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Die Flüchtlingskrise macht mir wirklich Angst

20/02/2016 13:42 CET | Aktualisiert 20/02/2017 11:12 CET
dpa

Unzählige Personen, die unsere Kultur und unsere Werte nicht verstehen und offenbar gar nicht verstehen wollen, ziehen durch unser Land. Sie bedrängen Frauen, schüchtern Kinder ein und prügeln wehrlose Männer ins Krankenhaus. Gegen die unzähligen Straftaten, die diese Gruppe begeht, scheint die Polizei machtlos zu sein. Und Merkel scheint auch nur zuzuschauen. Ein Statusbericht zu den deutschen Besorgtbürgern, Pegidioten und anderen Faschisten.

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Wenn es vor knapp 80 Jahren schon Smartphones gegeben hätte, würde ich große Probleme haben, die Videos von den heutigen aus vielen Teilen Deutschlands zu unterscheiden. Ein Bus kommt an, Menschen sollen in ein Gebäude geführt werden. Ein wütender Mob mit aggressivem Auftreten geht dagegen vor, skandiert ausländerfeindliche Parolen.

Die Polizei steht herum. Viel mehr tut sie zunächst nicht, bis sie selber anfängt unter dem Jubel der sogenannten „besorgten Bürger" vorzugehen. Ein verängstigter Jugendlicher, dem Kindesalter erst vor kurzem entwachsen, wird brutal von einem der Beamten aus dem Bus gezogen, während der daneben stehende Junge, bei weitem noch im Kindesalter, in Tränen aufgelöst ist.

Die Szenen erinnern mich an die Reichspogromnacht.

Sie haben Angst. Angst vor einem gewalttätigen Mob, deren Sprache sie nicht sprechen und deren menschenverachtenden Sprechchöre sie nicht verstehen. Angst vor den Uniformierten, die offenbar das tun, was diesem Mob gefällt. Sie werden von allen Seiten angegriffen, auch von denen, die sie eigentlich schützen sollten.

Die Szenen erinnern mich an die Reichspogromnacht. Und nicht nur mich. Immer mehr ältere Menschen, die die Zeit von Nazi-Deutschland miterlebt haben, und auch Historiker erinnern die Bilder immer mehr an den Aufstieg und das Regime von Hitler und seinen verbrecherischen Schergen.

Das Video, das im sächsischen Clausnitz spielt, wirft so einige Fragen auf. Warum darf dort ein Mob einfach so vorgehen? Die „Demo" war nicht angemeldet, sie hatte kein politisches oder ein anderes Thema, sondern sie richtete sich ausschließlich gegen die ankommenden Kinder, Frauen und Männer. Sie sollten unter Druck gesetzt werden, verängstigt werden.

Muss es erst Tote geben, bevor wir endlich etwas dagegen unternehmen?

Das ist kein Demo-Grund, sondern kriminell. Und nichts weiter. Wer Kinder verängstigt, sie einschüchtert, gegen sie hetzt, ist kein „besorgter Bürger". Er vertritt keine deutschen Werte, keine christlichen Werte. Und Hetze ist auch keine deutsche Kultur. Das sind keine „besorgten Bürger", keine „Kulturverteidiger", keine, die das Christentum verteidigen wollen. Es ist ganz einfach: Das sind Arschlöcher.

Ich als Polizeichef hätte diesen Mob daher vertrieben, bevor der Bus angekommen wäre. Zur Not mit Schlagstock und Wasserwerfer. Die gewalttätigen Beamten, gegen die sich jeder ehrbare Polizist zur Wehr setzt, setzen dem ganzen noch die „Krone" auf... Muss es erst Tote geben, bevor wir endlich etwas dagegen unternehmen?

In 20 Jahren werden sich unsere Kinder für uns schämen, wie wir uns für unsere Eltern schämen, die in Lichtenhagen standen, wie wir uns für unsere Großeltern schämen, die in Auschwitz standen. Ob mitten drin oder tatenlos am Rand. Und wieder werden Politiker sagen, dass so etwas nie wieder passieren dürfe. Bis es wieder geschieht.

Ich will das nicht.

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