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Florian Tanyildiz: Wir brauchen Unternehmer mit Herz und Verstand - mit Social Entrepreneurship zum Erfolg

Veröffentlicht: Aktualisiert:
BUSINESSMAN
Ezra Bailey via Getty Images
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Bild: Florian Tanyildiz

Unternehmertum erfordert Mut

Es sind weder Siemens noch Daimler oder die Deutsche Bank - sondern die vielen Selbstständigen, kleinen und mittleren Unternehmer, die unser Land geprägt haben - und es immer noch tun. Genau diesen Menschen sollte deshalb unser Vertrauen gelten. Eine repräsentative Studie des Beratungsunternehmens A.T. Kearney bestätigt, dass für rund 44% der befragten Teilnehmer die Wertevorstellungen der Unternehmen (Respekt, Social Entrepreneurship und hohe Eigenverantwortlichkeit) eine wichtige Kompetente bei Ihrer Entscheidungsfindung sind.

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Denn besonders in Zeiten politischer Unruhe und scheinbar stetig zunehmender Unsicherheit ist der Glaube an eine chancenreiche Zukunft unabdingbar. Während andere Länder mit Rohstoffen oder geopolitischen Vorteilen gesegnet sind, hat Deutschland nur eine Quelle des Wohlstands: unser Know-how. Der im Ausland oft hoch angepriesene „German Mittelstand" bildet das Rückgrat unseres Erfolges. Was wir besitzen ist die Fähigkeit, aus Visionen Produkte werden zu lassen und diese weltweit und kundengerecht in die Welt hinaus zu tragen - und das mit bahnbrechenden Erfolg.

Dies zeigt sich ganz deutlich in der Ideen-Schmiede Berlin: „Als Vorstandsmitglied der jungen Unternehmer erlebe ich tagtäglich, wie aus Ideen Lösungen werden, wie sich Startups zu preisgekrönten Unternehmen entwickeln und aus Träumen Wirklichkeit wird. Es erfüllt mich mit großem Stolz diese Menschen auf Ihrem Weg zu begleiten und Sie über die Hürden des Unternehmertums zu führen," so Florian Tanyildiz. Während andere Großstädte erst jetzt daran arbeiten, die nötigen Voraussetzungen für innovative Unternehmen zu schaffen, zeigt Berlin als Schmelztiegel der Kulturen wie Vielfalt obsiegt und bietet uns einen unverstellten Blick auf die Chancen von unternehmerischen Entscheidungen, die mit Mut getroffen werden.

Gesellschaftliches Engagement ist keine Kür, sondern Pflicht

Der Erfolg des deutschen Mittelstandes gründet sich jedoch ebenso auf das Prinzip der Gegenseitigkeit und ist Personen zuzuschreiben, die mehr als nur ökonomische Interessen verfolgten und auch an die Mitte der Gesellschaft dachten. Und genauso wünschen sich Konsumenten wie auch die Familienunternehmer selbst besondere Persönlichkeiten und Charaktere an Ihrer Spitze. Das zumindest sagen 52 Prozent der Studienteilnehmer einer von PwC durchgeführten Studie zum Thema Familienunternehmen.

Florian Tanyildiz, der bereits früh dem Thema Entrepreneurship begegnete, weiß aus erster Hand was es bedeutet Verantwortung zu übernehmen: „Als mein Vater Ermann Tanylidiz nach Deutschland kam, boten sich nicht viele Perspektiven an. Doch er machte weiter. Schlussendlich haben ihm sein unnachahmliches Engagement für die Sache und die bildungspolitischen Anstrengungen nach der Wiedervereinigung ermöglicht, sein Unternehmen aufzubauen und sogar eine staatlich anerkannte Universität zu gründen. Auf seinem Weg hat mein Vater damit zehntausenden Menschen geholfen, sich in Deutschland eine Lebensgrundlage zu schaffen und ihnen den Horizont aufgezeigt, der sich durch Bildung ergeben kann. Für ihn war Erfolg nie eine Frage der Herkunft, sondern immer eine Frage des Willens. Das hat mich inspiriert, seinem Weg zu folgen", betont Tanyildiz.

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Florian Tanyildiz, arbeitet als Nachfolder zweiter Generation im Ausbildungszentrum OTA seines Vaters. 2008 entschied sich der ausgebildete Hotelmanager aus Dubai nach Deutschland zurückzukehren, um seine Familie in der Zeit der Wirtschaftskrise zu unterstützen. Gemeinsam mit seiner Mutter Margit Weiß-Tanyildiz nahm er die unternehmerischen Geschäfte des OTA wieder in Familienhand. Er orientierte sich am Erfolg seines Vaters und schaffte es die Hochschule durch neue Maßnahmen zu konsolidieren. Sein Engagement hat Vorbildcharakter: Seit 2017 ist Florian Tanyildiz Landesvorsitzender des Wirtschaftsverbandes „Die jungen Unternehmer" und setzt sich für die Interessen von Jungunternehmern ein.

Wie genau der Weg seines Vaters verlaufen ist, lässt sich auch eindrucksvoll in dem Buch „Deutschland, hab Mut! Eine Unternehmerfamilie zeigt, wie Integration wirklich gelingt" eindrucksvoll nachlesen. Es ist die packende und authentische Geschichte einer Unternehmerfamilie, die trotz widriger Umstände ihren Weg geht. Zugleich wird auch das Thema Integration und die aktuelle Flüchtlingskrise in den Fokus gerückt.

Social Entrepreneure weisen den Weg in die Zukunft. Dabei sollte berücksichtigt werden, dass entgegen dem Glauben Vieler, dass die Politik Veränderungen schafft, vielmehr jeder in der Gesellschaft seinen Teil leisten muss: ob es die Spende an die Philharmonie, die weihnachtliche Spende an eine Hilfsorganisation statt der ausschweifenden Feiern oder das Engagement in einen ehrenamtlichen Verein ist; wir alle können und sollten unseren Beitrag dazu leisten, unsere pluralistische und demokratische Gesellschaft aufrechtzuerhalten.

So wie Florian Tanyildiz, der aktuell im Ausbildungszentrum OTA dafür sorgt, dass Jugendliche Zugang zu einer hochwertigen handwerklichen Ausbildung bekommen. Auch wenn es scheint, dass uns Konzerne und die Politik die Aufgabe der Integration und Innovationsentwicklung abnehmen können, geschehen die wahren Veränderungen im Kleinen: „Wir leben in einer facettenreichen Welt voll Chancen. Soziale Entrepreneure, die mit Herz und Verstand handeln, tragen die Zukunft Deutschlands auf ihren Schultern", davon ist Tanyildiz überzeugt.

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