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Traum für Lottofans - immer neue Angebote am Markt

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LOTTERY
ASSOCIATED PRESS
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Mit einem gewissen ironischen Unterton könnte man sagen, Lotto sei das Roulette des kleinen Mannes. Ganz unberechtigt scheint dieser auf den ersten Blick etwas hinkende Vergleich unterm Strich gar nicht zu sein. Denn faktisch sind die Erfolgsaussichten im Grunde hier wie dort nicht gerade gut einzuschätzen - zumindest rein statistisch. Trotzdem aber ist Lotto in Deutschland bei Groß und Klein beliebt.

Zumal - um den Vergleich gerecht zu werden - beim Lotto am Mittwoch oder Sonntag fast immer eine ganze Reihe von Spielern wenigstens ein paar Zahlen richtig getippt haben. Und auch wenn die Auswahl der Zahlen beim bevorzugten Spiel immer dieselben sind: Bei der Auswahl der Lottoanbieter haben Kunden heute die frei Auswahl.

Staat freut sich über hohe Lizenz- und Steuereinnahmen

Auslöser des Booms am Lottomarkt war die Tatsache, dass das bis zum Jahr 2012 existierende staatliche Monopol fürs Lottospielen aufgegeben und der Markt für private Anbieter freigegeben wurde. Die Folge war das Entstehen diverser neuer Betreiber, die ihren Kunden dank mehr Wettbewerb letzten Endes bessere Preise und zudem mehr Auswahl bieten können und konnten. Was nicht bedeutet, dass der Staat nicht über die Steuern dennoch ordentlich mitverdient. Kaum ein volljähriger Konsument, der nicht wenigstens einmalige Lotto-Erfahrungen vorweisen kann.

Gerade die Vielfalt aber hat wie in vielen Bereichen des Lebens dazu geführt, dass Kunden in spe sehr genau hinschauen müssen, bei welchem Dienstleister ihnen welche Konditionen geboten werden. Ein genauer Vergleich macht sich also im wahrsten Sinne des Wortes bezahlt.

Anbieter erweitert Produktpalette stetig um internationale Angebote

Erkennbar wird im ersten Schritt, dass viele Wettportale ihre Kunden nicht allein Lotto-Angebote vom deutschen Markt - also etwa dem Klassiker „Lotto 6 aus 49" - teilhaben lassen. Ebenso können Kunden heute über Onlineportale der Betreiber an der Glücksspirale teilnehmen oder mit anderen Lottoformaten wie dem innovativen Modell KENO, dem EuroJackpot oder der Alternative EuroMillions Gewinne anstreben. Auch die spanische Weihnachtslotterie „El Gordo" hat bei vielen deutschen Angeboten längst Einzug gehalten, sodass Tippfans hier ebenfalls aktiv werden und Gewinne abstauben können. Natürlich ist und bleibt Lotto dabei in all seine Varianten ein reine Glücksspiel. Die Gewinnchancen hingegen variieren zum Teil recht deutlich zwischen den verschiedenen Angeboten.

Schwierige Rechtslage für die privaten Lotto-Dienstleister

Sinnvoll ist es für Spieler, vor dem Einstieg darauf zu achten, nur auf Dienste zu vertrauen, die eine der begehrten schleswig-holsteinischen Glücksspiellizenzen vorweisen können. Die Lizenzierung spricht für Seriosität und Transparenz. Indes, die Regelungen bei der Lizenzierung sind bis heute alles andere als eindeutig und für jeden verständlich, wie beispielsweise ein Bericht in der WELT aus dem Jahr 2014 erkennen lässt. Kritiker, die vor allem in den Reihen der privaten Lotto-Vermittler zu finden sind, beklagen die offensichtliche Abhängigkeit der Dienste vom Staat. Schwierig ist dabei vorrangig, dass die Kompetenzen nicht eindeutig geregelt sind. So wird die Lizenz von einer, die Werbeerlaubnis aber von einer anderen Instanz ausgesprochen, Ein Dilemma für die Anbieter.

Für Spieler hingegen sind die Lizenzhinweise durchaus relevant. Schließlich vertrauen sie Anbietern ihr Geld an - ganz gleich, wie gering die Summen auch ausfallen. Dank mobiler Anwendungen für Tablet PCs und Smartphones können Fans mittlerweile im Grunde immer und überall ihren virtuellen Tippschein abgeben.

Rechtslage bei Auslands-Anbietern bleibt schwierig

Ebenfalls in der WELT stand erst kürzlich zu lesen, dass es gerade die illegalen Dienstleister aus dem Ausland seien, die deutschen Lottoanbietern zunehmend das Leben schwer machen und nicht zuletzt auch dem Staat einen Schaden zuführen, da sie keine Steuern an den Fiskus abführen. Dabei können es vielfach gerade die ausländischen Offerten sein, die laut Frankfurt Rundschau mit imposanten Höchstgewinnen locken. Spieler in spe aber müssen diesbezüglich wissen, dass trotz aller Versuchungen eine Teilnahme an diesen Lottomodellen im Prinzip widerrechtlich ist, sofern die verantwortlichen Anbieter keine Genehmigung für den deutschen Markt haben - auch wenn die Formate in den Heimatländern vielleicht sogar von staatlichen Lotterien stammen sollten. Die Aussicht auf Millionengewinne, die weit über die typischen Gewinne in Deutschland hinaus gehen, sollte also nicht dazu führen, auf den falschen Dienstleister zu setzen.

Scheine am besten bei deutschen Betreibern ausfüllen

Das Problem kann umgangen werden, indem Lottofreude zwar Tippscheine für Auslandslotterien erwerben, in diesem Zusammenhang die Scheine aber über staatlich zugelassene Anbieter einzureichen. So kann der Blick auf die rechtlichen Bedingungen also nicht nur unter Transparenzgesichtspunkten wichtig sein, sondern auch eine Art Selbstschutz darstellen, um juristische Folgen im Gewinnfall von Anfang an zu umgehen. Problematisch ist die Situation bei ausländischen Angeboten übrigens auch deshalb, weil es sich dabei vielfach um „Zweitlotto" handelt.

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Gemeint ist: Aufgrund der Tatsache, dass die Dienste nur staatliche Lottomodelle nachahmen. Die gesetzlich geregelte Auszahlungsgarantie aber gibt es in diesem Bereich nicht - eine weitere Komplikation also neben der fehlenden Steuerzahlung an den Bundesfinanzminister.

Lottoannahmestellen zunehmend in wirtschaftlicher Bedrängnis

Die Vorteile des Online-Lottogeschäfts als solche liegen auf der Hand. Spieler können sich über per Mail oder SMS über Gewinne informieren lassen. Vor allem aber können Scheine in digitaler Form bis kurz vor Ziehungsbeginn eingereicht werden. Die Folgen bekommen in erster Linie die niedergelassenen Annahmestellen im Land zu spüren. Sie verbuchen seit Marktfreigabe sinkende Umsätze und müssen darüber hinaus nach einer Meldung der Westfälischen Nachrichten ab Oktober des Jahres 2014 nicht nur in NRW für die Fünf-Jahres-Lizenz für den Betrieb der Scheinannahmen 250 Euro statt vormals 20 Euro pro Jahr zahlen.

In der Folge entschieden sich die etwa 3.500 nordrhein-westfälischen Betreiber von Lotto-Annahmestellen auf eine Klage gegen die Lottogesellschaft Westlotto - Ausgang unklar.

Kostenmodelle und Vielfalt variieren bei Anbietern

Für die Lottospieler hingegen sind die Sorgen der Annahmestellenbetreiber ohne Frage eher nebensächlich. Sie wissen schlicht und ergreifend zu schätzen, dass sie inzwischen an den millionenschweren nationalen und internationalen Lotterien ganz bequem von zuhause aus und zu jeder Tages- und Nachtzeit teilnehmen können. Lohnend ist der Vergleich zwischen den exakten Gebühren fürs normale Lotto oder das Systemspielen sowie die Menge der einsetzbaren Zahlungsmethoden, um so den für die eigenen Ziele besten Dienstleister ausfindig zu machen. Der Schein wird binnen weniger Minuten eingereicht. Kunden können entweder manuell die eigenen Glückszahlen eingeben oder der Auswahl der Zahlen nach dem Zufallsprinzip den Vorzug geben.

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