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Spekulieren am ETF-Markt: Chancen warten am gesamten internationalen Finanzmarkt

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STOCKMARKET
Monkey Business Images/Stockbroker via Getty Images
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Wer sich einen Eindruck davon verschaffen möchte, wie dramatisch die Internationalisierung und Globalisierung inzwischen fortgeschritten sind, muss sich im Prinzip nur den Finanzmarkt anschauen. Denn nur in wenigen Bereichen wird so offensichtlich, dass die Welt dank der digitalen Möglichkeiten immer weiter zusammenrückt.

Chancen für Anleger winken nicht nur in der Heimat

Deutsche Anleger können heute längst nicht mehr nur an den heimischen Märkten spekulieren. Investoren, die sich die Zeit nehmen können und wollen, haben die Chance, im Grunde rund um die Uhr auf allen Kontinenten zu spekulieren. Gerade ETFs erfreuen sich immer größerer Beliebtheit - auch bei Anlegern in Deutschland. Ein Argument für diese Finanzinstrumente sind die oft geringen Mindesteinsätze, die Broker für solche Produkte auf ihren Webseiten von Kunden verlangen.

ETF-Trading kann auch Einsteiger ans Rendite-Ziel führen

So mancher Broker erlaubt seinen Kunden das Wählen zwischen mehreren Hundert ETFs, in einigen Fällen wird gar mit einer vierstelligen Menge von Werten geworben, wenn Händler die Bereitschaft mitbringen, auch an Märkten am anderen Ende der Welt zu spekulieren. Die Kombination aus geringem Einsatz und großer Vielfalt spricht nicht nur Einsteiger, sondern auch Profis an, die auf diese Weise vor allem eine gute Streuung ihres Investitionsrisikos erreichen - Stichwort: Diversifikation. Schaut man sich eine ETF Weltkarte eingehend an, wird
deutlich, wie flexibel Interessenten an diesem Markt vorgehen können.

In Deutschland sind drei wichtige Indizes Ausgangspunkt für ETFs. Dabei können deutsche Index-Werte ohne Weiteres Grundlage für internationale Produkte sein. Hier erweist sich die Bedeutung der deutschen Wirtschaft und Börsen als Ursache für das Interesse ausländischer Fonds-Anbieter.

Geringe Gebühren sprechen für den Handel mit ETF-Produkten

Darüber hinaus fallen auch die jährlichen Verwaltungskosten bei derlei Produkten in aller Regel relativ gering aus. Deutsche ETF-Angebote bewegen sich vielfach in einem Rahmen von knapp 0,10 % und einem Viertelprozent als Maximalentgelt. Die Namenskurzform „ETF" leitet sich vom englischen Terminus „Exchange Trades Funds" ab, was wiederum nichts anderes bedeutet, als dass es sich bei diesen Produkten um Fonds handelt, die an Börsen gehandelt werden.

Genauer: um Indexfonds. Ausdrücklich alle dieser passiven Fondsmodelle zeichnen sich durch geringe finanzielle Belastungen für Anleger aus. In der WirtschaftsWoche taucht der Begriff des „dummen Geldes" auf im Zusammenhang mit Produkten, die auf der ETF Weltkarte in Erscheinung treten.

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Verwaltung der Fondsmodelle erfolgt nicht in aktiver Form

Gemeint ist damit eben diese passive Verwaltung der oft aufgrund der transparenten Gestaltung empfohlenen Angebote vom Finanzmarkt. Denn Manager sucht man bei den Fonds vergeblich. Wie bei allen Produkten gibt es, wie nicht anders zu erwarten war, auch in bei diesen Indexfonds positive und negative Eigenschaften. Hintergrund der ETFs ist eine Abbildung einer Index-Kursentwicklung anstelle der sonst üblichen Auswahlprozedur erfolgversprechender Aktien bei einer aktiven Fondsverwaltung. Diese Praxis bedeutet für Anleger, dass sie über die ausgesuchten Fonds prozentual dieselben Kursveränderungen wie der zugrunde liegende Aktienindex verbuchen - entweder als Gewinn oder als Minus.

Geschichtlich betrachtet sind ETFs noch ein recht junges Instrument des Marktes. Innerhalb Europas entstanden die ersten Produkte dieser Art rund um die Jahrtausendwende.

Auswahl am Markt steigt weltweit immer weiter

Umso erstaunlicher ist es daher, dass die deutsche digitale Xetra-Börse schon jetzt auf mehr als 1.000 unterschiedliche Fonds-Formate dieser Art als potentielle Handelsgrundlage verweist. Dass Exchange Traded Funds in aller Regel so eng an die Indizes und die in ihnen gelisteten Aktienwerte gekoppelt sind, reduziert die Aussicht auf überraschend hohe Renditen.

Dafür aber wissen viele Anleger gerade diese verständliche Funktionsweise der Fonds zu schätzen, da sie sich nicht ständig mit den aktuellen Entwicklungen der Kurse beschäftigen müssen. Schließlich sind jenseits akuter Finanzmarktkrisen bei Index-Werten eher keine massiven Einbrüche zu erwarten.

Ausbildung ist das A und O für den Trading-Einstieg

Unverzichtbar ist dennoch eine gute Einarbeitung ins Thema, da es nun einmal in dieser Sparte ebenso Risiken gibt, die Anleger unbedingt kennen und zu bewerten wissen müssen. Schrittweise Einführungen wie die der FAZ sind eine angemessene Basis für den Start in den ETF-Handel, um nicht aus reiner Unwissenheit zu hohe Verlustgefahren in Kauf zu nehmen.

Zunächst gilt es das bereits angesprochene Prinzip hinter den börsengehandelten Fonds zu verstehen. Erst danach kann es an die Auswahl geeigneter Indizes gehen, da sonst falsche Vorstellungen entstehen können. Kompliziert wird es für unerfahrene Händler gerade deshalb, weil es nie nur einen interessanten Wert gibt.

So stoßen Anleger beispielsweise auf zahlreiche verschiedene DAX-ETFs, die von unterschiedlichen Anbietern stammen. Diese Produkte wiederum können sich bezüglich der Wertentwicklung und der Gebühren durchaus unterscheiden, was letzten Endes die Rendite nachhaltig beeinflusst.

Händler können nicht nur an Inlands-Börsen handeln

Die Börsenexperten der ARD loben zwar ihrerseits die die vergleichsweise geringen Kosten für Investitionen in Indexfonds sowie deren Zuverlässigkeit. Wer langfristig gute Gewinne anstrebt, ist in diesem Spektrum jedoch nicht immer optimal aufgehoben. Interessanterweise kommen einige Analysen zu dem Ergebnis, dass die ETF-Entwicklung eben nicht immer wie vermutet deckungsgleich mit den Kursentwicklungen der Basiswerte ausfällt.

Über mehrere Jahre offenbaren exakte Kalkulationen der Performance zum Teil unschöne Abweichungen zwischen verschiedenen DAX-ETFs, um der Einfachheit halber bei diesem klassischen Beispiel von deutschen Markt zu bleiben. Ähnliche Exempel existieren natürlich auch an ausländischen Märkten, etwa in Form von ETF auf den Dow Jones und andere Hauptindizes.

Handelszeiten der Märkten müssen Händlern bekannt sein

Auf ein gesundes Fachwissen kommt es beim Handel auch und gerade deshalb an, weil die Produkte von der ETF Weltkarte durchaus einige Differenzen aufweisen. So können nicht nur die Kosten unterschiedlich hoch angesetzt werden.

Bezüglich der Vorgehensweise zur Gewinnausschüttung sollten Anleger genaue Informationen einholen, da je nach Anbieter an dieser Stelle abweichende Bedingungen gelten können. Gleiches gilt für die Art und Weise der Kursabbildung, wie bereits deutlich geworden ist. Nicht zuletzt müssen Händler bzw. Anleger vor Aufnahme des Handels mit börsengehandelten Fonds die geltenden Handelszeiten der Märkte kennen.

Wann hat welcher Markt seine Pforten geöffnet?

Wie erwartet, sind die Öffnungszeiten der europäischen Märkte noch recht ähnlich gestaltet. Schon aufgrund der Zeitverschiebung erlaubt der US-Aktien Investitionen nicht zu denselben Zeiten wie deutsche Börsen. Noch wichtiger ist der Zeitfaktor beim Spekulieren an asiatischen Märkten.

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Sparpläne auf ETF-Basis - für Kleinanleger ein interessantes Modell

Anleger, die nicht auf einen Schlag größere Summen in ETFs investieren möchten, sollten sich mit dem Sparplan-Thema befassen. Dass dort Chancen zu finden sind, bestätigen auch die Spezialisten der Stiftung Warentest auf dem Portal test.de - die Experten kommen zu dem Ergebnis, dass die Fonds sehr wohl eindrucksvolle Renditen einbringen können, wenn Anleger die richtigen Angebote nutzen und ebenso konstant wie konsequent Monat für Monat Geld in den Sparplan einzahlen, um so einen dauerhaften Vermögensaufbau in die Tat umzusetzen. Und das mit Ergebnissen, die allemal Klassiker wie das Sparbuch, aber auch manch andere begehrte Geldanlage auf die Plätze verweisen.

Inhalte des Depots & Märkte immer wieder analysieren

Auch in puncto Aufwand und der individuellen Risiko-Definition gelangen ETF-Einsteiger zügig ans Ziel. Regelmäßige Kontrollen des Portfolios verstehen sich wie bei allen Investments von selbst, da sich der Aktienmarkt ständig entwickelt, sodass hin und wieder Umschichtungen des Portfolios notwendig werden können.

Die Mühen bei Angeboten von der ETF Weltkarte aber fallen weitaus überschaubarer als bei vielen anderen Finanzinstrumenten aus, bei denen Anleger ständig auf möglichen Korrekturbedarf vorbereitet sein müssen.

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