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Soziales Miteinander: Gemeinsam dem Demografischen Wandel begegnen

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Die Entwicklung ist unausweichlich: Unsere Gesellschaft wird ├Ąlter, und das hat schon jetzt insbesondere im l├Ąndlichen Raum sp├╝rbare Auswirkungen. Vor allem j├╝ngere Menschen verlassen dort die kleinen St├Ądte und D├Ârfer. Sie suchen und finden Ausbildungs- und Studienm├Âglichkeiten oder Arbeitspl├Ątze in den gr├Â├čeren St├Ądten und Metropolen des Landes.

ÔÇ×Es gibt bereits heute konkrete Anzeichen, dass sich die Auswirkungen des demografischen Wandels in besonderer Weise in l├Ąndlichen Regionen und kleinen St├Ądten bemerkbar machen."

Wenn in den betroffenen Kommunen die Bev├Âlkerung insgesamt schrumpft und der Anteil der ├Ąlteren Menschen best├Ąndig w├Ąchst, so kommt es dort oftmals zum Stillstand: Die d├Ârfliche Infrastruktur l├Âst sich nach und nach auf, die soziale wie gesundheitliche Versorgung werden mehr und mehr heruntergefahren bzw. sind nur noch schwer zug├Ąnglich, wenn man sie mit Angeboten aus benachbarten D├Ârfern zusammenlegt.

Sorgen sollte uns insbesondere, dass mit dieser Entwicklung auch das soziale Miteinander aus dem Gleichgewicht ger├Ąt.

Denn irgendwann gibt es zu viele Menschen, die auf Unterst├╝tzung angewiesen sind, und zu wenige, die sich vor Ort f├╝r die notwendige Hilfe engagieren k├Ânnen.

ÔÇ×Der demografische Wandel bedroht bestimmte Regionen in Deutschland nicht nur in wirtschaftlicher Hinsicht - ein gesamtes soziales Gef├╝ge ger├Ąt aus den Fugen und damit ist auch das gesellschaftliche Miteinander in Gefahr. Hier gegenzusteuern ist eine Aufgabe, die uns alle angeht."

W├Ąhrend die Alterspyramide nicht umzudrehen ist, sind die Begleiterscheinungen und die daraus resultierenden negativen Entwicklungen f├╝r das soziale Miteinander keineswegs naturgegeben.

Bei den Themen fehlende soziale Infrastruktur, land├Ąrztliche Unterbesetzung und Defiziten im Pflegebereich k├Ânnen wir aktiv eingreifen und unterst├╝tzen - was sehr wichtig ist.

Denn werden die Ungleichgewichte zwischen Stadt und vereinsamten Regionen immer gr├Â├čer, so verst├Ąrkt sich bei den zur├╝ckgelassenen Menschen das Gef├╝hl, ÔÇ×abgeh├Ąngt" zu sein. Frust und Unzufriedenheit aber sind keine gute Basis f├╝r eine soziale Gemeinschaft.

Es gibt immer wieder Beispiele, die zeigen, dass es anders geht. Die F├Ârderung von sozialen Projekten vor Ort und zunehmend auch Ma├čnahmen des Quartiersmanagement sind uns als Deutscher Fernsehlotterie schon seit Jahren ein wichtiges Anliegen.

ÔÇ×Vereinsamung im Alter, Landflucht und immer gr├Â├čer werdende Herausforderungen in der Pflege sind Ph├Ąnomene des demografischen Wandels, die nicht naturgegeben sind. Wir haben es in der Hand, die Entwicklungen zu steuern - unter anderem indem wir Strategien und gute Projekte als Best-Practice bekannt machen; Vernetzung ist das Stichwort."

Wenn wir die Partnerschaften zwischen Kommunen, Verb├Ąnden und freien Tr├Ągern noch intensiver unterst├╝tzen, bietet uns das langfristig eine nachhaltige Strategie zur Unterst├╝tzung des sozialen Miteinanders und um dem Demografischen Wandel zu begegnen.

Was wir dabei vor allem nicht aus den Augen verlieren d├╝rfen, ist die Betroffenen wo m├Âglich selbst zu Wort kommen zu lassen.

Bereits heute arbeiten einige Wohlfahrtsverb├Ąnde mit B├╝rgerbeteiligungen, um die Bedarfe an Projekten und Unterst├╝tzung zu optimieren. Ein vielversprechender Ansatz, der Vertrauen, Motivation, breites Engagement und eine nachhaltige Basis f├╝r die Projektarbeit schafft. So ergibt sich die Strategie nicht von oben herab, sondern entwickelt sich aus der Arbeit vor Ort - bei diesem Anliegen ein erfolgversprechendes Modell f├╝r die Zukunft.

Bild: Deutsche Fernsehlotterie

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