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Minister Gabriel, lassen Sie das !

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Gabriel besucht vom 2.-4.10 Iran und will der Wirtschaft den Weg bereiten. Absagen wäre schlauer!

Schönreden hilft nicht. Deutsche Wirtschaftsinteressen werden von Gabriel über Menschenrechte und internationale Sicherheit gestellt, von der Sicherheit Israels ganz zu schweigen. Abgesehen davon, läuft aber auch das gemeinsame "Wirtschaften" nicht rund, denn es gibt weder Hermesbürgschaften noch Finanzierungen durch Gross-Banken, denn das Misstrauen ist zu hoch. Die iranischen Geschäftspartner sind alle Teil des diktatorischen und korrupten Systems der Revolutionsgarden und des über Milliardenkapital haltende Stiftungen herrschende Kleriker. Wer mit dem Iran Geschäfte macht, arbeitet ohne Rechtssicherheit. UND wer mit dem Iran Geschäfte macht , hat es in jedem Fall mit Leuten zu tun , der Hände blutig sind und das seit 36 Jahren. Nun müsste es Gabriel langsam ernst werden mit den Bedingungen an bessere Beziehungen, nämlich Menschenrechtsdialog mit Folgen , wie z. b. einem Hinrichtungsmoratorium oder mit der Anerkennung der Existenz Israels. Doch hier gibt es keinerlei Bewegungsspielraum für den fundamentalistischen Gottesstaat.

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Also wird aller Voraussicht nach Gabriel vor den Mullahs kuschen, damit Siemens noch ein paar mehr Turbinen verkaufen kann. Was ist das für eine elende, heuchlerische und zynische Art gegenüber den Opfern des Gottesstaates. Hoffentlich kommt er nicht auch noch mit dem Arbeitsplatzargument. Deutschland hat fast Vollbeschäftigung und braucht sicher keine marginalen Iranumsätze. Im Iran hingegen gibt es Streiks und Unruhen, Schwierigkeiten auf allen Gebieten, weil das System der Misswirtschaft und Korruption am Ende ist und in sich zusammenzufallen droht. Die enorm teueren Auslandeinsätze der Iraner in Syrien, Irak und Jemen tun ein weiteres zur Lage und führen zur Kriegswirtschaft, die noch keinem Land genutzt hat. Gabriel wäre gut beraten, wenn er diesen Kotau lassen würde, denn dieses Engagement für Menschenrechte verachtende Diktatoren wird Ihm und seiner Partei schaden.