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Anschläge können wir nur vereint überstehen

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ATTACK GERMANY
Arnd Wiegmann / Reuters
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Migranten und besonders Flüchtlinge werden von vielen Menschen schon von jeher kritisch beäugt. Das gilt für alle Gesellschaften. Bewegt von Angst und Sorgen ist es der einfachste Weg, Fremde für die eigenen Probleme und für Missstände im Land verantwortlich zu machen. Gerade unter dem Eindruck einer Welle von Gewalt, wie wir sie zuletzt erlebt haben, folgen solche Reaktionen regelmäßig.

Auf Terroranschläge und Amokläufe folgt bei vielen Menschen geradezu reflexartig der Rückschluss auf die Herkunft oder Religion der Täter, als zentrales Motiv für ihre Tat. Dabei sind die Hintergründe von Terrortaten und die Beweggründe der Terroristen bei weitem vielfältiger und vor allem komplexer. Gerade das macht sie schwer berechenbar.

Anschläge werden daher auch nie vollkommen auszuschließen sein. Denn keine Grenze ist lückenlos zu schließen, nicht jede öffentliche Veranstaltung und jeder öffentliche Platz vollkommen abzusichern.

Man wird sich daran gewöhnen müssen, dass es immer Menschen geben wird, die in der Ermordung Andersdenkender ein legitimes Mittel für die Erreichung ihrer Ziele sehen werden. Sei das aus politischen, rassistischen, religiösen oder persönlichen Gründen.

Integration in die Gesellschaft

Terror wird stets eine perfide Waffe solcher Fanatiker bleiben. Er soll das bewirken, was derzeit in ganz Europa immer wieder zu gelingen scheint. Er soll Gesellschaften entzweien, sie in Angst und Schrecken versetzen oder noch schlimmer, weitere Konflikte oder gar (heilige) Kriege provozieren.

Besonders die Politik und die Medien sollten solchen Reaktionen entgegenwirken und versuchen, durch kollektives An-einem-Strang-ziehen, den Ausbruch aus dem Tollhaus der Angstreaktionen zu wagen.

Sie dürfen in solchen Momenten nicht in erster Linie um Wählerstimmen oder Absatzzahlen kämpfen, sondern müssen der Bevölkerung vermitteln, dass nicht immer härtere Gegenschläge und Gesetze oder Misstrauen und Hass die Bereitschaft zum Terror vermindern.

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Sie müssen im Gegenteil deutlich machen, dass ein solches Vorgehen nur immer mehr Menschen in die Fänge der Terroristen treibt. Politiker wie Medien müssen erklären und vorleben, dass nur die Integration in die Gesellschaft, eine bessere Bildung und die Verbesserung persönlicher Lebenssituationen, vor allem junge Menschen davon abhalten können, sich zu radikalisieren.

Politik und Medien müssen auf Grund ihrer Reichweite und Meinungsmacht Vorbild sein und in die Gesellschaft wirken. Dann können auch die einzelnen Menschen leichter aus der Spirale des Misstrauens und der Angst ausbrechen.

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