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Volker Tabaczek: Diamanten als Altesvorsorge

12/08/2017 13:18 CEST | Aktualisiert 12/08/2017 13:18 CEST
miljko via Getty Images

Volker Tabaczek, ehemalige Radsportlegende aus Thüringen und nun bereits seit vielen Jahrzehnten erfolgreicher Investmentberater in den USA und Trustee des On the Rockz Diamond Trust aus Las Vegas/NV erklärt, warum Diamanten als Kapitalanlage in Deutschland künftig eine größere Rolle spielen werden.

Diamanten sind bei Industrie und als Wertanlage begehrt

Diamanten sind ein besonderer Stoff. Der natürliche Kohlenstoff ist die härteste Substanz, die auf der Härteskala von Mohs existiert. Nur Diamanten sind in der Lage, andere Diamanten zu bearbeiten. Das macht die Edelsteine für die technische Nutzung zum Schleifen oder Schneiden interessant.

Schmucksteine gelten als klar, unbezwingbar und ewig

Gleichzeitig besitzen Diamanten auch einen ästhetischen Wert: sie bilden meist oktaederförmige Kristalle, auch Tetraeder, Dodekaeder oder Würfel sind möglich. An ihren Flächen bricht das Licht. Je nachdem, ob Diamanten farblos oder durch Verunreinigungen eingefärbt sind, entstehen so faszinierende Lichteffekte, die durch den Schliff eines Diamanten perfektioniert werden können.

Diamantenbedarf übersteigt die Produktion

Diamanten sind selten und durch die industrielle Nutzung sind sie eine endliche natürliche Ressource. 2015 wurden weltweit etwa 127 Mio. Carat/ct Rohdiamanten gefördert (etwa 25,4 t), 2005 waren es noch 177 Mio. ct.

2017-08-08-1502190210-4504960-Bild_Tabaczek_Anzug_schwarz.png Diamanten-Experte Volker Tabaczek

Die größten Diamantenminen sind voraussichtlich in 20 Jahren erschöpft, neue Minen werden kaum noch gefunden. Etwa 80% der Rohdiamanten sind nur zur industriellen Nutzung geeignet. Das bedeutet, Diamanten als Schmuck oder Wertanlage werden künftig noch seltener und damit wertvoller.

Auch synthetische Diamanten können Verknappung nicht stoppen

In den vergangenen 50 Jahren stieg der Diamantenpreis durchschnittlich um 14,5% pro Jahr, einschließlich einiger Schwankungen. Lag der Wert eines durchschnittlichen Einkaräters, Farbe-D, 1960 bei etwa 2.500 $, so stieg dieser Preis bis 2012 auf 29.000 $.

Um den wachsenden industriellen Bedarf abzufedern, werden seit Jahrzehnten auch synthetische Diamanten hergestellt, Die weltweite Produktion liegt bei etwa 4.600 Mio ct, wobei alleine die VR China 4.000 Mio. ct davon produziert. 77% aller derzeit produzierten Diamanten sind synthetischen Ursprungs. Auf dem Schmuckmarkt haben auch künstliche Diamanten ihren Wert, er liegt allerdings deutlich unter dem von echten Diamanten.

Anlagediamanten: Kauf ich den Stein oder gleich die ganze Miene?

Für Diamanten als Wertanlage gibt es zwei Strategien: entweder man legt sich ein kleines Diamantendepot zu und erweitert es nach und nach. Oder man kauft sich in die Diamantenproduzenten ein und hofft auf spektakuläre Funde, die den Aktienpreis in die Höhe treiben. Diamantenexperte Volker Tabaczek rät zu den echten Steinen.

Diamantenkauf nur mit seriöser Beratung

Für beide Strategien benötigt man Erfahrung und vertrauenswürdige Beratung. Denn anders als Gold oder Rohstoffe haben Diamanten keinen festen Preis an der Börse. Jeder Stein ist anders und erbringt bei jedem Juwelier oder auf einer Auktion einen anderen Preis. Natürlich gibt es Standards wie die vier C: Carat, Clarity, Colour und Cut. Doch neben Gewicht, Klarheit, Farbe und Schliff bestimmen bei Diamanten noch viele andere Kriterien wie Herkunft, Einschlüsse, Fluoreszenz, Symmetrie und Politur den Wert.

Tabaczek: Lieber kleine handelsübliche Steine als Preziosen

Wer sich für Diamanten als Wertanlage entscheidet, sollte nicht auf besondere Steine spekulieren. Standardgrößen bis 1 ct mit Brillantschliff sind gut vergleichbar und damit leichter zu handeln. Ihr Vorteil ist ihr geringes Volumen, durch das Diamanten überall hin unauffällig transportiert und ohne Aufwand gelagert werden können.

Wichtig beim Kauf von Diamanten sind Echtheits- und Ursprungszertifikate, denn mit einem Strassstein oder einem Blutdiamanten werden Sie keine Wertsteigerung erleben, weiß Volker Tabaczek.

Diamantenaktien bei Großproduzenten auf hohem Niveau

Ein Investment in Diamantenproduzenten setzt ebenfalls Fachkenntnisse voraus. Die drei Platzhirsche De Beers (Luxemburg), Rio Tinto Group (GB/Australien) und Alrosa (Russland) fördern zusammen etwa 70% der Rohdiamanten. Da die größten vermuteten Diamantenvorkommen in Russland, Botswana, DR Kongo, und Kanada liegen, wird es bei den Produzenten in den nächsten Jahren Verschiebungen geben: Südafrika und Australien fallen zurück, Kanada und viele kleinere afrikanische Staaten mit fragwürdigen Produktionsbedingungen drängen auf den Markt.

Kleinere Mienen sind lukrativ und riskant

Das drückt sich auch in den Aktien der Diamantenproduzenten aus. Während die Papiere der etablierten Konzerne bereits hoch dotiert und keine Schnäppchen für Anleger sind, gibt es bei kleineren Minen in Kanada oder manchem afrikanischen Land durchaus noch Luft nach oben. Allerdings sind hier auch die Explorationsrisiken am größten. Denn es gibt nur wenige hochqualifizierte Geologen, die nicht bei De Beers oder Rio Tinto arbeiten.

Tabaczek warnt: Blutdiamanten können Kapitaleinsatz vernichten

Bei afrikanischen Diamantenproduzenten, etwa aus Sierra Leone. Guinea, dem Kongo oder der Zentralafrikanischen Republik muss ausgeschlossen werden, dass es sich um Blutdiamanten handelt. Das gilt zum Teil auch für Diamanten aus Brasilien, Guyana oder Indien. Wer nichts von Diamanten versteht oder die Produzenten nicht kennt, der kann hier sein Kapital auch verlieren.

Diamantenaktien verlangen bessere Nerven als Edelsteine

Aktien von Diamantenproduzenten bleiben wie alle Aktien spekulative Papiere. Doch hier müssen Sie als Aktionär bessere Nerven besitzen als bei einem Bankpapier. Als Luca Diamonds 2015 zwei spektakuläre Diamanten fand, schoss der Aktienwert um 167% in die Höhe.

Umgekehrt sieht es aus, wenn eine unrentable Mine geschlossen wird. „Bei einer Aktie beobachten Sie das Unternehmen ständig mit Sorge, einen einmal gekauften Diamanten können Sie dagegen ein paar Jahre einfach vergessen", erklärt Volker Tabaczek den Unterschied der Anlagestrategien.

Diamantendepot ist dezent und flexibel

Die Steine selbst sind vergleichsweise wertstabil, allerdings müssen Sie auch hier Preisschwankungen aushalten und langfristig kalkulieren. Für 350.000 € erhalten Sie derzeit etwa 10 Kilobarren Feingold oder 4 ct in Diamanten, ein Steinchen von dezenten 0,8 Gramm mit feinem Schliff. Sie bekommen die Steine aber auch in kleineren Gewichtseinheiten für ein schmaleres Budget.

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Beliebte Handelsformen sind leichter verkäuflich

Diamanten als Geldanlage sollten einen klaren Brillantschliff mit oben 24 und unten 32 Facetten besitzen, das sind die beliebtesten Handelsformen. Kaufen Sie farbige Diamanten nur, wenn Sie etwas davon verstehen, - zu groß ist sonst das Risiko eines Fehlkaufes - auch ein geeigneter Käufer ist schwerer zu finden. Je höher die Qualität und Reinheit, desto sicherer die Wertstabilität und desto höher der Preis.

Keine andere Anlageform ist wertstabiler

Die Vorteile für Diamanten als Geldanlage liegen gegenüber anderen Anlageformen auf der Hand: die Aktienmärkte sind seit dem Bankencrash verunsichert, Rechtsklangen, Branchenumbrüche, Brexit und US-Protektionismus lassen Investoren zögern. Staatspapiere oder Bankguthaben bringen kaum noch Renditen, die Gold- und Silbermärkte sind überhitzt, Immobilien bringen kaum Ertrag. Sollte das billige Geld von Federal Reserve und EZB in eine Inflation oder gar den Crash des Euros münden, können sich Besitzer von Diamanten umso mehr über ihre wertstabilen Steine freuen.

Der Run auf Diamanten hat erst begonnen

Im On the Rockz Diamond Trust erlebt Volker Tabaczek die wachsende Nachfrage nach Diamanten täglich hautnah. Wer sich früher eine Zweitwohnung zur Alterssicherung zulegte, entscheidet sich heute schon nicht mehr für hochpreisiges Gold, sondern eher für einen der ewigen Steine.

Lebensversicherungen, Bausparverträge und Derivate werden in funkelnde Edelsteine getauscht. Bei Diamanten gibt es zwar keine Zinsen, aber wenn Sie nicht zu plötzlichen Notverkäufen gezwungen sind können Sie sicher sein, dass Ihre Steine in einigen Jahren einen glänzenden Gewinn erbringen. Bis dahin kann Ihre Frau den ein oder anderen Stein mit Freude tragen.

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