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Angela Merkel benimmt sich wie Erich Honecker - zumindest beim Thema "Ehe für alle"

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Der Druck auf die Bundesregierung steigt - nach der Öffnung der Ehe für Schwule und Lesben in Irland hat nun auch das Grönländische Parlament den gleichen Schritt beschlossen. Und in den USA sieht es so aus, als würde der Oberste Gerichtshofs sehr bald entscheiden, dass sämtliche US-Bundesstaaten die Gleichstellung von Schwulen und Lesben im Eherecht vollziehen müssen.

Überall auf der Welt bröckelt die Mauer, die Schwule und Lesben von gleichen Rechten abhält.

In Deutschland mobilisieren jetzt auch die Befürworter der Ehe für alle wie nie zuvor: Die Onlinepetition Frau Merkel, öffnen Sie die Ehe für alle! erreichte schon Stunden nach Eröffnung über 30.000 Stimmen. Tendenz: rasend schnell steigend.

Jetzt schwenken auch die die großen Medien um

„Mit den ewig Gestrigen sind morgen keine Wahlen mehr zu gewinnen", heißt es im Tagesthemen-Kommentar:

Mit den ewig Gestrigen sind morgen keine Wahlen mehr zu gewinnen, meint Sabine Rau im Tagesthemen-Kommentar zur Debatte um die Gleichstellung der Ehe.

Posted by tagesschau on Tuesday, May 26, 2015

Selbst die Bildzeitung fordert nun die Öffnung der Ehe:

„Liebe kennt keine Grenzen. Grenzen zieht nur das Vorurteil."

In den sozialen Netzwerken haben die Kampagnen der Befürworter riesigen Erfolg, zum Beispiel die Aktivistengruppe "Enough Is Enough" (hier auf Facebook). Auf Twitter geht die Kampagne #Ehefüralle steil nach oben. Hier zeigt sich, dass es auch innerhalb der Union schon lange bröckelt:

Angela Merkel ließ ihren Regierungssprecher mitteilen, eine Gleichsetzung mit der Ehe sei kein Ziel der Bundesregierung. Sie selbst hüllt sich in akutes Schweigen - eine typische Strategie der Kanzlerin, die gern abwartet, wie sich gesellschaftliche Debatten entwickeln, um erst ganz zum Schluss Stellung zu beziehen.

Noch hat sie die Gelegenheit, auch in Deutschland zügig umzusetzen, was sich sowieso nicht mehr aufhalten lässt.

Merkel läuft Gefahr am Ende wie ein anderer deutscher Regierungschef dazustehen nämlich Erich Honecker.

Über den Chef der DDR-Regierung ist der Mauerfall '89 gnadenlos hinweg gerauscht, auch wenn er sich sicher war: „Die Mauer wird in 50 und auch in 100 Jahren noch bestehen bleiben".

Die rechtliche Mauer, die Schwule und Lesben vom Heiraten und vom Verantwortung füreinander übernehmen abhält, stürzt in ganz Europa immer schneller ein. Die Gesellschaft ist bereit diese Mauer endgültig umzuwerfen. Angela Merkel sollte den historischen Moment nicht verpassen.

(c) Foto: Kampagne "Frau Merkel, öffnen Sie die Ehe für alle!"


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