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Online-Wetten - Risiken kennen & genau auswählen

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ONLINE BETS
PATRICK KOVARIK via Getty Images
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Lotto, Toto und Rennquintett - diese drei Begriffe waren in der Zeit vor dem enormen Boom des Internet die Pfeiler für Fans von Sportwetten am deutschen Markt. So mancher Wettfreund nutze dabei gerne auch den Urlaub in England, um auf Sportevents unterschiedlichster Art zu wetten - denn Buchmacher haben im Vereinten Königreich schon seit vielen Jahren einen gänzlich anderen Stand als hierzulande.

Portale schätzen die Begeisterung deutscher Kunden

Seit einigen Jahren nun entstehen immer neue Wettportale im WWW, die gerade den großen Bedarf bei Sportfans in Deutschland erkannt haben und als logische Konsequenz, deutsche Versionen ihrer Wettportale entwickelt haben. Kommunikationsprobleme also gibt es im Prinzip nicht mehr, denn der englischen Sprache müssen Kunden nicht mehr zwingend mächtig sein. Dennoch aber ist gerade die Rechtslage rund ums Online-Wetten nach wie vor nicht unbedingt eindeutig.

Anbieter müssen vor allem Jugendschutz berücksichtigen

Wie schwierig die Situation trotz der zwischenzeitlichen Überarbeitungen des Glücksspielvertrags ist, zeigt unter anderem ein Artikel in der Frankfurter Rundschau. Dort wird thematisiert, dass vor allem das Thema Jugendschutz nach wie vor ein heißes Eisen ist.

Gerade Anbieter, die keine der begehrten Lizenzen erhalten haben, müssen aktuellen Meldungen zufolge in Zukunft mit Bußgeldbescheiden rechnen, wenn sie den Anforderungen an den Jugendschutz nicht in ausreichender Form Rechnung tragen. Ziel der Androhungen ist vor allem, bei den Online-Diensten die Spreu vom Weizen zu trennen. Die ständig steigende Zahl der Anbieter ist vielen Politikern und Gegnern ein Dorn im Auge.

Bundesland Hessen will über Lizenzen hinaus planen

Das neue System soll auf Basis einer Duldung arbeiten. Diese können Betreiber digitaler Wettportalen sowie niedergelassene Wettbüros nach Aussagen des hessischen Innenministers Beuth als Alternative zur Konzession, also der Lizenz, noch bis Mitte November erhalten. Dafür braucht es aber den besagten Nachweis ausreichender Jugendschutzmaßnahmen.

Gemeint ist damit natürlich in erster Linie, dass seriöse Dienste das Online-Wetten nur volljährigen Zugang zu ihrem Wettangebot bieten. Darüber hinaus sind Bürgschaften in Planung, wie viele Zeitungen im Web berichten.

Verbraucherschützer raten Spielern zu eigenen Limits

Und noch ein Aspekt soll in Zukunft deutlicher als bisher hervorgehoben werden, um vor sechsstelligen Bußgeldzahlungen geschützt zu bleiben: Betreiber sollen ihre Spieler künftig dazu raten, sinnvolle Limits für die eigenen Wettaktivitäten zu installieren. Suchtexperten empfehlen solche Maßnahmen bereits seit langem.

Ganz abgesehen davon, dass anfälligen Personen natürlich grundsätzlich zum eigenen Schutz von Online-Wetten abgeraten wird. Neben den möglichen Verlusten, die in erster Linie von den erbrachten Einsätzen abhängen, müssen Wettkunden selbstverständlich gerade an mögliche Kosten denken. Kontoeröffnung und -führung sind branchenintern meist kostenlos.

Ein- und Auszahlungen des Spielkapitals aber können sehr wohl mit einer Gebührenabrechnung verbunden sein. Entweder von Seiten der Wettportale oder der Zahlungsmethoden (Banküberweisung, Kreditkartenzahlung, Einsatz von Online-Diensten wie Skrill oder PayPal), die Kunden für den Geldtransfer bevorzugen.

Der Vergleich der Wettquoten lohnt sich für Spieler

Auf der Habenseite sind vor allem die sehr guten Quoten zu nennen, die Spieler bei Sport- und anderen Online-Wetten insbesondere dann erreichen, wenn sie eben nicht auf Spiele tippen, deren Sieger im Grunde schon vor der Wettausführung feststeht. Das Wetten auf Außenseiter bringt bessere Gewinnsummen, ist aber entsprechend riskant.

Wie sagt es die Redewendung so treffend „wer wagt, gewinnt". Dass Wettfans schon lange nicht mehr an den Sportbereich gebunden sind, zeigt beispielhaft ein Bericht im Magazin Spiegel, der sich im Vorfeld der Abstimmung der Briten über den Verbleib in der EU mit den Wettoptionen für oder gegen den sogenannten Brexit bei britischen Buchmachern befasste.

Angebote werden ständig um neue Wettbereiche erweitert

Und Blüten dieser Art treiben die Plattformen der Wettanbieter in Hülle und Fülle. Fußball, Tennis, Events der Olympischen Spiele und andere Sportarten sind längst nur noch ein Teil des Feldes, dass Kunden beim Online-Wetten beackern können.

Vieles davon ist faktisch eher Glücksspiel als Agieren auf Basis des eigenen Fachwissens, welches bei Sportwetten ohne Frage erfahrene Experten eher zum Erfolg führt als Laien, die aus dem Bauch heraus Tipps abgeben.

Live-Wetten gerade bei Auslands-Anbietern ein wichtiges Thema

Die Möglichkeiten, die sich Anbietern gerade bei Online-Wetten eröffnen, sind Thema eines Beitrag des WDR.

Dort verweist man abermals auf die Webseiten der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA), die zu Recht über die Suchtgefahren, die vorrangig von den weitgehend anonymen Online-Wetten ausgehen, die Spielern rund um die Uhr Zugriff aufs Konto bieten.

Während hierzulande lizenzierte Dienste keine Erlaubnis für den Bereich der Live-Wetten haben, sind ausländische Betreiber weitaus flexibler bei der Gestaltung ihrer Wettsysteme. Auf gerade stattfindende Veranstaltungen und die kommenden Ereignisse tippen zu können, hat nachweislich einen ganz besonderen Reiz auf die Kunden der Wettportale.

Wetteinsätze und Risiko müssen zum Wettkunden passen

Und nicht zuletzt ist der zunehmende Zuspruch von Kundenseite wie so oft Auslöser dafür, dass sich nicht nur seriöse Angebote im weltweiten Web einfinden. Ganz abgesehen von der Suche nach einem guten Anbieter sollten Spieler regelmäßig, ob sich ihr Engagement noch in einem gesunden Rahmen bewegt.

Die Grenze ist sicher spätestens dann erreicht, wenn Kunden Tag für Tag Tipps einreichen und aus dem anfänglichen Hobby ein fester Teil des Alltags wird. Das eigene Schicksal und Glück sollte niemand übermäßig strapazieren. Verlockende Quoten sollten nicht dazu führen, dass die Einsätze stetig steigen und Wetten auf Themen abgegeben hat, von denen Spieler nicht die geringste Ahnung haben.

Die Auswahl möglicher Bereiche, in denen die Betreiber das Wetten ermöglichen, ist inzwischen so üppig, dass im Prinzip wohl jeder Interessierte etwas Passendes finden, um sein oder ihr Glück zu suchen - und natürlich am besten auch zu finden.

Die meiste Portale werben mit Bonusmodellen

Neben der Wettvielfalt gibt es im Vergleich der Dienste fürs Online-Wetten noch weitere Anreize, die Kunden als Argument für die Eröffnung eines Kontos bei einem bestimmten Anbiete erkennen. Regelmäßig gehen die Betreiber mit Bonusaktionen - oft auch Promotion Code genannt - auf Kundenfang.

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Auch anfängliche Gratiswetten mit Auszahlungsgarantie im Erfolgsfall sind keine Seltenheit am Markt. Diese risikofreien Wetten sind ein guter Weg, um sich mit den Plattformen der Betreiber vertraut zu machen. 100 Euro und mehr winken je nach Aktionsphase und Wettanbieter, dabei darf der Blick auf die Konditionen insgesamt nicht in den Hintergrund rücken.

Neben den schon erwähnten Entgelten für den Geldtransfer muss unter anderem nach Auszahlungslimits gefragt werden. Idealerweise können auch einstellige Summen vom Spielkonto abgehoben werden, wenn Kunden vielleicht ihre Aktivitäten gänzlich einstellen oder das Portal wechseln möchten.

Wann und wie werden Boni tatsächlich vergeben?

Zudem muss bei jedem Bonusangebot analysiert werden, ob die Boni eventuell an gewisse Bedingungen geknüpft sind. Mögliche Beispiele sind ein Mindestumsatz innerhalb der ersten Zeit nach Wettkonto-Eröffnung oder ein vom Wettanbieter vorgegebenes Kontingent an Wetten, die mindestens ausgeführt werden müssen, damit es zur Gutschrift der Zuschüsse kommen kann.

Andernfalls riskieren Spieler, gleich zu Beginn mehr Wetten durchzuführen, als sie sich eigentlich leisten können oder wollten. Ein Auswahlkriterium ist weiterhin der Mindesteinsatz für die geplanten Online-Wetten.

Zwar können Kunden vielerorts schon mit einem einstelligen Eurobetrag ins Tippen einsteigen, es gibt aber Anbieter mit höheren Einstiegshürde, die für Gelegenheitstipper mit geringem Budget eher nicht der richtige Partner sind.

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