BLOG

Eine offene Plattform für kontroverse Meinungen und aktuelle Analysen aus dem HuffPost-Gastautorennetzwerk

Christian Walter Headshot

Linkkauf - was ist das?

Veröffentlicht: Aktualisiert:
MAN WITH LAPTOP
PeopleImages via Getty Images
Drucken

Links zu kaufen, beruht nicht auf Freiwilligkeit des anderen Webmasters. Nein! Wir bezahlen dafür, dass man 'gut' über uns bzw. über eine Kundenseite schreibt und verlinkt. Ehrliche Webmaster machen dies nicht, denn ihnen liegt viel an ihren Besuchern und wollen diese nicht mit gekünstelten Nachrichten verjagen.

Was ist Linkkauf?

Ok, erklären wir zuerst mal, was man darunter versteht, wenn man Backlinks kauft, bevor wir aufzeigen, dass Backlinks nicht gekauft werden sollten. Linkkauf ist das absichtliche Erhöhen und Steigern der Platzierungen einer Webseite in den Suchergebnisseiten zu einem gewählten Suchbegriff, durch ein künstlichen Linkaufbau, dessen gesetzte Backlinks auf die Zielseite (des Kunden) verweisen. Oder, um es kurz zu machen: Es riecht nach Manipulation!

#1 - Linkkauf und Linkmiete - Schlimmer geht es nicht
Linkmiete ist schlimmer als Linkkauf. Denn beim Linkkauf hat man in der Regel 'nur' einmalige Kosten. Doch beim Mieten von Links kommen Folgekosten auf einen zu, an die die meisten Dienstleister nicht gedacht haben. Da bekommt man irgendwann das Angebot für ein Advertorial oder dergleichen von einer Super-Domain mit dem Sichtbarkeitsindex 95+ für den Preis von 2.300€ und dann 'nur' noch 1.000€ jährlich. Klar, der Link und der Content bleibt ja nur solange online, wie man auch dafür zahlt. Das Problem ist doch, dass der Dienstleister Verluste einfährt, wenn sein Kunde abspringt und er die Kosten für den Link begleichen muss. Er bleibt also auf den Kosten sitzen und hat sich damit selbst ins Fleisch geschnitten. Der Kunde aber auch! Denn sobald der SEO-Mensch für den gekauften Link nicht mehr zahlt, verfällt die Verlinkung und der Kunde erleidet ein Rankingverlust bei wichtigen Suchwörtern.

2017-07-23-1500833626-3203653-DerHuffPostWhatsAppNewsletter6.png
Die wichtigsten News des Tages direkt aufs Handy - meldet euch hier an.

Beide Formen sind nur schwerlich rentabel (so gut wie gar nicht)- für Kunden und Suchmaschinenoptimierer. Ganz besonders deshalb, weil vom veranschlagten Budget von beispielsweise 2.000€ 19% Umsatzsteuer abgehen, womit 1.680€ (netto) übrig bleiben. Und davon soll man dann noch 30% bis 70% in unnatürliche Links investieren? Die dann in absehbarer Zukunft von Suchmaschinen entdeckt und abgestraft werden... Man muss kein Genie sein, um zu erkennen, dass die Rechnung nicht aufgeht.

#2 - Google überlisten? Viel Glück!
Aufgepasst: Natürlich lohnt sich Linkkauf! Für all diejenigen, die die Links und Artikelplätze auf ihren Webseiten verkaufen. Wir reden an dieser Stelle über Linkverkauf. Unter Umständen machen die ein dickes Geschäft.
Wie bei Punkt #1 bereits beschrieben, investiert man erst mehrere Tausend Euro (wenn das mal reicht), um dann die 'gekauften Backlinks' wieder abzubauen und am besten gleich das Disavow Tool von Google zu benutzen.

"Baust du auf und reißt du nieder, hast du Arbeit immer wieder."

Das sind die Risiken, die vor allem Kunden unwissentlich eingehen, weil sie eben nicht die Experten sind und ihren Dienstleistern vertrauen!

#3 - Linkkauf ist leicht - vor allem leicht nachzumachen für die Konkurrenz
Darf man sich überhaupt SEO nennen, wenn man Links aus Foren, Blogs und von 'großen' Nachrichten-Seiten kauft? Man macht damit schließlich seinem Berufsstand keine Ehre. Nicht nur, dass der Arbeitsaufwand gering ist, so ist es auch für die Konkurrenten ein Leichtes, diese Links nachzukaufen. Denn Geld haben die meisten, nicht jedoch die Zeit und den Willen, großartigen Inhalt zu erstellen!

"Content is King."

Mittlerweile ein abgenutzter Slogan, doch beschreibt er das, was wahr ist. Guter Inhalt ist kaum nachzumachen, denn wer hat schon Lust, ebenso viel Zeit, Recherche und Geld hineinzustecken um einen ähnlich guten Inhalt bereitzustellen... Kaum jemand! Daher ist guter Inhalt so wichtig: Er ist ein Alleinstellungsmerkmal, er hilft der Zielgruppe Ihr Anliegen zu lösen und zu verstehen und eine Bindung zwischen Kunde und Anbieter herzustellen. "Ohne Fleiß kein Preis", möchte man meinen, denn Top-Rankings muss man sich verdienen!

#4 - Ein ganz anderes Problem Bei der Suchmaschinenoptimierung sollte man das Pareto-Prinzip anwenden - wenn es um das Linkprofil geht:
  • 80% nofollow Links
  • 20% dofollow Links
  • Und all das zu 100% Google konform.

Denn Links gibt es, um auf andere hochwertige Ressourcen zu verweisen und damit den eigenen Besuchern zu helfen - nicht als Manipulierungsmittel.
Doch wer Links kauft, der ist aus gutem Grund geizig! Er will dofollow-Links(!) Wer zahlt schon gerne 800€ für einen nofollow-Link der, wenn er schon keine Besucher bringt, nicht einmal Linkpopularität (Pagerank) oder dergleichen vererbt. Hinzukommt, dass man nicht nur geizig ist, was das "dofollow-sein" angeht, sondern auch in Sachen "Harte Linktexte".

Doch dadurch macht man Google erst recht skeptisch bei so vielen dofollow Verlinkungen. Man macht sich das Leben sowie die Arbeit unnötig schwer.

Beispiel: Wenn Sie für den Suchbegriff "organischer Linkaufbau" auf Position #1 landen wollen, dann brauchen Sie A) 15 Mal den harten Linktext "organischer Linkaufbau" oder B) 14 natürliche Varianten (Linktexte) des Suchbegriffs, wie z.B.: Links natürlich aufbauen, Linkaufbau mal anders, natürliches Linkwachstum, organische Textlinks aufbauen.. usw(?) Doch wenn man für Links zahlen muss, dann will man schnellstmöglich ranken, damit man nicht noch mehr Geld ausgeben muss und setzt dann eben nicht auf natürliche Linktexte. So wie es eigentlich sein sollte.
PS: Ich hoffe, Sie haben sich für Variante B entschieden(!) :)

#5 - Links zu kaufen, hört sich nicht so schlimm an
Nicht immer erkennen Sie einen gekauften Inhalt sofort. Dazu gehören beispielsweise auch Advertorials. Selbst Linktausch kann in diese Riege geschoben werden. Zwar kauft man solche Links nicht, doch sind Suchmaschinen speziell seit dem Google Pinguin Update so intelligent geworden, dass sie künstliche Linkprofile und reziproken Linktausch erkennen und abwerten. Auch Sponsored Posts gehören dazu, da eine werbliche Kennzeichnung des Artikels nicht nur notwendig ist, sondern Suchmaschinen ebenso zeigt, dass es sich hierbei um einen kommerziellen (unnatürlichen) Inhalt handelt.


Hochgeladen von StepForth Web Marketing Inc auf YouTube.

Gastartikel sind nach wie vor gut, wenn sie denn gut gemacht sind. Und genau daran scheitern die allermeisten Gastartikel. Sie werden lediglich als mögliche Link-Bekomm-Quelle genutzt, ohne dabei den Lesern der eigentlichen Webseite Mehrwerte zu bieten. Guter Inhalt? Nix da!
Diese Präsentation von Matt Cutts ist schon etwas länger her, aber immer noch (höchst)relevant für unsere heutige Arbeit. Wir tun gut daran, seinen Rat beizubehalten.

"Backlinks kaufen ist meine einzige Chance", sagt ein SEO

Nicht nur Freiberuflern, die in der Suchmaschinenoptimierung arbeiten, geht es so, auch SEO-Agenturen arbeiten teils mit fragwürdigen Methoden. Denn je mehr Links man hat, desto höher steigen die Platzierungen in den Suchergebnissen von Google & Co. Das zumindest denken die meisten Kunden. Sie vertrauen darauf, dass der, den sie engagieren und monatlich bezahlen(!), auf eine Weise arbeitet, die ihre Seite und deren Rankings nicht gefährdet, wenn Suchmaschinen ihren Algorithmus verändern. Letztlich geht es ja darum, dass der Kunde bei einem bestimmten Suchbegriff ganz oben gefunden wird. Daher mag sich nicht jeder Kunde fragen, wie wohl der Dienstleister zu den 'guten Ergebnissen' gekommen ist... Was zählt ist, dass man am Ende auf Platz 1 steht. Doch sollte dem Kunden auch dargestellt und erklärt werden - Thema: Transparenz - wie diese Ergebnisse zustandekommen sind. Durchaus kann es passieren, dass zu Lösungen wie Presse- und PR-Artikel, Verlinkungen aus Blog-Kommerntaren heraus bei minderwertigen Blogs, die meistens als Subdomains zu großen Blog-Anbietern gehören gegriffen werden. Sofern diese überhaupt freigegeben werden, denn Blogger sind nicht dumm. Aber auch Artikelverzeichnisse werden benutzt, um wenigstens ein paar Textlinks für seinen Kunden zu generieren.

Was erneut meine Frage aufwirft: Ist Linkkauf ein Bestandteil guter Offpage-Optimierung?

Immerhin, es gibt ja auch "black hat SEO" bei dem wir mit expired Domains, Schattendomains, Linkbörsen, Linkfarmen, Footerlinks und derweil arbeiten (würden). Doch genau das dürfen wir nicht zulassen! Dafür sind wir doch nicht SEOs geworden, um schlechte Arbeit zu verrichten. Mit unserer Arbeit und hochwertigen Inhalten (Content) wollen wir Menschen und deren Webseiten helfen und zwar auf eine Weise, auf die sowohl unsere Kunden als auch wir stolz sein können. Damit setzen wir positive Signale, dass es unser Inhalt verdient hat, auf der ersten Suchergebnisseite zu landen.

Ich weiß gar nicht mehr so Recht, wann es damals noch trendig war, auf themenrelevanten Blogs Kommentare abzugeben und im URL-Feld die Startseite eines Kunden zu hinterlegen mit solch einfallsreichen Namen wie "günstige Schule online" oder dergleichen. Klingt richtig natürlich, nicht wahr? All das hat dann nicht nur dazu geführt, dass Suchmaschinen Links aus dem Kommentar-Bereich abgewartet haben, sondern auch das Blog-Anbieter wie Wordpress reagiert haben und Nutzer nun die Möglichkeit haben, die Kommentarfunktion sicherer zu machen vor diesen diversen Commentary Spam Software.

Ich habe zwar keine Statistiken oder Belege - vielleicht ja ihr - doch könnte ich wetten, dass seit dieser "Kommentar Spam"- Phase auch die Nutzung des rel="nofollow"-Tags zugenommen hat.

Machen Marketer etwa alles falsch, indem sie neue Trends so häufig nutzen, dass sich die Wirkung gegen sie selbst richtet? Befolgen wir also Trends oder verstehen wir, was wir tun?

Fazit und was wir lernen sollten

Lassen Sie es sein oder beginnen Sie erst gar nicht damit, Textlinks zu kaufen. Als Suchmaschinenoptimierer sollten wir unseren Kunden gute Rankings bescheren durch gute Inhalte, die wir erstellen und entsprechend vermarkten. Als Kunde sollten Sie Ihren (potentiellen) SEO fragen, was er über Linkkauf denkt und wie er 'natürliches Linkbuilding' betreibt.

Ich dank Ihnen für Ihre Zeit.
Ihr Christian Walter Hinze

____

Lesenswert:

Leserumfrage: Wie fandet ihr uns heute?

2017-03-08-1488965563-6721107-iStock482232067.jpg

Ihr habt auch ein spannendes Thema?
Die HuffPost ist eine Debattenplattform für alle Perspektiven. Wenn ihr die Diskussion zu politischen oder gesellschaftlichen Themen vorantreiben wollt, schickt eure Idee an unser Blog-Team unter blog@huffingtonpost.de.

googletag.pubads().setTargeting('[cnd=cld]').display('/7646/mobile_smart_us', [300, 251],'wxwidget-ad');