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Donald Trump, die beste PR-Maschine der Welt

17/08/2015 17:20 CEST | Aktualisiert 17/08/2016 11:12 CEST
DON EMMERT via Getty Images

Donald Trump ist für mich momentan eine der inspirierendsten Personen, nicht nur auf dem politischen Parkett. Zwischen Idol und Hassfigur: keine Person polarisiert derzeit so sehr wie der milliardenschwere Unternehmer und US-Präsidentschaftskandidat.

Mit seinen stets kontroversen, teilweise sehr beleidigenden Aussagen über Ausländer im Allgemeinen, Mexikaner, Frauen, Schwarze und sicherlich zig weiteren Gesellschaftsgruppen hat der millionenschwere Mogul das Rampenlicht vollständig auf sich gezogen.

Trotzdem erzielt er von Woche zu Woche immer bessere Beliebtheitswerte und gilt mittlerweile sogar noch vor Jeb Bush als aussichtsreichster Präsidentschaftskandidat für die Republicans.

Der britische Philosoph Francis Bacon sagte im Jahr 1597 einmal: "Wissen ist Macht."

Nun ist unbestritten, dass man über einen gewissen Grad an Bildung und Wissen verfügen sollte, welches möglichst effektiv in die Praxis umgesetzt werden muss, um die richtigen Schritte zu tätigen, um an die Macht zu gelangen. Doch was nützt alles Wissen der Welt, was nützt all die harte Arbeit, wenn niemand Kenntnis davon nimmt?

Donald Trump lehrt uns in beeindruckender Art und Weise, dass Wissen und Expertise in einem Bereich (die er unbestreitbar als einer der erfolgreichsten Unternehmer weltweit besitzt) für die eigene Reputation von höchster Priorität sind.

Was die Expertise im politischen Bereich betrifft, sind ihm seine Konkurrenten aus dem Lager der Republikaner um Einiges voraus, trotzdem dominiert Trump wie selbstverständlich Umfragen und die Medienberichterstattung - woran liegt das?

1. Die Welt ist eine Promotion-Plattform - nutze sie jederzeit und überall!

Egal, ob er seine eigenen Projekte und Investments vorstellt, Kritiker erzieht, sich zum Showbiz-Geschehen äußert oder mal wieder eine gesellschaftliche Minderheit beleidigt - Donald Trump äußert sich gerne öffentlichkeitswirksam.

Ob Fernsehen, Zeitungen, Facebook oder Twitter - Trump nutzt jedes Medium, um seine Marke zu präsentieren und die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. Mit seinen 69 Jahren nutzt er Twitter vermutlich effektiver als jeder 30-Jährige.

Fragt sich das weltweite Publikum derzeit, wen Donald Trump als Nächstes auf Twitter an den Pranger stellt, dürfte jeder genauso gespannt darauf warten, welche konkreten Inhalte Donald Trump eigentlich umsetzen will, wenn er Präsident ist. Bis dahin hat er unsere Aufmerksamkeit.

Das lehrt uns Trump

Donald Trump ist ein Meister darin, sich und sein Produkt vermarkten, verkaufen und vor allem sich selbst zu einer Marke zu machen, die unübersehbar ist. Die Lehre, die man daraus also ziehen muss ist, um sich oder sein eigenes Unternehmen bekannt zu machen ist, jede sich bietende Gelegenheit zu nutzen, um Eigenwerbung zu betreiben - und nicht damit aufzuhören.

2. Nutze Störgeräusche, um im Gespräch zu bleiben!

"The Donald" hat mal wieder eine Twitter-Mention nach der anderen erhalten, in welchem er - mal wieder - als ignorantes Arschloch beschimpft wurde, weil er sich politisch inkorrekt geäußert hat, die Presse erklärt ihn für wahnsinnig.

Das stört ihn alles gar nicht: während andere im Rampenlicht stehende Personen in solch einem Fall alles daran setzen, eine ausgeklügelte Krisenkommunikationsstrategie auszutüfteln, um Schadensbegrenzung zu betreiben, dreht Trump einfach auf. Er "knöpft" sich seine Kritiker vor und stellt sie in der Presse, und vor allem auf Twitter, an den Pranger.

Das muss man nicht gut finden, es erzielt aber den Effekt, dass Trump

1) im Gespräch bleibt, weil er sich mal wieder in gewohnt undiplomatischer, unterhaltsamer Art und Weise direkt an die Kritiker richtet und dadurch alle Augen auf sich und die Erwartungen an seine nächsten Statements schürt

2) die Konversation selbst kontrolliert und am Laufen hält, indem er sich nicht friedfertig gibt, sondern versucht, weitere Reaktionen seines Gegners, der Presse und der Social Media-Community, also uns, herauszukitzeln.

3) durch sein Verhalten mindestens genauso viele Sympathien wie Antipathien schürt, indem er zum Ausdruck bringt: "Ich bin finanziell von niemandem abhängig, die Partei ist meine Plattform, aber kein Klotz am Bein, ich werde auch als Präsident sagen und tun, was ich für richtig halte!"

Wie derzeit kein Zweiter schafft es Donald Trump, wirklich jedes Störfeuer zur eigenen Profilierung zu nutzen, zu polarisieren und allen anderen Kandidaten die Show zu stehlen.

3. Bleib' relevant!

Wer so beständig in den Medien ist wie Donald Trump, und das auch noch auf derart polarisierende Art und Weise, der nutzt sich für gewöhnlich schnell ab. Daher ist es wichtig, nicht immer wieder seine Aussagen zu wiederholen, sondern stets Überraschungen parat zu haben.

Egal, ob er es für notwendig erachtet, eine Mauer an die mexikanische Grenze zu bauen, Gegner und Kritiker zu diffamieren oder Kindern einen Helikopter-Flug zu spendieren, man weiß derzeit nie, was er als Nächstes vor hat - außer, dass er alles dafür tut, um nicht eine Sekunde lang in der Versenkung zu verschwinden.

Ob man Donald Trump nun liebt oder hasst, ist gar nicht mal so wichtig. Auch die Frage, ob er ein geeigneter Präsidentschaftskandidat wäre oder nicht, ist eher sekundär (zumal sich auch andere hochgehandelte Kandidaten nicht gerade mit Ruhm bekleckern). Was zählt ist, dass man von ihm lernt.


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