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So gehen Unternehmen bewusst mit Marktveränderungen um

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„Der Markt ist verrückt geworden. Das können doch die Kunden nicht wollen!", brüskiert sich der ein oder andere Manager, wenn Marktveränderungen eintreten. Doch wie nun damit umgehen?

Wir blicken auf die Marktveränderungen auf die Art, wie wir bisher gehandelt haben. Und mit diesem alten Ansatz reagieren wir dann auf die neuen Bedingungen. Weil wir ja damals ja auch mit diesem Verhalten erfolgreich waren. Doch das ist ein Trugschluss.
Das liegt daran, dass man ein Problem stets auf die Weise lösen will, wie man die Welt sieht und was die Erfahrungen, einen zu glauben gelehrt haben. Und weil wir Angst vor dem Unbekanntem haben, heften wir uns an das einzige, was wir kennen und an das, was uns ein sicheres Gefühl gibt - das Vergangene/das Bekannte.

Routine gibt Sicherheit

Da sich der Markt geändert hat und damit auch die Bedürfnisse der Menschen, können Sie nicht länger das tun, was Sie bisher getan haben. „Was mache ich jetzt, in dieser Situation?", fragen Sie sich. Mit der alten und normalen Denkweise hätten Sie nur noch darüber nachgedacht:„Was kann ich von der Welt, die sich nun entwickelt hat, bekommen? Was ist für mich drin? Wie kann ich davon profitieren?"

Mit der neuen und bewussten Denkweise, stellen wir uns die folgende Frage:
„Was kann ich dieser veränderten Welt geben und anbieten?"
Wie Sie diese Frage beantworten, kann alles verändern. Es kann verändern, wie Sie mit Marktveränderungen umgehen. Sie zu nutzen, statt Sie zu fürchten. Dies geschieht, weil Sie sich nicht fragen: Wie werde ich dadurch belohnt? Sondern weil Sie sich fragen: Was habe ich (was kann ich?), dass ich anbieten kann, um anderen zu helfen?

Wenn Sie sich fragen: Was kann ich geben? So nutzen Sie das, was Sie zuvor gelernt haben und was Sie jetzt haben - wo Sie jetzt sind. Sie machen das Beste aus dem, worüber Sie jetzt verfügen können und wertschätzen es.

Doch konzentrieren Sie sich darauf, was Sie von dem neuen Markt bekommen könnten, klagen Sie über all das, was Ihnen fehlt. Sie hätten zu wenig Zeit, andere seien besser vorbereitet oder Ihre Kollegen würden nicht mitziehen wollen. In diesem Moment lassen Sie Ihre Ressourcen verkümmern. Und damit auch die Möglichkeit, sich und Ihr Unternehmen weiterzuentwickeln.

Wehren sich Unternehmen gegen Veränderung?

Sie wehren sich mehr gegen die eigene ‚notwendige' Veränderung, als gegen die Veränderung am Markt. Denn Sie haben Angst vor dem Unbekannten. Vor dem, das sie nicht kennen. Und weil Sie nicht wissen, was kommt und wie Sie entsprechend handeln sollten, heften Sie sich an das einzige, was Sie kennen: Ihre Vergangenheit. In der Zeit, in der Sie nicht darüber nachdenken mussten, was zu tun war - Sie taten es einfach.

In der Zeit, in der Sie mit Ihren alten Methoden noch erfolgreich waren. Und weil Sie sich auf das Vergangene konzentrieren, handeln und setzen Ihre Mittel jetzt für eine Welt und für Bedürfnisse des Marktes ein, die es nicht mehr gibt.

Angenommen, ein Bauunternehmer hat bis zu einer Wirtschaftskrise im Jahr 2010 sehr gut verdient. Dies führte dazu, dass sich keiner mehr ein neues Haus leisten konnte. Er und sein Team waren geschockt. Daher dachte er darüber nach, was er wohl tun könnte, um nach wie vor erfolgreich sein zu können. Und er fragte sich: Was kann ich der Welt geben, die sich gerade entwickelt? Was brauchen Menschen ‚jetzt' wirklich?

Menschen brauchten zu dieser Zeit keine neuen Häuser mehr, weil sie bereits eines besaßen oder weil sie sich ein neues Haus nicht leisten konnten. Stattdessen wollten sie ihr eigenes Gemüse und Kräuter produzieren können. Ihren eigenen Blumenkohl und Kartoffeln.
Vielleicht, weil das Gemüse im Supermarkt zu teuer für die magere Qualität war.

„Mein Team und ich werden unsere Fertigkeiten und Fähigkeiten dazu einsetzen, die wir in den letzten Jahren gelernt und angewendet haben, um gute Häuser zu bauen, um fortan Gewächshäuser zu bauen", erklärte er. Und zwar Gewächshäuser in allen möglichen Größen und Variationen, sodass Menschen zu jeder Zeit in der Lage sind, ihr eigenes Gemüse, Obst und Kräuter zu produzieren.

Heute ist er erfolgreicher damit, Gewächshäuser zu bauen, als damals mit seinen Häusern. Alles, was er tat, war, sich die Frage zu stellen: „Was kann ich dieser ‚neuen' Welt anbieten?" Wie kann meine Leidenschaft, wie können meine Eigenschaften die Bedürfnisse der neuen Welt unterstützen?

Um dies tun zu können musste er den Gedanken loslassen, das weiterhin tun zu müssen, was er in der Vergangenheit getan hatte.

Ist Anpassung wirklich die Stärke der Schwachen, oder...

...die Stärke derer, die nach vorn blicken?
Mit Anpassung verbinden die meisten Menschen ein Gefühl des Scheiterns. „Ich bin nicht mehr gut genug. Andere sind besser als ich", das ist es, was man sich denkt. Dabei war die vorige Erfahrung nicht schlecht oder gar umsonst. Nur weil etwas zu Ende geht, bedeutet das nicht, dass sie umsonst war.

Denn wenn Sie bewusst mit Veränderungen umgehen, dann erkennen Sie, dass Sie die Erfahrungen aus dem ‚alten' für das ‚neue' benutzen können. Steigt man eine Treppe empor, so jammert man ja auch nicht, dass man die eine Stufe verlassen muss, um zur nächst höher gelegenen Stufe zu gelangen.

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