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Die Digitalisierung hält Einzug in der Möbelindustrie

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Auf den aktuellen Trendmessen wird eines sehr deutlich: Die Digitalisierung hält auch Zuhause Einzug. Sowohl das Heim selbst, als auch der Möbelkauf und sogar die Fertigung von Möbeln ist bereits digital.

Auf der Messe Make-Munich gab es neben den bereits bekannten Roboter-Haushaltshilfen auch 3-D-Drucker zu bestaunen, die ganze Möbel fertigen. Was bedeutet das für die Möbelindustrie? Heißt das vielleicht auch, dass es bald schon Möbelhäuser ohne eigene Möbel geben wird, genau so wie es ja schon Bettenvermittler ohne eigene Betten und Taxiunternehmen ohne eigene Taxis gibt? Oder gehen wir künftig mit einer Virtual Reality Brille online durch die Möbelhäuser und machen es uns derweil zuhause gemütlich? Komfort durch Digitalisierung?

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Ein Trend auch auf der immCologne: Vernetztes Wohnen

Der diesjährige Fokus der vom 18. bis 24. Januar stattfindenden Möbel-Design-Messe immCologne lag ebenfalls sehr eindeutig auf vernetztem Wohnen und digitalen Lösungen fürs Einrichten.

Besucher der immCologne konnten an Führungen zum Thema „Connected Homes" der Gemeinschaftsinitiative „Let's be smart - future of intelligent homes" teilnehmen, die von der Kölnmesse, RFID und der SmartHomePartner GmbH gemeinsam mit Unternehmen wie u.a. Snom, Miele, Viessmann, Grohe, Berling, Marantec, Paperflow und Rheinenergie ins Leben gerufen wurde. Im Bereich Living Interiors konnten Besucher sich ein Bild der derzeitigen Möglichkeiten des vernetzten Wohnens machen. In einer integrierten, intelligenten und innovativen Hausinstallation wurden über 100 smarte Produkte mit ca. 160 vernetzten Aktoren und Sensoren live demonstriert.

Im Rahmen der smarthome-Führung zeigte ein Team Szenarien wie z.B. dass Hausbesitzer die Wohnungstür von unterwegs mittels einer App öffnen können, falls das Kind den Schlüssel vergessen hat und vor verschlossener Haustür steht. Zudem erhält der mobile Bewohner eine Warnung vor unbekannten Eindringlingen, damit dieser unverzüglich die Polizei über den Einbruch benachrichtigen kann.

Intelligente Vernetzung von Wohnkonzepten in Notsituationen kann durchaus Zeit und Aufwand ersparen. Nicht nur der Bereich des sogenannten „Ambient Assisted Living" (=Altersgerechte Assistenzsysteme für ein selbstbestimmtes Leben) für ältere oder kranke Menschen profitiert von den digitalen Möglichkeiten, denn tatsächlich kann jede Generation durch den technologischen Fortschritt an Komfort gewinnen.

Die Möglichkeiten dieser Technologien sind derzeit noch ausbaufähig, aber sie entwickeln sich schnell. Was uns früher durch Filme wie „Matrix, James Bond oder Zurück in die Zukunft" als Science Fiction vorkam, ist nun schon gelebte Realität, wenn z.B. die Frontscheibe einer Mikrowelle oder unser Fenster gleichzeitig ein PC-Monitor ist.

Auch wenn diese neuen Möglichkeiten teilweise noch etwas skeptische Blicke verursachen und Bedenken wie "brauche ich diesen Schnickschnack überhaupt?" auslösen, so wird sich sicherlich auch der kritischste Beobachter bald überzeugen lassen, wenn diese Innovationen ihm in seinem Alltag mehr Komfort und Zeitersparnis bieten können.

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Shopping Apps sind auf dem Vormarsch: 42% der Umsätze werden über mobile Apps generiert

Das Möbel-Shopping selbst wird durch Apps erleichtert, wie z.B. die „Unfold at home App" des Leuchtenherstellers VITA Copenhagen.

Denn wem fehlt es beim Einrichten der Wohnung nicht auch häufig an der Vorstellungskraft wie das Accessoire oder Großmöbel zuhause wirken würde? Hinzukommt, dass ja nicht jeder unbedingt im Loft oder Schloss wohnt, das auf den meisten Werbefotos so schön inszeniert ist.

Mit der Vita App wird einfach ein Foto vom eigenen Wohn- oder Esszimmer per Tablett oder Smartphone gemacht und dann können die Produkte im eigenen Zuhause hin- und her-arrangiert und bei Gefallen auch gleich online bestellt werden. Laut einer Studie von Teradata erzielten Unternehmen im Jahr 2014 bis zu 80% mehr Umsatz, die ihren Vertrieb auf mobile Endgeräte ausrichteten. 42% aller mobilen Umsätze werden dabei über Apps generiert.

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Auch die Marke form.bar wirbt mit dem Slogan „Stell Dir vor, Deine Möbel könnten sich an Deine Wohnung anpassen oder sich einfach nach Deinem persönlichen Geschmack verformen"...Auf der Webseite bietet form.bar einen Konfigurator zur Online-Gestaltung des eigenen Mobiliars.

So kann für eine spezielle Ecke zuhause das maßgefertigte Regal online gestaltet und danach bestellt werden. Wer jedoch nicht gleich selbst zum Designer anvancieren möchte, hat im Online-Katalog zusätzlich die Möglichkeit, sich ein passendes Design auszusuchen. Hinter Form.bar steht die Okinlab GmbH, die den Gründerwettbewerb der Universität des Saarlandes 2013 gewonnen hatte.

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Der Designer Yves Béhar, der u.a. den ersten Bluetooth Lautsprecher "Jawbone Jambox" oder „Up", das Fitnessarmband entwickelt hatte, bringt es schön auf den Punkt: „Design und Technologie haben das größte Potenzial, die menschliche Erfahrung zu verändern, wenn man sie kombiniert."

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