.

Einen ganzheitlichen und nachhaltigen Plan gibt es bei uns bisher nicht.

Doch wenn wir einen Blick in unsere Berliner Schulen und auf die Lehrpläne werfen, sieht man nur Kraut und Rüben. Ja, es gibt ein paar interessante Ansätze, wenn Schulleitung oder einzelne Lehrer sich für die Digitalisierung interessieren. Einen ganzheitlichen und nachhaltigen Plan gibt es bei uns bisher nicht. Und das, obwohl Notebooks, Tablets und Smartphones für unsere Kids längst Alltag geworden sind.

Woran liegt das?

Sicherlich auch daran, dass jedes einzelne Bundesland eine eigene Bildungspolitik hat und eine übergeordnete Strategie fehlt. Aber genau das braucht es, um strukturiert und planbar wichtige Bildungsfelder zu erschließen.

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Es ist unstrittig, dass die Digitalisierung global stattfindet und nicht aufzuhalten ist. Gleichzeitig haben wir berechtigte Sorgen über den Schutz unserer Daten oder den Wegfall ganzer Berufe. Daher sind wir als Gesellschaft verpflichtet, über Chancen und Risiken der Digitalisierung differenziert zu diskutieren, statt einseitig alles zu bejubeln oder in eine Angststarre zu verfallen.

Die Schulkinder von heute werden morgen von einer digitalen Arbeits- und Lebenswelt umgeben sein.

Wir wissen nicht, welche Berufe sie in 10 oder 20 Jahren erlernen werden. Und wir wissen auch nicht, ob es diese Berufe heute schon gibt.

Wir müssen uns jedoch darauf einstellen, dass digitale Kompetenzen unserer Kinder in den kommenden Jahrzehnten die Wettbewerbsfähigkeit unserer Wirtschaft bestimmen werden. Und damit auch den Wohlstand unserer Gesellschaft.

Wo muss also etwas in Bewegung kommen?

Medienbildung als Schwerpunkt im Studium für zukünftige Lehrer und verbindliche Fortbildungen für Lehrer, die bereits unterrichten. Schnelle und stabile Internetzugänge an allen Berliner Schulen samt IT-Support und ausreichende Ausstattung mit Geräten - gerne auch unter Einbeziehung privater Geräte, die für den Einsatz in der Schule geeignet sein müssen („Bring-your-own-device"-Prinzip).

Gleichzeitig brauchen wir klare Regeln gegen Datenmissbrauch zum Schutz der Schüler und Lehrer, die das digitale Lernen aber nicht unnötig blockieren. Und wir brauchen einen zeitgemäßen und altersgerechten Informatikunterricht ab der Grundschule sowie den Aufbau von IT-Profilschulen. Wir müssen auch darüber nachdenken, wie wir diese erkannten Voraussetzungen einheitlich an allen Schulen garantieren können.

Ein Gedanke zum Schluss: Die bessere Ausstattung von Schulen mit IT ist keine Diskussion, die als Konkurrenz zur Sanierung von Schulgebäuden zu verstehen ist.

Selbstverständlich brauchen wir funktionierende Toiletten und benutzbare Turnhallen an unseren Schulen. Der digitale Fortschritt darf jedoch nicht erst in den Schulen ankommen, wenn analoge Versäumnisse aufgearbeitet sind. Beides ist wichtig!

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