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Kooperativer Führungsstil

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KOOPERATIVE FUEHRUNG
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Einhundert Prozent bedeutet: Auch du! Bei der Kooperation geht es darum, wie man es schafft, das, was man selbst will, mit dem zu verbinden, was andere wollen. Und daraus ein stimmiges Gesamtkonzept zu entwickeln, dass allen Parteien guttut. Denn das bedeutet Kooperation.

Dazu gehört auch, ungleiche Standpunkte anzunehmen und diese verstehen zu wollen.
Ein kooperativer Führungsstil lässt sich nicht von jetzt auf gleich umsetzen. Zum einen hängt es davon ab, ob Sie einem solchen Führungsverhalten offen gegenüberstehen, ob Sie in stressigen Situationen und hitzigen Diskussionen dennoch die Ruhe bewahren können.

Darum schweigen Ihre Mitarbeiter

Kollegen geben oft ihre Meinung nicht ab, weil sie demotiviert und desillusioniert sind. Sie glauben, das am Ende doch das gemacht wird, was die Führungskraft bevorzugt. Sie werden nur Form halber gefragt, aber ihre Meinung zählt in Wahrheit nicht. Das ist wie auf einem Tandem. Es radeln mehrere Menschen und obwohl ein jeder einen Lenker vor sich hat, kann nur die Führungskraft (die an erster Stelle radelt) bewusst das ganze Team (Tandem) steuern. Wer das Gefühl hat, dass seine Meinung nicht zählt, ja nicht einmal verstanden wird, der wird in einem Meeting nie mehr sagen, was er denkt.

Ohne Plan misslingt jedes Meeting!

Sie fühlen sich wie in einer endlosen Diskussion gefangen und fürchten eine eben solche. Eine solche Diskussion dauert lange und noch viel länger. Und führt dennoch zu keinem brauchbaren Ergebnis.

Bevor Sie sich zusammensetzen, sollten Sie sich einen Plan machen, hinsichtlich dessen was Sie erreichen wollen. Eckpunkte und kritische Aspekte, die Sie besprechen müssen. Setzen Sie sich dabei ein Zielfenster, sonst läuft die Diskussion ewig. Das ist wie damals in der Schule. Man hat geschluchzt und saß mit gefalteten Gebetshänden vor dem Geschichtslehrer. Man möge doch zwei Wochen für den Vortrag bekommen und nicht nur drei Tage. Was daran erstaunt, ist: Das je enger das Zeitfenster, desto eher konzentrieren wir uns auf das, was wirklich wichtig ist. Wir lassen das weg, was unwichtig ist. Setzen Sie das Zeitfenster nicht zu eng, aber eng genug, damit man gemeinsam besprechen und erneut besprechen kann, sodass es zu brauchbaren Ergebnisse kommen kann.

Wer hat den besten Einfall?

Meine ehemalige Englisch-Lehrerin meinte, man solle darauf achten, das Beste aus jeder Idee zu erkennen. Wenn zehn Menschen diskutieren, geht es nicht darum, wer die beste Idee abliefert oder darum, wessen Idee übernommen wird. Das alles wären Zeichen von Konkurrenzdenken und das schadet Ihrem Unternehmen. Dass wollen Sie weder in Ihrem Unternehmen haben, noch fördern(!). Stattdessen geht es darum, dass in jeder Idee eines Menschen etwas Gutes drinstecken kann. Macht man sich die Mühe, all diese ‚möglicherweise' guten Ansätze zu einem Konzept zusammenzutragen, schaffen Sie eine breite Unterstützung und Kooperation. Denn jeder Mensch hat das Gefühl, dass er zu diesem Konzept, zu dieser Idee beitragen konnte(!).

Je höher der Druck, desto autoritärer wird Ihr Führungsstil

Obgleich man es immer noch Führung nennt, so ist es keine Führung. Es ist eine Form des Diktierens und des Sagens: „Mach das so und... mach das so".

Für den kooperativen Führungsstil braucht man Zeit. Wenn Sie unter (Zeit)- Druck stehen, werden Sie sich kaum die Zeit nehmen können bzw. die Zeit nehmen wollen, um mit anderen in einer kooperativen Beziehung arbeiten zu wollen. Denn dieser ‚hochgelobte' kooperative Führungsstil kann für die „unter Druck stehende" Führungskraft zu langwierig sein.

Je knapper die Zeit, desto höher der Druck und desto mehr beharrt man auf seiner Meinung. Denn Sie als Führungskraft sind genervt und würden lieber heute als morgen, aktiv werden wollen. Ihr Chef sitzt Ihnen im Nacken, jeder erwartet von Ihnen die perfekte Lösung und bei alledem sollen Sie sich ‚auch noch' Gedanken darum machen, Ihren Mitarbeitern zuzuhören. Da ist es leichter, sich abzuschotten.

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