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Negative Gedanken loswerden

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SAD WOMAN
Tara Moore via Getty Images
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Negative Gedanken sind wie Pickel in Ihrem Gesicht. Sie nerven Sie! Und damit Sie die Pickel los werden, drücken Sie sie aus. Doch einmal ausgedrückt, kommt der Pickel meist zurück.

Lästige Biester. ;) Pickel sind nicht die Ursache, sondern die Folge von dem, was in Ihrem Inneren vorgeht. So auch bei negativen Gedanken! Drücken Sie sie nicht aus! Versuchen Sie, Ihre negativen Gedanken zu verstehen und was sie Ihnen sagen wollen.

Was nicht funktioniert(!)

Negative Gedanken lösen sich nicht einfach so auf, weil Sie krampfhaft versuchen, auf einmal positiv zu denken. Wenn Sie negativ denken, dann mangelt es Ihnen an positiver Energie und damit an positiven Gedanken.

Und dennoch hilft es Ihnen nicht, wenn Sie versuchen, Ihre negativen Gedanken mit positiven Gedanken zu übertünchen. Es mag Ihnen vielleicht für ein paar Minuten oder ein paar Tage besser gehen, doch hält dieser Zustand nur kurz an. Er hält solange an, bis die negativen Gedanken verstärkt zurückkommen. Denn Sie haben immer noch nicht aus ihnen gelernt.

Es ist eine Form des Selbstbetrugs. Wenn Sie versuchen, positiv zu denken, obwohl es Ihnen im Inneren mehr als bescheiden geht. Und es erschöpft Sie. Es ist, als müssten Sie stets den Schein wahren. Nur nicht zugeben, dass es Ihnen mal nicht brillant geht oder das Sie mit etwas zu kämpfen haben.

Seien Sie ehrlich zu sich selbst und wie Sie sich fühlen! Dies verhindert, dass Sie sich weiterhin etwas vormachen und die negativen Gedanken annehmen.

Wenn es Ihnen schlecht geht, dann lassen Sie dieses Gefühl zu - leben Sie es. Und wenn Sie heruntergekommen sind, beginnen Sie damit, Ihre negativen Gedanken zu verstehen.

Dass Sie Ihre negativen Gedanken loswerden wollen, liegt daran, dass Sie sich dabei unwohl fühlen. Das verstehen wir wohl alle(!). Indem Sie daran arbeiten, Ihre negativen Gedanken loswerden zu wollen, wehren Sie sich gegen diese. Letztlich verharren sie nur umso mehr bei Ihnen und lassen Sie nicht los. Egal, wie sehr Sie sich bemühen. Je mehr Sie dagegen kämpfen, desto mehr Zeit und Kraft verlieren Sie.

Sich immer glücklich fühlen (wollen)

Es ist unmöglich, sich immer glücklich zu fühlen. Negative Gefühle gehören zum Leben dazu.
Es entstand der Irrglaube, dass gute Gefühle gut sind. Und negative Gefühle schlecht sind.
Gute Gefühle sagen Ihnen, dass Sie einiges richtig machen. Wohingegen Ihnen negative Gefühle zeigen, dass Sie etwas falsch machen.

Dies kann daran liegen, dass Sie über etwas Negatives nachdenken, das Sie nicht bewusst denken oder das Sie eine Handlung aufschieben, die Sie schon längst hätten unternehmen sollen. Dabei wollen Ihnen die Gefühle (negativ wie positiv) Bewusstsein und Verständnis vermitteln. Entweder, dass Sie etwas bereits richtig machen, oder wie Sie etwas zukünftig besser machen könnten!

„Wenn Sie in Ihrem Leben immer nur Sonnenschein haben möchten, so wird Ihr Leben zu einer Wüste."

Negative Gedanken nutzen und verstehen

Gedanken und Gefühle sollten Sie verstehen, damit Sie sie bewusst nutzen können. Wer seine Gedanken und Gefühle nicht versteht, wird zu deren Spielball und hat keine Kontrolle über sein Leben. Negative Gefühle fühlen sich schlecht an, damit Sie sich ‚endlich' verändern. Sie zeigen Ihnen, was Sie tun sollten und was Sie evtl. verändern sollten.

Sie zeigen Ihnen durch dieses intensive negative Gefühl, was Sie belastet. Sobald Sie verstanden haben, was Ihnen Ihre negativen Gefühle mitteilen wollten und Sie dementsprechend gehandelt haben, lösen sich die negativen Gedanken auf. Denn sie haben Ihre Aufgabe erfüllt.

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Wie Sie denken, so fühlen Sie. Sie können sich nicht gut fühlen, während Sie negativ denken. Und Sie können sich nicht schlecht fühlen, wenn Sie positiv Denken. Sie leben dann bewusst, wenn Sie wissen, ob Ihre Gedanken und Gefühle positiv oder negativ sind.

Angenommen, Susanne arbeitet im Vertrieb eines mittelständischen Unternehmens und verzweifelt jeden Tag an ihren Kunden. Denn egal was Susanne versucht, der Umsatz ihrer Kunden stagniert. Susanne ist sauer auf sich und ist enttäuscht. „Ich bin nicht gut genug", mit diesem Gefühl arbeitet sie jeden Tag.

Ihre negativen Gedanken mit positiven Gedanken zu ersetzen, will nicht klappen. Daher beschließt Susanne, ihre negativen Gedanken verstehen zu wollen, statt sie loszuwerden. Susanne mag erkennen, dass sie es bisher ablehnte, sich mit ihren Kollegen vom Nachbartisch zusammenzutun. Sich auszutauschen und Fragen zu stellen.

Nicht nur, dass sich Susanne mental verändert, sie würde auch entsprechend handeln. Sie würde mit ihren Kollegen arbeiten, statt gegen sie. Sie würde Fortbildungen besuchen, um neue Arbeitsweisen zu erlernen. Und sie würde sich mit ihren Kollegen austauschen, weil sie im Team erfolgreicher ist.

All dies hätte Susanne schon zuvor tun können, doch hatte sie sich stets davor gedrückt. Nun drängen sie jedoch die negativen Gefühle dazu, endlich die benötigten Handlungen zu vollziehen, vor denen sie bisher geflohen ist.

So nutzen Sie Ihre negativen Gedanken

  • Nehmen Sie sie an. Negative Gedanken sind wie Ihr persönlicher Fitnesstrainer. An die Wand könnten Sie ihn klatschen. Doch wissen Sie, dass er nur das Beste für Sie will.
  • Überdenken Sie, was Sie gemacht haben oder was Sie noch tun wollten. Was könnten Sie besser machen? Was ist es, womit Sie sich unwohl fühlen? Wovor drücken Sie sich, obgleich Sie es nicht sofort zugeben würden?
  • In dem Moment, indem Sie sich über eine bessere Option bewusst werden und erkennen, was Sie bisher gehindert hat, lösen sich die negativen Gedanken auf. Denn ihre Arbeit ist getan. Dann sind Sie in der Lage, anders zu handeln und die betreffende Sache mit einer veränderten Einstellung anzugehen. Negative Gedanken wollen Sie nicht aufhalten, sondern voranbringen. Desto länger Sie den Wandel aufschieben, desto stärker werden Ihre negativen Gedanken.

Sie müssen keine Angst vor negativen Gedanken haben. Sie sind, was sie sind: Ein Richtungsgeber, der Ihnen den richtigen Weg aufzeigt. Denn Sie zeigen Ihnen, was Ihnen fehlt und wie Sie entsprechend zu handeln haben.

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