Huffpost Germany
BLOG

Eine offene Plattform für kontroverse Meinungen und aktuelle Analysen aus dem HuffPost-Gastautorennetzwerk

Christian Zimmermann Headshot

Wie mich der iranische Geheimdienst verfolgt!

Veröffentlicht: Aktualisiert:
CHRISTIAN ZIMMERMANN
Christian Zimmermann
Drucken

Iranische Spionage und Tarnvereine bedrohen Menschen, Organisationen und die freiheitliche Grundordnung!

Maysam Panahi ist ein bezahlter Agent des Geheimdienstes des Gottesstaates Iran in Deutschland, urteilte der Staatsschutzsenat des Kammergerichtes in Berlin und schickt den 32jährigen Iraner für zwei Jahre und vier Monate ins Gefängnis.

Das war's?

Er hat den NWRI (Nationalen Widerstandsrat Iran) und die MEK (iranische Volksmodjahedin) und ihre Unterstützer ausspioniert und seine Erkenntnisse gegen Agentenlohn weitergegeben. Ich gehöre zum sogenannten Umfeld, denn ich engagiere mich seit Jahren für die iranische Opposition und bin Vorstandsmitglied des DSFI, dem Deutschen Solidaritätskomitee für einen freien Iran. Ich bin also selbst Zielperson der iranischen Spionage.

Ich wurde aber auch schon vom iranischen Tarnverein AAWA in Köln (Betreiber ist Ali-Akbar Rastgoo,) wegen Verleugnung und übler Nachrede angezeigt, weil ich mich öffentlich zum Wesen der iranischen Spionage und seiner Tarnvereine äußere. Das Verfahren wurde eingestellt, weil die Ermittlungen des LKA und der Kläger selbst nicht nachweisen konnten, dass meine Feststellungen falsch waren.

Ich darf also weiterhin feststellen, dass sich das iranische Regime mit seinem Geheimdienst mehrerer Tarnvereine bedient, um die Iranische Opposition und ihre Unterstützer zu stigmatisieren, zu diffamieren und in ihrer Arbeit zu behindern.

Wie geht das?

Der oben erwähnte Prozess in Berlin ergab im Verfahren die Einsicht in die Struktur, das Wesen und die Methoden des Iranischen Geheimdienstes (Ministery of Inteligence and Security - MOIS) in Deutschland. Der MOIS wirbt schon im Irak, aber auch in Deutschland Iraner an, die aus der iranischen Opposition stammen oder mit ihr in Verbindung stehen.

Sie werden dann ausgebildet und für Geld als Agenten wieder in die Oppositionsgruppe in Deutschland eingeschleust. Ziel ist die Ausspähung der Strukturen, des Personals und Berater, wie auch der politischen Unterstützer (z.B. Bundestagsabgeordnete). Die Agentenaktivitäten ergänzt der Geheimdienst MOIS mit Tarnvereinen, wie es auch Berichte des Bundesverfassungsschutzes feststellen.

Die Agenten und die Tarnvereine teilen sich die Arbeit bei dem Versuch, die legitime demokratische Opposition zu blockieren, zu stören, verbieten zu lassen, zu kriminalisieren, also zu eliminieren.

Woher kommt das?

Seit Beginn der sogenannten Revolution (1979) und Machtergreifung durch islamische Fundamentalisten um Ajatollah Chomenii mit dem Ziel der Etablierung des Schiitischen Gottesstaates Iran kämpft das Regime gegen seinen Hauptfeind, die im NWRI und der MEK organisierten iranischen Dissidenten. Zehntausende Oppositionelle wurden in diesem Kampf getötet, Hunderttausend inhaftiert und gefoltert.

Dieser Kampf gegen die Opposition wird auch im Ausland geführt. Die Morde wurden von Auslandseinheiten und Hisbollah (einer iranisch gegründeten internationalen Terrororganisation) ausgeführt und von höchsten Vertretern des Gottesstaates befohlen.

Argentinien möchte aktuell (20. Juli 2016) den außenpolitischen Berater des religiösen Führers Chameneii und Ex-Außenminister Velajati wegen Anstiftung zum Massenmord an Juden im jüdischen Zentrum in Buenos Aires ausgeliefert bekommen.

Auch in Deutschland mordete der iranische Staat im griechischen Restaurant Mykonos kurdische Oppositionsführer, die er wegen geheimer Verhandlungen nach Berlin gelockt hatte. Auch sie waren vormals Mitglieder des NWRI.

Der Gottesstaat Iran selbst lässt übrigens keinen Zweifel aufkommen, dass der NWRI und die Volksmodjahedin, als größte Oppositionsgruppe für Freiheit und Demokratie, Hauptbedrohung des religiös-fundamentalistischen Systems sind und zerstört werden müssen.

Diese ist auch immer wieder Verhandlungsgegenstand des Iran mit den Staaten, die mit Iran kooperieren oder Geschäfte machen wollen. In Österreich wurde der Besuch des Präsidenten abgesagt, weil Österreich die Iranische Opposition demonstrieren ließ.

Warum Ich?

Doch nun wieder zurück zur persönlichen Erfahrung. Die Arbeit des DSFI, in dessen Vorstand MdBs und Landtagsabgeordnete mitarbeiten, ist ständig Zielscheibe der Aktivitäten des Geheimdienstes, des Botschafters und besonders des Tarnvereins AAWA und neuerdings eines Vereins iranischer Frauen. Verschiedene Personen u.a. Ali Rastgou, Batool Soltani, Homeira Mohammad-Nejad alias Sonja Nejad) und Mir-Bagheri gehen im Bundestag ein und aus, schreiben Briefe und wollen Termine mit den DSFI Mitgliedern.

Gleichzeitig greift derselbe Verein auf seiner Webseite massiv dieselben Personen an und verunglimpft ihre und auch meine Arbeit. Ziel des MOIS ist in jedem Fall, die Vorstands- und Beiratsmitglieder von ihrer Unterstützung der Opposition abzubringen.

Sie werden aber auch gleichzeitig in ihrem politischen Umfeld verunglimpft, weil ihnen nachgesagt wird, sie würden sich für die "illegitime terroristische Opposition" einsetzen. Das war u.a. bei unserer Geschäftsführerin Hille Gosejacob-Rolf der Fall.

Darüber hinaus wird in Richtung Presse und Bundestag Propaganda betrieben und die iranische Opposition auf das Übelste diffamiert. Sekte, stalinistischer Kader, marxistische Islamisten und Terrorbeteiligung sind die stereotypen unbeweisbaren Vorwürfe seit Jahren. Die MEK konnte es mit großer juristischer Hilfe schaffen, rehabilitiert zu werden, indem die Streichung von der US und EU Terrorliste erreicht wurde, auf die es das Regime vorher mit Druck auf die westlichen Demokratien und Regierungen hat setzen lassen.

Trotzdem geht die Hexenjagd weiter, indem die Tarnvereine immer wieder die alten Informationen verbreitet, in deren Folge entsprechende Papiere im Bundestag kursieren, allen intensiven und ehrlichen Aufklärungen zu Trotz. Martin Patzelt, Mitglied des Bundestagsausschusses für Menschenrechte und humanitäre Hilfe kann ein Lied davon singen. Er ist nicht allein in seinem Widerstand gegen die Diffamierungen und persönlichen Angriffe. Doch immer wieder setzen die Vertreter des Tarnvereins AAWA nach und verbreiten dieselbe Propaganda.

Was ist das Ergebnis?

Abgesehen von der Verletzung der Souveränität und den Gesetzen werden durch die Desinformationkampagnen und Propagandawellen öffentliche und politische Meinungsbildung manipuliert, so dass sogar das Außenministerium selbst Falschmeldungen der iranischen Organe ungeprüft verbreitet. Dies schadet der Bundesrepublik, indem das iranische Regime in seinem wahren Wesen nicht erkannt und entsprechend politisch behandelt wird.

Die andauernde Appeasementpolitik ist eines der Ergebnisse und offenbart sich aktuell zunehmend als falsch. Der Iran will die Wiener Vereinbarungen aufkündigen, die Genfer Friedensverhandlungen weiterhin blockieren, den Waffenstilstand in Syrien weiterhin unterlaufen, den Krieg gegen ISIS unterlaufen, den irakischen Staat weiter unterwandern und steuern, die Rebellen im Jemen ausrüsten, den internationalen Terror finanzieren, usw, usw,...

Innerhalb Deutschlands werden aber auch noch kontinuierlich Grundrechte von Bürgern verletzt und Leib und Leben gefährdet, indem Agenten wie Panahi z.B. Bewegungsprotokolle anfertigen und den Führungsoffizieren weitergeben. Aufgrund solcher Bewegungsprotokolle wurden Dissidenten ermordet.

Innerhalb Deutschlands werden Menschen, Journalisten und Politiker manipuliert, verunsichert und belästigt, indem Vertreter von Tarnvereinen , wie der Vorsitzende vom Kölner Tarnverein AAWA, Ali Rastgou unvermindert im Bundestag ein und aus gehen und damit unverhohlene Lobbyarbeit für den Gottesstaat Iran machen. Die Bundestagsverwaltung hat leider keine Handhabung gegen diesen Missbrauch des sonst legitimen Lobbyismus.

Fazit

Der iranische Staat treibt sein menschenverachtendes Unwesen weltweit weit bis hinein in die deutsche Gesellschaft unter Missachtung des Hoheitsgebietes. Die Verfolgung- und Ermittlungsorgane arbeiten auf Hochtouren, um die extremen fundamentalistischen Aktivitäten zu entdecken und zu unterbinden.

Der Prozess in Berlin und das Urteil sind ein eindeutiges Signal in Richtung Iran, aber auch ein Zeichen, dass noch weit mehr Agenten und Tarnverein, schiitische Vereine, staatliche Medien und Agenturen enttarnt werden müssen. Auf jeden Fall brauchen wir viel mehr rechtsstaatliche und aufklärende Prozesse, deutliche Urteile und Ausweisungen iranischen Personals.

Leserumfrage: Wie fandet ihr uns heute?

2016-07-11-1468249306-1333267-umfrage.jpg

Hier geht es zur Umfrage.

Ihr habt auch ein spannendes Thema?
Die Huffington Post ist eine Debattenplattform für alle Perspektiven. Wenn ihr die Diskussion zu politischen oder gesellschaftlichen Themen vorantreiben wollt, schickt eure Idee an unser Blogteam unter blog@huffingtonpost.de.

Auch auf HuffPost:

Lesenswert: