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Geringere Stromkosten dank Anbieterwechsel und Verbrauchsreduzierung

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ELECTRICITY
Letizia Le Fur via Getty Images
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Wie zutreffend die Redewendung „Kleinvieh macht auch Mist" ist, erleben Verbraucher immer wieder in vielen Situationen des Lebens. Wie schnell aus vermeintlich kleinen Ausgaben eine durchaus üppige Belastung für die Haushaltskasse werden kann, zeigt sich unter anderem, wenn Mieter oder Eigentümer ihre Abrechnungen vom Stromversorger in die Hand nehmen. Der monatlich fällige Abschlag auf die Jahreskosten mag überschaubar wirken - insgesamt aber ist Strom in den vergangenen Jahren vor allem eines geworden: teuer. Umso logischer ist es vor diesem Hintergrund, dass Verbraucher nach Mitteln und Wegen suchen, um die Ausgaben an dieser Stelle zu reduzieren.

Viele Chancen zur Verbrauchsreduzierung im Haushalt

Natürlich ist es aller Ehren wert, wenn Stromkunden nach Möglichkeiten Ausschau halten, wie sie ihren Verbraucher reduzieren. So muss das Licht in Zimmern, in denen sich niemand aufhält, nicht zwingend angeschaltet bleiben. Und auch Ladekabel von derzeit nicht genutzten Elektrogeräten müssen nicht unentwegt in der Steckerleiste stecken, denn auch ohne einen aktiven Ladeprozess verbraucht das Zubehör Strom und kostet somit im Kleinen bares Geld. Macht man sich einmal die Mühe, alle Geräte mit Standby-Modus wie Fernseher oder Stereoanlagen im Haushalt aufzulisten, ist die Überraschung vieler Konsumenten groß.

Modernisierung & Sanierung hilft ebenfalls beim Stromsparen

Vor allem aber lohnt es sich mit Blick auf die Stromkosten darüber nachzudenken, ob alte Kühlschränke, Heizungen oder Herde nicht doch endlich ausrangiert und durch ein energieeffizienteres Neugerät ausgetauscht werden sollten. Selbstverständlich bedeutet dies im ersten Schritt gewisse zusätzliche Ausgaben, gerade wenn Heizungen ausgetauscht werden. Mieter können vielfach Rücksprache mit dem Vermieter halten. Modernisierungen schlagen sich möglicherweise in einer Mieterhöhung nieder, dafür aber sinken die Stromkosten spürbar. Eigentümer wiederum können mit etwas Glück staatlicher Subventionierungen für energetische Sanierungen kommen.

Professionelle Tipps & unabhängige Beratung nutzen

Die Verbraucherzentralen und andere unabhängige Experten können diesbezüglich wichtige Tipps geben! Der Umstieg vom betagten Stromfresser auf ein modernes Gerät mit vorbildlicher Energiebilanz amortisiert sich teilweise erstaunlich schnell. Bis sich die positiven Auswirkungen baulicher Maßnahmen finanziell abzeichnen, braucht es logischerweise etwas länger. Rein wohnlich hingegen sind die Folgen durchaus rasch zu spüren - gerade besser isolierte Wände und Fenster sind ein gutes Beispiel. Insgesamt ist es vor allem der bewusste Umgang mit dem Stromverbrauch, der zum Umdenken bewegen kann.

Anbieter-Treue kommt viele Kunden teuer zu stehen

Am Ende kommt indes vielfach die Erkenntnis: Am ehesten senke ich meine Kosten durch den Wechsel des Anbieters. Wer seit vielen Jahren dem örtlichen Grundversorger die Treue hält, mag dies für loyal und lokalpatriotisch halten. Tatsächlich aber wird durch diese Untätigkeit schlicht und ergreifend Geld verschenkt. Die Lektüre der Stromrechnung zeigt fast immer, dass die regionalen Basistarife (früher flächendeckend Offerten der örtlichen Stadtwerke) merklich kostspieliger sind als Angebote alternativer Dienstleister. Und trotzdem bleibt die Chance zum Stromanbieterwechsel von Millionen deutschen Verbrauchern bis heute ungenutzt. Auf Nachfragen wird deutlich: Kunden schätzen den Aufwand der Kündigung und des Wechsels vielfach falsch ein.

Wechsel des Stromanbieters gelingt in wenigen Schritten

Mancher sorgt sich, eine nicht ganz reibungslose Tarifumstellung vom alten zum neuen Versorger könnte zu einer Unterbrechung der Stromversorgung führen. Eine dramatische Fehleinschätzung, denn die Grundversorger sind rechtlich zu einer konstanten Versorgung verpflichtet, der Stromanschluss ist sozusagen ein Grundrecht. Es sei denn, Rechnungen werden wiederholt nicht bezahlt. In diesem Fall kann Kunden sehr wohl zwischenzeitlich der Strom abgedreht werden. Sonst aber eben nicht.

Vor allem aber sind Probleme beim Anbieterwechsel dank Internet und der Serviceleistungen der Stromanbieter weitgehend ausgeschlossen. Die meisten Dienstleister übernehmen auf Wunsch ihrer Neukunden die Kündigung des Alttarifs und die Umstellung auf den neuen Tarif. Dieses „Problem" können sich wechselwillige Verbraucher also ohne Schwierigkeiten abnehmen lassen. Darüber hinaus sind es in erster Linie die bekannten Online-Vergleichsportale, die eine wichtige Hilfestellung sind im Rahmen der Wechselplanung.

Welche Informationen benötige ich für den Tarifvergleich?

Im ersten Schritt sollten Verbraucher prüfen, zu welchem Termin sie fristgerecht kündigen können. Läuft die vertragliche Bindung erst in einigen Monaten aus, ist der Abschluss eines neuen Vertrags wenig ratsam. Denn der Markt befindet sich in stetem Wandel. Was heute preiswert ist, kann morgen schon teuer sein im Vergleich mit Konkurrenzangebot. Allzu viele Daten sind für den ersten Vergleich nicht vonnöten, wie die Detailanalyse der Vergleichsportale zeigt. Meist reicht zum einen die Eingabe der Postleitzahl, auf der anderen Seite braucht es die monatlich verbrauchte Strommenge. Diese kann bequem der letzten Abrechnung des derzeitigen Stromanbieters entnommen werden. Alle weiteren persönlichen Angaben wie Name, Anschrift, Zählernummer und Bankverbindung werden erst abgefragt, wenn es an den wirklichen Vertragsabschluss geht.

Immer mehr Kunden bevorzugen Anbieter von Ökostrom

Nach Eingabe der benötigten Daten stellen die Portale die günstigsten Tarife zusammen. Allerdings sind die Preise pro Kilowattstunde Strom allein wenig aussagekräftig. Zudem sollten umweltbewusste Verbraucher in Erfahrung bringen, ob es sich beim günstigsten Versorger um einen Anbieter mit „echten" Ökostromtarifen handelt. Denn nicht immer halten die vielversprechenden Aussagen zu angeblich umweltfreundlich erzeugtem Strom einer Prüfung stand. Faktisch ist die Auswahl in diesem Bereich binnen weniger Jahre ebenfalls deutlich gestiegen, sodass Ökostrom heute nicht teurer sein muss als konventionell produzierter Strom. Anerkannte Gütesiegel sind Hinweise auf seriöse Anbieter und Tarife aus dieser Kategorie.

Zu den zentralen Informationen für den bedarfsgerechten Stromanbieter-Vergleich gehören

1. die Laufzeiten - sie liegen vielfach zwischen nur einem und max. 24 Monaten
2. Höhe & Art der Abschlagszahlung → am besten pro Monat
3. Extras wie ein Neukundenbonus, Prämien & Rabatte
4. Preisgarantien & Vertragsverlängerungen
5. die Qualität der Kundenbetreuung (kostenlose Hotline, etc.)

Einen Bogen sollten Verbraucher um Tarife machen, bei denen sie für ein Jahr oder länger im Voraus die gesamten Stromkosten zahlen müssen. Stürzt der Anbieter in die Insolvenz, könnten schon gezahlte Gelder verloren sein.

Alle Rahmenbedingungen der Verträge können wichtig sein

Kurze Laufzeiten und Kündigungsfristen sind wichtig, damit Kunden flexibel auf Marktveränderungen reagieren können, wenn andernorts günstigere Tarife locken. Gerade Stromanbieter, die neu am Markt sind, werben vielfach mit sehr guten Angeboten - Bonusleistungen und Rabatte für Neukunden. Diese aber sollten nicht ungeprüft als Vorteil gewertet, sondern auf die Laufzeit des Vertrags umgerechnet werden. Gelegentliche Überraschungen sind dabei keineswegs ausgeschlossen. Preisgarantien für wenigstens ein Jahr bringen Sicherheit in den Vertrag und schützen Verbraucher vor vorzeitigen Preiserhöhungen. Idealerweise liegen die Verlängerungen nach Ablauf der anfänglichen Laufzeitbindung bei nur vier Wochen.

Auch die Betreuung der Kunden sollte berücksichtigt werden

Achten sollten Kunden im Zuge der Wechselvorbereitung auf den Kundenservice. Ganz gleich, wie günstig der Tarif sein mag - treten technische Probleme oder Fragen zum Vertrag auf, deren Klärung nur unter hoher nervlicher Belastung und ohne die nötige Hilfe vom Support gelingt, ist dies letzten Endes erneut ein Grund für einen möglichst frühen Anbieterwechsel. Am besten inklusive zusätzlicher Senkung der Stromkosten bei noch besserem Service.

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