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Risikostreuung bei Geldanlagen - für jeden Anleger unverzichtbar

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STOCK MARKET
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Anleger haben es nicht immer leicht: Manchmal zeichnen sich Gelegenheiten ab, die mutmaßlich so rentabel sind, dass es nur allzu verlockend ist, sprichwörtlich alles auf eine Karte zu setzen.

Das Resultat einer zu großen Risikobereitschaft aber ist gerade im Falle vieler Privatanleger - vorsichtig gesagt - ernüchternd. Oder anders formuliert: Die erhofften und mitunter vom Anbieter versprochenen Renditen bleiben aus, dafür aber kommt es zu unangenehmen Verlusten.

Nicht alles auf dasselbe Pferd setzen beim Spekulieren

Solche Szenarien, das betonen Anlageexperten mit Nachdruck, können insbesondere durch die Streuung des Risikos beim Investieren und Spekulieren umgangen werden. Ohne dass dabei zwingend auf gute Gewinne verzichtet werden muss, wie ein seriöser Vergleich verschiedener Geldanlagen fast in jeder Phase des Finanzmarktes deutlich macht.

Streuung des Risikos senkt das Risiko eines Totalverlusts

Im internationalen Sprachgebrauch, der am Anlagemarkt aufgrund der engen Vernetzung verschiedener Börsen und Handelsplätze, zum Standard geworden ist, taucht immer wieder der Begriff der Diversifikation auf. Er meint letztlich nichts anderes als die Risikostreuung und damit die Verteilung des verfügbaren Kapitals auf unterschiedliche Geldanlagen oder wenigstens Risikoklassen.

Anders als es sich mancher Laien wohl vorstellt, gehen auch Profi-Anleger in aller Regel nur selten die größtmöglichen Risiken ein, um so echte Traumrenditen zu realisieren. Stattdessen wird bei der Analyse deutlich, dass gerade Insidern nur allzu gut wissen, mit welchen Verlustrisiken bei welchem wahrscheinlichen bzw. potentiellen Gewinn zu rechnen ist. Kaum ein Anleger tut gut daran, das gesamte Ersparte in ein einziges Produkt zu investieren.

Handel mit Finanzderivaten eröffnet zusätzlichen Spielraum

Ein gutes und sicher aufgestelltes Wertpapierdepot zum Beispiel beinhaltet niemals einzig und allein Aktien, Anleihen oder Schuldverschreibungen wie etwa Zertifikate. Zunehmend haben Anleger aller Erfahrungsstufen mittlerweile vor allem die Chancen erkannt, die derivate Finanzprodukte wie Binäroptionen und die Bereiche CFD- und Forex-Trading im Alltag bieten können.

Nicht zwingend als für sich allein stehendes Spekulations- oder Wettformat (denn als solches bezeichnet mancher Kritiker die besagten Sparten), denn gerade als Absicherungsvariante können Binäre Optionen oder Differenzkontrakte (CFD) ausgesprochen nützlich sein. Dies liegt daran, dass Händler dieser Derivatinstrumente nicht physisch ein bestimmtes Produkt kaufen, sondern auf die Kursentwicklungen von sogenannten Basiswerten wetten oder tippen.

Nicht nur bei steigenden Kosten winken Gewinne

Und dies gelingt eben nicht nur im Hinblick auf steigende Kurse. Auf sinkende Kurse können Trader, wie Händler vielfach tituliert werden, ebenfalls spekulieren. Und hier zeigt sich, weshalb die Angebote zumindest indirekt der Risikostreuung dienen können.

Wer Aktien oder Rohstoffe wie Gold im Depot aufbewahrt und miterlebt, dass die Kurse phasenweise in den Keller gehen, kann durch gezielte Wetten auf Kursrückgänge der jeweiligen Werte über die Handelsplattform eines Brokers mit etwas Glück frühzeitig gegensteuern oder sogar doppelt gewinnen, wenn die Kurse später wieder steigen sollten.

Experten raten: Gold gehört in jedes Portfolio

Das erwähnte Edelmetall Gold übrigens findet in Ratgebern zum Thema Diversifikation im Grunde immer Erwähnung. Aus gutem Grund. Denn Gold gilt nicht nur als krisen- und inflationssicherer als viele andere Produkte des Marktes. Die vergangenen Jahren haben darüber hinaus deutlich gemacht, dass mit weiteren Höhenflügen des Goldpreises zu rechnen ist.

Dies erklärt sich natürlich einerseits durch die schwinden Ressourcen und auf der anderen Seite durch den hohen Bedarf in diversen Bereichen wie der Schmuckbranche oder der Industrie - beispielsweise bei der Computer- & Smartphone oder Automobil-Herstellung.

Beim empfohlenen Anteil fürs Depot gehen die Meinungen von Experten mitunter auseinander. Einige raten zu einem Depotanteil von 5,00 bis 10,00 Prozent, andere gehen noch ein Stück weiter und raten aufgrund der langfristig guten Aussichten zu höheren Werten auf das Gesamtportfolio bezogen. Übrigens sind auch andere Edelmetalle wie Silber und Platin je nach finanziellem Spielraum durchaus rentable Investments.

Goldsparpläne als Alternative bei geringem Budget

Anleger, die sich Direktinvestments in Gold aufgrund ihrer geringen Budgets auf den ersten Blick nicht leisten können, landen heute zusehends beim sogenannten Goldsparplan. Angebote dieser Art erlauben Anlegern nach dem Vorbild eines normalen Sparkontos den sukzessiven Vermögensaufbau - nur eben auf Basis von Gold.

Mancher Sparer, der schon in der Zeit vorm großen Boom eingestiegen ist, durfte sich umgerechnet über mehr als beachtliche Jahresrenditen freuen. Bei Mindestsparraten von vielfach nur 50 Euro (oder weniger) kann Goldsparen faktisch sogar zu einem interessanten Geschenk für den Nachwuchs werden.

Zertifikate - eine Anlageklasse für alle Situationen?

Ein weiteres Thema für Anleger sind Fonds, Unternehmens- und Staatsanleihen sowie Zertifikate. Anbieter in allen genannten Bereichen werben mit teils enormen Renditen, die von Anlegern in spe selbstverständlich vor dem Einstieg objektiv hinterfragt werden sollten. Insbesondere die individuellen Risiken sollten genau geprüft werden, bevor Geld investiert wird.

Gerade der Zertifikatemarkt ist in den vergangenen Jahren seit Emission des ersten DAX-Indexzertifikats in den 90er Jahren des 20. Jahrhunderts so rasant gewachsen, dass Anleger in diesem Umfeld anfangs immer genug Zeit aufwenden sollten, um sich einen Eindruck von infrage kommenden Varianten zu verschaffen.

Denn neben klassischen Index- und Aktienzertifikaten existieren mittlerweile auch Bonus-Zertifikate oder Produkte mit Kapitalschutz, bei denen Händler vom Emittenten selbst im Falle eines Verlusts immerhin einen gewissen Teil ihrer Einsätze zurückerhalten. Bonus-Modelle mit Rendite-Garantie bieten je nach Marktlage ebenfalls etwas Sicherheit.

Hebel-Zertifikate wiederum weisen Parallelen zum Forex- und CFD-Handel auf, da Händler hier oft ein Vielfaches ihres Kapitals in Positionen investieren können - bei entsprechend höheren Verlustrisiken natürlich.

Was bringen Oldtimer, Weine und Möbel als Geldanlage?

In den vergangenen Jahren kamen in Ratgebern zur Risikostreuung beim Thema Geldanlagen neben den angesprochenen Produkten zunehmend auch Luxusartikel wie Autos, edle Weine oder Antiquitäten zur Sprache. Im Einzelfall sind diese Anlagemodelle durchaus von Interesse. Jedoch sind die Wertentwicklungen für Laien hier oft nur schwer bis gar nicht vorhersehbar. Wer keine Ahnung von der Materie hat, riskiert Fehlinvestitionen.

Eine umfassende Beratung durch Insider sollte also im Fall der Fälle immer am Beginn des Auswahlprozesses stehen. Besser noch sollten Anleger einen Bogen um diese Anlageklassen machen, wenn sie keinerlei Vorwissen vorweisen können.

Gebühren müssen immer bekannt sein

Autos sind in diesem Kontext bei einem genauen Vergleich noch am ehesten gewinnbringend, allerdings können die Kosten für die regelmäßige Wartung und sichere Aufbewahrung deutliche Abzüge bei den Gewinnen im Zuge eines späteren Verkaufs führen.

Echte Oldtimer-Fans können sprichwörtlich auf ihre Kosten kommen. Verwaltungskosten und Finanzierungsgebühren müssen Anleger indes ohnehin bei jeder Art Geldanlage im Sinne der Risikostreuung kennen, um eine Vorstellung von den realistischen Erträgen zu bekommen.

Tagesgeld & Festgeld - lieber auf Klassiker setzen?

Wem alle genannten Produkte des (Finanz-) Marktes aufgrund der mehr oder weniger hohen Risiken nicht gerade geheuer sind, kann sich letzten Endes wie gehabt auf die Klassiker beschränken. Wer genau vergleicht, kann durch Tagesgeld- und Festgeldkonten oder Sparbriefe zwar keine zweistelligen Renditen erreichen - die besten Angebote aber können wenigstens ein geringes Plus auf dem Konto bedeuten nach Abzug der Inflation.

Darüber hinaus ist zu sagen, dass gerade die ständige Verfügbarkeit in Verbindung mit der Einlagensicherung beim typischen Tagesgeldkonto von vielen Anlegern sehr geschätzt wird. Festgeldkunden hingegen sind von der dauerhaften Renditegarantie überzeugt, die ihnen Aktien, Fonds oder Derivate ihrer Form nach einfach nicht bieten können.

Immobilienfinanzierungen als Anlage mit langfristiger Rendite

Nicht vergessen werden darf abschließend, dass Ersparnisse auch für den Immobilienkauf oder eine Baufinanzierung genutzt werden können. Angesichts des aktuell extrem niedrigen Zinsniveaus kann sich die Entwicklung vom Mieter zum zukünftigen Eigentümer langfristig bezahlt machen - wenn die Finanzierungen zu den persönlichen Möglichkeiten und Mitteln passen.

Wer richtig plant, kann sich vor dem Hintergrund vielerorts drastisch steigender Mieten erfreulich hohe Gewinne sichern und vor allem aber selbst im Alter die Gelder zusammenhalten, ohne fürs Wohnen zur Miete tief in die Tasche greifen zu müssen.

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