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Der deutsche Botschafter im Iran wird ermahnt, nicht auf die USA zu hören. Duldet Gabriel diesen Skandal?

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Das Nachrichtenzentrum der Astane Quds Razavi Stiftung veröffentlichte am 19.Oktober , der Vorsitzende der Astane Quds Razavi Stiftung, Ibrahim Raissi , habe anlässlich eines Treffens mit Michael Klor-Berchtold , dem Botschafter der Bundesrepublik Deutschland im Iran, gesagt:
„ Die europäischen Staaten und allen voran Deutschland , sollte stets unabhängig von der Gunst der Amerikaner , Entscheidungen treffen . "
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Warum traf der Botschafter eigentlich den mächtigen und berüchtigten Raisi und lies sich derartige Verhaltungen machen? Der deutsche Diplomat musste sich anhören, die EU und besonders die Bundesrepublik solle nicht den USA folgen, wenn es um weitere Sanktionen gegen den Gottesstaat wegen Menschenrechtsverletzungen, Entwicklung von Raketentechnologie und Kriegstreiberei in der Region des Mittleren Ostens geht.

Doch wer ist Raisi, dass er sich den deutschen Botschafter einbestellen kann. Der Botschafter hatte sich bisher nur mit den kulturellen Aktivitäten beschäftigt, ein neues Fussballstadion mit eingeweiht und die deutsche Kompetenz angeboten und sicher auch noch andere Geschäfte mit angebahnt.
Der designierte Nachfolger des Staatsgründers Khomeni und dann in Ungnade gefallene
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Großajatollah Hussein-Ali Montazeri nannte Raisi einen der vier verantwortlichen Vollstrecker der Massaker von 1988. Die anderen waren Morteza Eshraghi (Generalstaatsanwalt von Tehran), Hossein-Ali Nayeri (Richter) and Mostafa Pourmohammadi (Gefängnisleiter im berüchtigten Evingefängnis in Teheran ). Die ersten zwei wurden in Khomenis Befehl ( Fatwa) zur Tötung aller inhaftierten Oppositionellen in 1988 direkt erwähnt, Pourmohammadi hat seine Beteiligung bestätigt und gerechtfertigt , während sich Raisi bisher nicht öffentlich dazu äußerte.
In seinem offiziellen Lebenslauf gibt es nur für 1988 keine Angabe seiner Tätigkeit, aber ab 1989 war er als Staatsanwalt in Teheran zuständig.

Raisi bekleidet heute das höchste Amt einer der größten religiösen Stiftungen des Iran in der nordostiranischen Stadt Mashad. Neben der Verwaltung des Schreins in Mashad mit 1,5 Millionen ausländischen Pilgern betreibt der iranische Großkonzern Medienfirmen aller Art, Verlage, TVsender , Versicherungen, Lebensmittelverwertungsfirmen, Tiefkühlanlagen, Bau-und Konstruktionsfirmen, Backfabriken, Mühlen zur Mehlherstellung, Agrarunternehmen, Forstwirtschaft, Teppichherstellung, Industrieanlagen, Minen , Transportfirmen und einen gigantischen landesweiten Gesundheits- und Krankenhauskonzern mit einem geschätzten Gesamtumsatz von 210 Milliarden US Dollar. Abgeschottet und autark.

"Die Stiftung versteht sich als Hüter der Tradition und der Werte der Islamischen Revolution. Eine Liberalisierung von Politik und Kultur lehnt sie ab, und auch die Öffnung der Wirtschaft, wie sie von Präsident Rohani angestrebt wird, sieht sie kritisch. Dies liegt auch daran, dass eine Öffnung des Landes viele Firmen und Fabriken von "Astan-e Qods" in ihrer Existenz bedrohen würde, da ihr ökonomisches Modell nur funktioniert, solange das Land abgeschottet und die Wirtschaft nicht der internationalen Konkurrenz ausgesetzt ist." Die Stiftung besitzt auch Einkaufszentren, Fabriken, Banken; die Hälfte der Immobilien in der Millionenstadt Mashad ist in ihrer Hand und ein Großteil des Landbesitzes in der umliegenden Provinz Chorasan."Die Stiftung nimmt sich mit Gewalt, was sie will", sagt Keyvan, der eigentlich anders heißt. Niemand könne sich ihr widersetzen, wenn sie Anspruch auf ein Grundstück oder Gebäude erhebe. Doch selbst der Führer Chamenei hat nur bedingt Mitspracherecht in der Stiftung, während der Regierung von Präsident Hassan Rohani jeder Einblick und jede Kontrolle fehlt. "Astan-e Qods" sei kein ausführendes Organ der Regierung, betont Müller, sondern ein eigener, sehr selbstbewusster politischer Akteur, der in Politik und Wirtschaft einen eigenen Kurs verfolgt." Quelle https://de.qantara.de/inhalt/die-wirtschaftsmacht-religioeser-stiftungen-im-iran-glaube-und-profit-am-grabmal-des-imam?page=0%2C1

Nun sollte uns das Außenamt schnellstens erklären, was dieses Treffen des deutschen Botschafters mit Raisi bedeutet und warum man so etwas zulässt.

Das Treffen des deutschen Botschafters mit Raisi ist nicht nur ein Schlag ins Gesicht der Angehörigen der 30.000 Opfer des Massakers von 1988. https://youtu.be/_Wlcj0TFQmU

Dieser neuerliche Fall deutscher Diplomatie gegenüber dem iranischen Regime ist völlig inakzeptabel; der Versuch einer Abspaltung von den Interessen der USA kann nicht im deutschen Interesse liegen, auch wenn die Tatsache, dass Raisi einen der größten Finanzkonzerne des Iran verwaltet, nicht als Rechtfertigung für mögliche gute Geschäfte dienen kann . Mal abgesehen davon, dass das derzeitige Außenhandelsvolumen Deutschlands mit dem Iran 2,6 Milliarden, ca. 0,16 % des Billionenexportes von insgesamt 1200 Milliarden ausmacht und in Zeiten ohne Sanktionsregime max. 10 Milliarden erreichte.

Raisis Geld ist Blutgeld. Geschäfte mit diesen Verbrechern bedeuten Beihilfe zu den Verbrechen gegen die Menschlichkeit des Regimes im Iran, Syrien, Irak, Jemen und Terrorakten anderswo!

Anhang
Michael Klor-Berchtold ist seit 2016 außerordentlicher und bevollmächtigter Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in der Islamischen Republik Iran.Botschafter Klor-Berchtold trat 1990 in den Auswärtigen Dienst ein. In der Zentrale des Auswärtigen Amts war er unter anderem als Referent in der Politischen Abteilung in Bonn und Berlin eingesetzt, sowie als Leiter Büro Staatsminister im Auswärtigen Amt. Er war ferner Krisenbeauftragter des Auswärtigen Amts und Leiter des Krisenstabs der Bundesregierung im Rang eines Botschafters, sowie Vizepräsident des Bundesnachrichtendienstes.Seine Auslandsposten führten ihn nach Addis Abeba als Leiter der Abteilung für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung der Deutschen Botschaft, nach Tel Aviv als Leiter der Rechts- und Konsularabteilung der Deutschen Botschaft, nach Wien als Leiter des persönlichen Büros des Generalsekretärs der OSZE (Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa), sowie nach Sana'a als außerordentlicher und bevollmächtigter Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in der Republik Jemen. Vor dem Eintritt in den Auswärtigen Dienst studierte Klor-Berchtold Rechtswissenschaft in München und war Richter am Landgericht München. Quelle Botschaftswebside