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Weihnachtsfeier verbessert Kommunikation zwischen Mitarbeitern und Führungskräften

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Führungskräfte reden nicht mit Mitarbeitern, zumindest nicht während der Arbeit. "Man kommt einfach bei der vielen Arbeit nicht dazu", mögen Führungskräfte nun entgegnen. Dabei fragt man sich, was man dagegen tun könnte und eine Vielzahl an Strategien wie Team-Meetings, Rederunden und feste Zeiten sind möglich, doch eine der besten Lösungen ist die Weihnachtsfeier - eine gut geplante Feier! Auf einer solchen Feier begegnen sich beide Gruppen auf Augenhöhe und haben die Chance, sich ganz neu kennenzulernen.

Eine Weihnachtsfeier ist langweilig, aber Pflicht!

Kaum etwas ist so langweilig wie die alljährlich wiederkehrende Weihnachtsfeier der Firma. Warum? Weil es in jedem Jahr das Gleiche ist: Das gleiche Buffet, dieselbe langweilige Stimmung und dasselbe Gefühl, es nicht abwarten zu können, nach Hause zu kommen. Wenn man es sich aussuchen könnte, dann würde man Zuhause bleiben, doch die Pflicht ruft und so erscheint man Abends und hofft, es möge schnell vorbei sein.

Doch in allem Negativen steckt auch etwas Positives. So kann die Überzeugung der meisten Mitarbeiter über die Weihnachtsfeier dazu genutzt werden, um sich bei der Planung besondere Mühe zu geben. Dazu gehört auch, dass die Weihnachtsfeier als ein wichtiges Event wahrgenommen wird, dass die Beziehung und die Kommunikation zwischen der Führungsebene und den Mitarbeitern verbessern kann. Denn in den meisten Unternehmen herrscht gerade zwischen Führung und Nicht-Führung Funkstille. Daher kann eine solche Feier besonders deren Kommunikation fördern und somit das Unternehmen an sich bereichern.

Überwindet eine Weihnachtsfeier interne Hierarchien?

Der gemeinsame Fokus liegt auf Weihnachten und die Weihnachtsfeier ist das verbindende Element, dass alle Gäste an diesem Abend zusammenschweißt.

Hierbei wird das allzu oft zitierte "Kompetenzgerangel" beiseite gelassen. Es geht nicht darum, wer besser oder wichtiger ist. Denn damit kommt es zu keiner guten Feier. Doch wenn sich alle gemeinsam auf ein und dasselbe Ziel konzentrieren und sich darauf freuen, dann, ja dann kann eine Weihnachtsfeier interne Hierarchien überwinden.

Man nennt das auch "Team Fokus", indem sich viele Menschen auf ein und dasselbe Ziel konzentrieren. Statt gegeneinander zu arbeiten, arbeiten die Mitarbeiter miteinander und somit entsteht während der Feier eine Art Zusammengehörigkeitsgefühl. Gerade dieses Gefühl beflügelt einen jeden, die bisher gesetzten Schranken zu überwinden und sich als Teil der unternehmerischen Gemeinschaft zu sehen. Denn Hierarchien überwindet man nur dann, wenn man sich gemeinsam auf ein Ziel konzentriert und miteinander arbeitet - für das Wohl aller Beteiligten.

Das Interesse steigt, wenn man Gemeinsamkeiten hat

Erst durch ein Event abseits des normalen Arbeitsalltags lernt man den jeweils anderen Kollegen persönlich kennen. Denn wenn man ehrlich zu sich selbst ist, dann weiß man, dass auf der Arbeit nicht viel Raum für die persönliche Entfaltung ist. Und wenn man sich nicht persönlich entfalten kann, können andere die eigene Persönlichkeit nicht erkennen. Ein Versteckspiel für beide Seiten - leider.

Dinge, die die eigene Persönlichkeit ausmachen und Nichts mit der Arbeit zu tun haben, werden nur dann geäußert, wenn sich die Umstände ändern. Normalerweise ist dies bei Veranstaltungen der Fall. Wenn es keine Terminfrist gibt und man das Gefühl hat, dass alle entspannt sind, dann kann man sich leichter und eher fallen lassen.

Somit zeigt man sich seinen Mitmenschen von einer anderen Seite und gibt ihnen die Gelegenheit, einen selbst kennenzulernen. Unter Umständen - und das ist das Wünschenswerte dabei - tauscht man sich über Gemeinsamkeiten aus, die ein Grundstein einer Beziehung sein können.

Es könnte durch ein Gespräch dazu kommen, dass man von seiner Kollegin erfährt, dass sie gerne Bücher von Jane Austin liest und sich für alte Obstsorten interessiert. Selbst wenn es wie Zufall wirken mag, so kann es passieren, dass ein Kollege die Leidenschaft für Jane Austin Bücher teilt und schon ist das Eis gebrochen und man fühlt sich wohler, weil man etwas hat, worüber man miteinander reden kann. Denn Smalltalk ist auf Dauer schlicht langweilig und ermüdend - für beide Seiten.

"Ach, das sind Ihre Kinder?", fragte er erstaunt

Man nutzt die Chance, sich über die Kinder kennenzulernen. Durchaus kann es passieren, dass zu einer Firmen-Weihnachtsfeier die Kinder der Mitarbeiter eingeladen werden dürfen. Als positiver Nebeneffekt entsteht dadurch eine familiäre Atmosphäre und die Eltern müssen sich keine Sorgen machen, ob es ihren Kindern gutgeht oder nicht.

Ebenso kann es im Laufe des Abends dazu führen, dass die Kinder eines Kollegen auch des eigenen Chefs sich mit den Kindern eines Mitarbeiters gut verstehen und mit ihnen spielen. Man lernt sich also darüber kennen, dass die Kinder zuerst eine Brücke der Kommunikation schlagen. Urplötzlich stellt man fest, dass man hinsichtlich der Kindererziehung dieselben Prioritäten besitzt und erkennt, dass man diese Gemeinsamkeiten auch im Arbeitsalltag umsetzen könnte, sofern man den Kontakt aufrechterhält.

Die Führungskräfte können sich mal entspannen

Man ist dem Dresscode nicht unterworfen und die Mitarbeiter sehen sie als ebenbürtig an, weil keine Krawatten und Anzüge getragen werden. Denn es kann durchaus sein, dass ich Mitarbeiter von Anzügen und Krawatten eingeschüchtert fühlen und sich wohler fühlen, ihren Chef anzusprechen, wenn sich dieser auf eine Weise kleidet, der keine Hierarchien ausdrückt. Es verringert daher die Hemmschwelle, womit man offener aufeinander zu geht.

Die Führungskräfte müssen an diesem Abend nicht alles kontrollieren und müssen auch nicht alles im Blick haben, sondern sie sind ein Teil der Feier und können sich mal einfach fallen lassen. Statt wie gewohnt, außen vor zu stehen. Denn als Chef ist man es gewohnt, alles im Blick haben zu müssen und nicht abschalten zu dürfen. Für so manchen Chef ist es eine Bürde, denn er muss es erst wieder üben, sich fallen zu lassen und die Verantwortung auf alle anderen abzugeben und ihnen zu vertrauen.

Urplötzlich plaudern die Mitarbeiter

Bei der Arbeit ist normalerweise keine Zeit für Themen, die Nichts mit der Arbeit zu tun haben. Denn sie kosten Zeit und Geld und das sind Ressourcen, die man nicht verschwenden kann und will. Je wohler sich die Mitarbeiter fühlen, weil die Weihnachtsfeier toll organisiert worden ist und weil großartige Unterhaltung an diesem Abend stattfindet, desto selbstbewusster reden sie darüber, was sie mögen, was sie denken und sind offener. Dadurch erkennen Führungskräfte, dass ihre Mitarbeiter etwas zu sagen haben, wenn sie es sich zutrauen.

Denn nur so kann man sich gegenseitig kennenlernen, wenn man sich präsentieren kann in Form eines offenen Gesprächs. Die geladenen Gäste und Mitarbeiter müssen das Gefühl haben, dass nicht bewertet wird, was sie sagen. Dies ist zuweilen nur dann möglich, wenn eine ausgelassene Stimmung zwischen allen Gästen herrscht. Denn dann weiß man auch, dass sie entspannt genug sind und auch die Zeit haben, das Gesagte zu verstehen und nicht nur wie typisch, ein Teil des Flurfunks sind.

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