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Zahnzusatzversicherung - das lohnende Extra für jede Altersklasse

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David Sacks via Getty Images
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Patienten der älteren Generation können sich meist noch recht gut an die Zeit erinnern, in der die gesetzliche Krankenversicherung im Grunde für alle Kosten aufkam, die mit Behandlungen beim Zahnarzt und insbesondere dem Thema Zahnersatz verbunden sind.

Aufgrund der hohen finanziellen der Versicherer sind die vom Gesetzgeber vorgeschriebenen Kassenleistungen innerhalb der vergangenen Jahrzehnte sukzessive reduziert worden.

Die Verbraucher selbst werden demzufolge zunehmend stärker in die Pflicht genommen. Doch die steigende Eigenbeteiligung stellt für viele Haushalte eine erhebliche Mehrbelastung dar. Eine Zahnzusatzversicherung kann in diesem Kontext Abhilfe schaffen. Trotz der Qualität und vergleichsweise niedrigen Beiträge für die Policen verzichten viele Verbraucher auf den ergänzenden Versicherungsschutz.

Policen machen können sich für jeden Versicherten bezahlt machen

Vor inzwischen mehr als zehn Jahren war es der damalige Bundeskanzler Gerhard Schröder, der äußerte, es dürfe nicht dazu kommen, dass man die Zugehörigkeit zur gesellschaftlichen Schicht an den Zähnen der Bürger erkennen kann. Faktisch ist dies mittlerweile durchaus der Status. Denn viele Patienten müssen mit den Basisleistungen Vorlieb nehmen, da die Mittel nicht reichen, um die bestmöglichen zahnmedizinischen Leistungen in Anspruch nehmen zu können.

Dass die Versicherungsbranche schon früh die Zeichen der erkannt hat, wissen viele gesetzlich - und im Übrigen auch privat - Versicherte gar nicht. Denn auch private Krankenversicherer kommen längst nicht für alle Kosten auf, die mit der Zahnbehandlung verbunden sind.

Im Gegenteil hat sich die Situation hinsichtlich der Leistungen zum Teil sogar zugunsten der gesetzlichen Krankenversicherung verschoben. Die Meinung, die Zusatzversicherungen für Zahnbehandlungen und Zahnersatz sei ein unbezahlbarer und wenig sinnvoller Luxus für Besserverdiener, könnte jedenfalls falscher nicht sein.

Füllungen, Kronen & Implantate kosten zunehmend mehr

Bei genauer Betrachtung zeigt sich nämlich, wie dienlich die Policen für die große Mehrheit der Versicherungsnehmer sein kann im Alltag. Selbst Menschen mit nahezu unverwüstlichen Zähnen, die dank guter Gene und vorbildlicher Pflege lange Jahre von der Notwendigkeit einer Behandlung verschont blieben, müssen irgendwann mal zum Zahnarzt. So nagt der sprichwörtliche und thematisch passende Zahn der Zeit an jedem - mit dem Alter kommen die Sorgen.

Schon für die Anfertigung farblich aufs Gebiss abgestimmte Füllungen aus Kunststoff als Alternative zum wenig ansehnlichen und vermeintlich nebenwirkungsreichen Amalgam kann für Versicherte teuer werden. Die Zuzahlung der Kassen belaufen sich in diesem Fall oft nur rund 50 Euro, während die Füllung mit 200 Euro und mehr zu Buche schlagen kann.

Zahnersatz - ein teures „Vergnügen" für Verbraucher

Nimmt man nun „richtigen" Zahnersatz wie eine Krone, einzelne Implantate oder eine Rundumversorgung, wie sie im Idealfall frühestens im Rentenalter erforderlich wird, ist von einer ganz anderen Hausnummer die Rede. Schon ein einziges Implantat kostet schnell weit mehr als 2.000 Euro - die aktuelle Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ) sieht für Versicherer aber nur einen Anteil von 300 bis 400 Euro vor. Für Menschen mit einem durchschnittlichen oder eher geringen Einkommen sind solche Maßnahmen kaum finanzierbar, zumal sie fast immer anstehen, wenn man sie nicht erwartet hat.

Aussagen der Versicherungsanbieter sollten analysiert werden

Die Frage aus Sicht potentieller Versicherungsnehmer lautet: Was muss eine gute Zahnzusatzversicherung leisten und welche Kosten entstehen mir Monat für Monat? Ein objektiver Policen-Vergleich stellt rasch klar, dass auch in diesem Bereich keineswegs alles Gold (sprich: leistungsstark) ist, was auf den ersten Blick glänzt.

Wie bei allen Versicherungen raten Verbraucherschützer und Versicherungsexperten zur Vorsicht. Lockangebote, die mit einem Erstattungsanteil von 100 Prozent werben, sind zunächst einmal mit Vorsicht zu genießen. Denn spätestens der Blick in die vertraglichen Details der Zahnzusatzversicherungen offenbart meist so manche Begrenzung der Leistungen und relativiert so den Kosten-Nutzen-Faktor aus Sicht der Neukunden in spe.

Ohne professionelle Hilfe fällt die Auswahl schwer

Verklausulierte Beschränkungen der Leistungen sind ein gutes Argument, die betreffenden Angebote aus dem Vergleich herauszunehmen und stattdessen nach wirklich seriösen Dienstleistern der Branche zu suchen. In jedem Fall gilt: Es gibt sie, die guten Tarife, durch deren Abschluss sich Verbraucher das Leben leichter machen und ihre eigenen Kosten drastisch senken können, wenn es wieder einmal an der Zeit für neuen Zahnersatz ist.

Bei einer dreistelligen Angebotszahl am Markt fällt es indes nicht nur Laien schwer, den Überblick über die Gemeinsamkeiten und Besonderheiten der einzelnen Tarife zu behalten, die sich inzwischen auf dem Sektor der Zahnzusatzversicherungen tummeln.

Situation der Versicherten entscheidet über die Beitragshöhe

Unabhängige Testberichte und Vergleiche sind die ideale Basis, um einen Eindruck davon zu bekommen, für was und wann Versicherer im Einzelnen Zuzahlungen leisten.

Vor allem zwei Faktoren haben Einfluss auf die zu erwartenden Beiträge der Versicherung:

1. das Alter der Versicherungsnehmer
2. der aktuelle Zahnstatus → also der „dentale" Gesundheitszustand

Letzten Endes gibt es im Grunde für jeden Interessenten ein Produkt, das zum individuellen Profil passt. Es geht vorrangig darum, eben dieses Angebote ausfindig zu machen. Was wiederum nicht immer ganz einfach ist - schon aus Unerfahrenheit bindet sich mancher Versicherte an unpassende Tarifmodelle. Und das im Ernstfall über einen unnötig langen Zeitraum. Dabei sind Policen für ältere Kunden fast immer kostenintensiver als für junge Antragsteller.

Neue Policen können kurzfristig widerrufen werden

Nach Ablauf der gesetzlich geregelten 14-tägigen Widerrufsfrist sind Verträge maximal auf Kulanzbasis denkbar. Einige Anbieter offerieren den Versicherungsschutz bereits ab einem einstelligen monatlichen Beitrag.

Diese Tarife schneiden im Vergleich nicht immer gut ab; auf der anderen Seite müssen auch die teuren Angebote nicht zwingend optimal sein. Durch den bedarfsgerechten Tarifvergleich können Verbraucher generell durchaus einige Hundert Euro pro Jahr einsparen, wenn sie bei Tests Wert auf Transparent legen. In einigen Fällen sind gar vierstellige Beträge als Zuschuss realistisch, wenn größere Eingriffe anstehen.

Zu hinterfragen sind allgemein diese Themen:

Welche Leistungen muss die Police beinhalten?
Möchte ich auch kostenlose professionelle Zahnreinigungen (meist 1-2 Mal/Jahr) inkludieren?
Sollen nur Leistungen der Regelversorgung abgedeckt werden oder geht es mir um die bestmögliche Versorgung? Besteht der Wunsch, kieferorthopädische Leistungen mitzuversichern?

Der zuletzt genannte Aspekt bezieht sich nicht allein auf eine Zahnzusatzversicherung, die für den Nachwuchs abgeschlossen wird. Im Erwachsenenalter kommen Kieferorthopäden ebenfalls immer häufiger zum Einsatz, um Fehlstellungen zu korrigieren.

Kurze Laufzeit schafft frühes Recht zum Policenwechsel

Sinnvoll sind generell Verträge, die auf eine sehr lange Laufzeit verzichten. Ein bis drei Monate sind ideal, damit Versicherte regelmäßig auf günstigere und bessere Angebote wechseln können. Der Hinweis auf Policen für Kinder und Jugendliche ist insofern unverzichtbar, weil die Beiträge in jungen Jahren umso geringer ausfallen.

Schon für Schulkinder lohnt sich der Abschluss einer Zahnzusatzversicherung, wie Experten immer wieder betonen. Berücksichtigen müssen Kunden, dass die Versicherer zum einen nicht für Kosten aufkommen, wenn die Behandlung bereits im Vorfeld des Abschlusses begonnen wurde.

Augen auf: Ab welchem Zeitpunkt zahlt die Versicherung?

Des Weiteren sehen Versicherer fast immer eine Sperrfrist für die Haftung vor. Dies bedeutet, dass Leistungen (also Zahlungen) im Regelfall erst einige Monate nach Beginn der Beitragszahlung infrage kommen. Bis dahin bleiben die Kosten allein am Versicherungsnehmer hängen. Dies aber heißt beim besten Willen nicht, dass auf den Abschluss einer Zahnzusatzversicherung verzichtet werden sollte. Vielmehr bedeutet dieser Hinweis eher, dass Verbraucher möglichst früh aktiv werden sollten, um für den Fall der Fälle bestens gerüstet zu sein. Andernfalls bleibt einkommensschwachen Patienten nur die Begleichung ihrer Schulden beim Zahnarzt mittels Ratenzahlung. Wenn der behandelnde Arzt überhaupt derart kulant ist.

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