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Sportwetten - Zeitvertreib oder ernstzunehmender Nebenerwerb?

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TIPICO
AFP via Getty Images
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Insbesondere Wetten auf den Ausgang von Fußballspielen sind lĂ€ngst in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Als der neue Trend vor Jahren dank der neuen Möglichkeiten in der digitalen Welt aufkam, hat sich die Branche dramatisch verĂ€ndert.

Immer neue Portale entstanden ĂŒber die Jahre. LĂ€ngst können Kunden der durch aufwendige und umfangreiche Werbekampagnen sehr bekannten Anbieter auf eine Vielzahl von Sportarten wetten. Auch sind zahlreiche Betreiber der Plattformen mehrgleisig unterwegs, indem sie Kunden neben Sportwetten auch Casino- und andere GlĂŒcksspiele offerieren.

GrĂ¶ĂŸerer Aktionsradius macht Tippfreunde immer flexibler

Diese Optionen bringen neue Chancen und sorgen zudem dafĂŒr, dass Interessenten im bestmöglichen Falle nicht mehrere Konten bei verschiedenen Anbietern eröffnen mĂŒssen, sondern ĂŒber einen Einzelaccount in diversen Bereichen EinsĂ€tze wagen können.

Die Folge: Viele Portalnutzer verbringen dabei durchaus einige Stunden pro Tag mit der Recherche, um lukrative Wetten bzw. Quoten ausfindig zu machen. Die Frage, die sich mancher Einsteiger frĂŒhzeitig stellt, ist die nach dem Nutzen der Wettmodelle - kann ich damit tatsĂ€chlich bei entsprechendem Know-how ein ordentliches Taschengeld nebenher mitnehmen?

Hohe Gewinnziele verlangen Risikobereitschaft & konstante AktivitÀt

In einigen FĂ€llen können Wettfans durchaus von eindrucksvollen Gewinnen berichten, allerdings darf dabei logischerweise nicht verschwiegen werden, dass auch Verluste zum Alltag gehören, wenn Buchmacher-Kunden stĂ€ndig Sportwetten „am Laufen haben".

Wie sagt es das schöne Sprichwort so treffend: Wo gehobelt wird, fallen SpĂ€ne. Und das trifft auch auf WettgeschĂ€fte zu. Wer hĂ€ufig tippt, muss zumindest gelegentliche Verluste hinnehmen können. Selbst die großen Favoriten durchlaufen hin und wieder schlechte Phasen, die auch Fans mit durchleben mĂŒssen - sofern sie sich nicht trauen, auch mal gegen den eigenen Lieblingsverein zu wetten.

Dies mag manchem Buchmacher-Kunden schwer fallen. Wer jedoch stĂ€ndig gewinnbringend agieren möchte, sollte diese Bereitschaft durchaus mitbringen. Zumal gerade im Bereich der Wetten auf Außenseiter oft erstaunlich gute Wettquoten lauern.

Mobiles Sportwetten als Chance - aber auch ein gewisses Risiko

Eine Erweiterung der GeschĂ€ftsmodelle hat sich nicht zuletzt durch die neuen Technologien auf dem Gebiet des „Mobile Betting" ergeben. Gemeint sind hier Apps fĂŒr Tablet PCs und Smartphones, durch deren Einsatz Spieler nicht mehr an einen stationĂ€ren Internetzugang angewiesen sind. Aber Vorsicht: Suchtexperten warnen, dass die neuen Zugangsmöglichkeiten ĂŒber das mobile EndgerĂ€t, auch die Suchtgefahr steigen lassen.

So berichtet Sueddeutsche.de im September 2016, dass der vereinfachte Zugang ĂŒber die Anwendungen zwar eine Erleichterung fĂŒr echte Wett-Liebhaber darstellt.

Jugendschutz muss groß geschrieben werden

Zudem aber dĂŒrfen dabei die Suchtrisiken nicht unterschĂ€tzt werden. Dies betrifft vor allem junge Kunden, die mitunter dazu neigen, ihre AktivitĂ€ten schnell auszuweiten und höhere Risiken einzugehen, wenn sie zwischenzeitlich hohe Gewinne durch ihre Tipps realisieren konnte.

Unterm Strich ist es am Verbraucher selbst, seine AnfĂ€lligkeit zu hinterfragen und vor allem in regelmĂ€ĂŸigen AbstĂ€nden Pausen einzulegen, in denen das Wetten ausgesetzt wird. Eltern sollten prĂŒfen, ob ihre Kinder eventuell ĂŒber Konten bei nicht regulierten „Bookies" im Ausland eigenstĂ€ndig wetten.

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Denn dort nimmt man es beim Thema Jugendschutz nicht immer so genau wie bei Betreibern, die eine Lizenz fĂŒr den deutschen Markt erringen konnten. Diese wiederum sind den Zulassungsbehörden gegenĂŒber zur Rechenschaft verpflichtet und mĂŒssen nachweisen, dass MinderjĂ€hrige keinen Zugang zu den Plattformen erhalten.

MĂŒndige Tippfans können gerade mobil erfolgreich sein

VolljÀhrige Spieler aber, das zeigen die Erfahrungen in vielen FÀllen, haben denkbar gute Karten, gerade durch die Mobile Apps wesentlich schneller und flexibler auf erfolgversprechende Wettangebote reagieren zu können.

Denn gute Quoten ergeben sich vielfach kurzfristig, SMS-Ticker und Newsdienste vereinfachen das Erkennen guter Chancen merklich, sodass Tipper nicht stĂ€ndig den PC-Bildschirm im Auge behalten mĂŒssen. Dabei gilt es von Fall zu Fall unter anderem festzulegen, ob nur Wetten auf Spiele der deutschen Ligen (ganz gleich, ob nur im Fußballbereich oder ebenso auf Sportwetten in anderen Sportarten) infrage kommen oder ob Kontoinhaber auch internationale Spielen berĂŒcksichtigen möchten.

EU-Kommission hĂ€lt Deutschland zu rechtlichen Änderungen an

Reizvolle Extras wie Live-Wetten sind dabei in Deutschland weitgehend ausgeschlossen, bei Auslands-Diensten hingegen haben Kunden oft die Möglichkeit, auch wÀhrend der Events Tipps abzugeben. Bei entsprechend hohen Risiken, dass Sportwetten mit einem Misserfolg enden. Inwieweit sich die Lage in diesem Punkt in der nahen Zukunft verÀndern wird, muss sich erst noch zeigen. Denkbar ist eine Umstellung der Richtlinien und Systeme im Zusammenhang mit neuen Regelungen bei der Lizenzvergabe.

Unklare Entwicklung der Sitution in naher Zukunft

Korrekturen der Marktlage sind deshalb zu erwarten, da die EuropĂ€ische Union in der Vergangenheit die Vergabepraxis bei den deutschen Lizenzen zuletzt bemĂ€ngelte, da deutsches Recht derzeit nicht mit den EU-Vorgaben vereinbar seien. Das Portal finanznachrichten.de etwa meldete im FrĂŒhjahr 2016 unter Berufung auf einen Bericht des ZDF-Magazins Frontal21, dass die EU-Kommission ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Deutschland einleiten wolle.

Rechtlich schwierige Situation verhindert Kundenzuwachs nicht

Bis es so weit ist, also eine Änderung der deutschen Rechtslage ins Haus steht, mĂŒssen Kunden heimischer Buchmacher mit dem aktuellen Status quo Vorlieb nehmen. Dieser aber bietet bereits ausreichend Spielraum, schaut man sich wachsende Auswahl an Wettvarianten und Sportarten an, die fĂŒrs Tippen genutzt werden können.

Und diese Bandbreite wird den Erfahrungen der vergangenen Jahre folgend auch in den kommenden Jahren weiter wachsen. Kein Wunder also, dass immer mehr Kunden den Weg zu den zahlreichen Portalen der Wettbranche finden.

Hohe Quoten lauern wie erwĂ€hnt in erster Linie in Nischenbereichen und weniger bei Top-Spielen mit erwartbarem Ausgang. FĂŒr Erfolge in diesem Umfeld braucht es eine gute Vorbereitung. Nur wer wirklich Ahnung von Materie hat, wird konstant gute Gewinne erreichen.

Sportwetten - FlĂŒchtlinge als neue suchtgefĂ€hrdete Gruppe?

Eine noch recht junge, aber keineswegs abwegige Erkenntnis taucht in der Neuen OsnabrĂŒcker Zeitung und unter bild.de auf.

Dort geben Experten fĂŒr Suchtforschung zu bedenken, dass es gerade die Gruppe der FlĂŒchtlinge ist, der eine AnfĂ€lligkeit fĂŒr eine Sportwetten-Sucht attestiert werden kann. Der Grund liegt auf der Hand. Aufgrund der schwierigen juristischen Lage fehlt es an Ablenkung und beruflichen Perspektiven. So mancher vorrangig junge FlĂŒchtling nutzt Sportwetten als Zeitvertreib, durch den je nach Engagement am Fiskus vorbei Gewinne winken.

Die Steuerfrage beim Sportwetten

Dass viele Buchmacher direkt die Wettsteuer in Höhe von 5,00 Prozent fĂŒr ihre Kunden abfĂŒhren und sich diese mitunter auf die Quoten auswirken, hat auf den Reiz der Wettmodelle nur bedingt einn negativen Einfluss. Erreiche ich als Spieler hohe Gewinnquoten, nehme ich die AbzĂŒge fĂŒr die Steuer durchaus gerne in Kauf.

Schließlich kann trotz der Steuerpflicht dennoch ein beachtlicher Gewinn erreicht werden, wenn ich mein Handwerk verstehe und richtige Sportwetten-Entscheidungen treffe.

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