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Generation Z vs. Generation Y: "Finger weg, Spotify"

24/08/2015 10:30 CEST | Aktualisiert 24/08/2016 11:12 CEST
marcio eugenio via Getty Images

Angesichts allgemeiner Ausspähgelüste und unreflektierter Gier nach Big Data in unserer modernen Lebenswelt überrascht es nicht: Der Musik-Streaming-Dienst Spotify möchte mehr über seine Nutzer erfahren.

Nun will er unter anderem auf Mobilgeräten gespeicherte Daten wie Kontakte, Ortungsdaten, Fotos oder Mediendateien erfassen. Das geht aus den neuen „Datenschutz"-Bestimmungen des schwedischen Anbieters von Musikangeboten hervor.

Generation Z protestiert

Was aber überrascht: Es gibt im Netz einen Shitstorm dagegen. Wenn man jetzt unterstellt, dass weniger die 60-jährigen Schallplattenbesitzer Spotify nutzen, wird klar: Hier protestiert auch die Generation Z und hat offenbar Erfolg, denn angeblich denkt jetzt Spotify über eine Korrektur ihrer allgemeinen Geschäftsbedingungen nach.

Hier wird wieder einmal der Unterschied zwischen Generation Y und der jüngeren Generation Z (geboren ab 1990) klar: Denn die Generation Z entwickelt zunehmend ein Bedürfnis nach Datenschutz, also nach einem privaten Datenraum.

Skandal um Spotify

Das sieht man nicht nur an dem Skandal um Spotify, sondern auch an vielen Arbeiten: So zeigt die Nürnberger Gesellschaft für Konsumforschung GFK einen beträchtlichen Anteil in der Generation Z, die „Sehr" am Schutz privater Daten interessiert (47%), ein Wert, der überhaupt nicht zum Image der naiven Jugendlichen passt. Aber auch KPMG, das IPG Media Lab und andere Studien signalisieren, dass für die Generation Z Datenschutz wichtig ist.

Sicherlich hat die Generation Z eine extreme Offenheit im Umgang mit privaten Daten, wie man an Facebook sieht. Aber auch hier könnte es sein, dass wir alle von der Generation Y (also den ursprünglich-unbekümmerten Digital Natives) zu sehr auf die Generation Z schließen, die sich ja sogar teilweise von Facebook abwendet und in „privatere" (kleinere) Datenräume zurückzieht.

Was aber besonders bemerkenswert ist: Wieder einmal zeigt es sich, dass selbst große internationale Firmen mit riesigen Marktforschungsabteilungen offenbar nicht in der Lage sind, auch nur ansatzweise die Generation Z zu verstehen.


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