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Der richtigen Internetanbieter finden: Mit etwas Zeit kein Problem

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„Im Grunde kann ich heute beim Wechsel gar nicht mehr falsch machen, weil die Provider ohnehin nahezu identische Leistungen im Portfolio haben". Diesen Satz formuliert mancher, der nach dem Aufwand gefragt wird, der mit dem Wechsel des Internetanbieters und vor dem Umstieg mit der Suche nach einem passenden Dienstleister verbunden ist.

Dabei erfahren eben diese befragten Verbraucher bei einer tatsächlichen Suche, dass die Einschätzung dann doch nicht gänzlich ins Schwarze getroffen hat. Denn gerade unerfahrene Internetnutzer wissen gar nicht genau, wie viele verschiedene Tarifmodelle und Provider es am deutschen Markt überhaupt gibt. Und die Details der Vertragsangebote machen einen präzisen Vergleich umso wichtiger.

Daten aus Altverträgen als Ausgangspunkt für Vergleiche

Am Blick ins Kleingedruckte führt bei einem geplanten Vertragsabschluss bekanntlich niemals ein Weg vorbei. Überraschend ist es da, dass viele Teilnehmer in Umfragen nicht einmal genau mitteilen können, wie schnell ihr aktueller Internetanschluss ist und bis wann ihr Vertrag eigentlich noch planmäßig läuft. Gerade der zuletzt genannte Aspekt aber ist der Dreh- und Angelpunkt, um sich mit einem möglichen Wechsel des Tarifs und des Providers befassen zu können.

Den Überblick zu behalten, fällt Kunden mitunter schwer. Und das nicht allein deshalb, weil es so viele Anbieter am Markt gibt. Vor allem gibt es zum Teil selbst bei einem einzigen Internetanbieter bereits eine ganze Reihe unterschiedlicher Einzeltarife oder Paket-Offerten, über die neue Kunden nicht nur Zugang zum WWW erhalten. Auch andere Angebote finden sich im Vergleich ein.

Beliebt: mehrere Anschlüsse unter einem Dach

Zum Beispiel Tarife inklusive Telefonanschluss oder die beliebten Kombinationen aus Internet-, Telefon- und TV-Anschluss. Letztere sind nach wie vor in vielen deutschen Haushalten anzutreffen. Dabei wird nicht selten offensichtlich, dass reine Bequemlichkeit der Grund für den Vertragsabschluss war. Oft mit Laufzeiten von 24 Monaten, was einen vorzeitigen Tarifwechsel zu einem günstigeren Provider logischerweise unmöglich macht, sofern sich der bisherige Vertragspartner dem wechselwilligen Kunden gegenüber nicht als unerwartet kulant erweisen sollte. Die Regel sind Vertragsauflösungen im gegenseitigen Einvernehmen vor Laufzeitende eher nicht.

Benötige ich mehr als einen neuen Internetanschluss?

Einzeltarif oder Kombi-Produkt? Diese Frage ist die erste, mit der sich Kunden befassen müssen. Wer derzeit noch einen Telefonvertrag mit längerer Restlaufzeit führt, kommt um die Bedarfsanalyse umhin. Stattdessen lohnt es sich in diesem Fall am ehesten, darüber nachzudenken, ob zunächst bis zum Laufzeitende des Telefontarifs eine kurzfristige Lösung zur Überbrückung im Internetbereich sinnvoll ist, um so fristgerecht Telefon und Internet von einem einzigen Provider zu beziehen - oder wie gesagt, zugleich auch noch einen TV-Anschluss. Letzterer indes ist für alle Mitglieder der Kundengruppe, die ihre Lieblingsprogramme ohnehin nur noch über Online-Dienste ansehen, überflüssig. Dies reduziert natürlich die Kosten.

Anbieter-Wettkampf schafft Chancen, verwirrt aber Manchen

Unterscheiden können Interessenten unter anderem zwischen zwei großen Gruppen von Anbietern. Zu einem gibt es die Netzbetreiber, auf der anderen Seite stehen die sogenannten Discounter. Die Discounter sind bei Verbrauchern wegen der oft besonders günstigen Konditionen beliebt, was jedoch nicht bedeutet, dass jeder dieser Provider automatisch auch für jeden Kunden den individuell besten Tarif im Portfolio hat. Die Konkurrenz ist inzwischen so umfangreich, das sich viele Unternehmen ein Stück vom Kuchen sichern möchten, dass Laien ohne die professionelle eine Online-Vergleichs in aller Regel scheitern.

Diese Kriterien müssen Kunden im Vergleich beachten

Im ersten Schritt müssen sich Verbraucher ohne Frage einen Eindruck der relevanten Kriterien für einen präzisen, bedarfsgerechten Vergleich verschaffen. Schon hier hat mancher unerfahrene Internetnutzer Probleme. Zu den wichtigen Daten gehören:

1. die aktuelle Vertragslaufzeit
2. die Mindestlaufzeiten möglicher neuer Verträge
3. die Übertragungs-/Zugangsgeschwindigkeiten der Anschlüsse
4. die bisherige Monatsgebühr
5. die Grundgebühren potentiell neuer Tarife
6. Extras wie einen Neukundenbonus oder anfängliche Rabatte

Verschiedene Up- und Downloadraten im Blick behalten

Die Zugangsgeschwindigkeiten moderner DSL- oder VDSL-Anschlüsse gehen weit über das hinaus, was Verträge bieten, die vor zwei bis drei Jahren abgeschlossen wurden - sofern nicht im Rahmen einer Vertragsverlängerung eine entsprechende Nachrüstung erfolgt. Internetnutzer, die Mails schreiben oder ihre Lieblingswebseiten besuchen möchten, können durchaus mit einem Anschluss Vorlieb nehmen, der eine Downloadrate von „nur" 16 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) vorsieht.

Der regelmäßige Versand oder Download sowie das Anschauen von Videos im WWW spricht indes eher für einen Internetanschluss mit mindestens 25 Megabit pro Sekunde oder mehr. Ohnehin sind Übertragungsraten von deutlich mehr als 100 Mbit/s heute im Tarifdschungel keine Seltenheit mehr. Und Privatkunden zahlen längst kein Vermögen für solche Hochgeschwindigkeits-Angebote.

Längere Laufzeiten können Einfluss auf die Preise haben

Was die Laufzeiten der Verträge angeht, müssen natürlich zunächst die Restlaufzeiten in Verbindung mit der Kündigungsfristen in die Wechselplanungen mit eingebunden werden. Selbst wenn es mittlerweile Tarife mit einer einmonatigen Kündigungsfrist gibt, sind drei bis sechs Monate doch eher die Regel. Dies bedeutet, dass Kunden rechtzeitig reagieren müssen. Eine langfristige Bindung an einen neuen Anbieter kann sich durch Rabatte, Bonuszahlungen oder andere Anreize zu Beginn auszahlen, allerdings muss der monatliche Grundpreis für den Internettarif stets die Hauptrolle spielen.

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Ist der Monat für Kündigung gekommen, haben Verbraucher fast flächendeckend die Gelegenheit, die neuen Anbieter die Kündigung und den Wechsel durchführen zu lassen. Die Vergleichsportale ihrerseits bieten mehrheitlich einen Wechselservice, leiten aber in jedem Fall auf die Portale der ausgesuchten Provider weiter.

Vereinfachte Abrechnung beim Kombitarif als Vorteil

Kommt ein Tarif samt Telefonanschluss infrage, sollte dieses Extra möglichst sowohl mit einer Festnetz- als auch Mobilfunk-Flatrate ausgestattet sein. Die kombinierte Buchung ist insofern vorteilhaft, weil Kunden nur eine Abrechnung erhalten und beim nächsten Wechsel nur eine einzige Kündigungsfrist im Blick behalten müssen. Freunde der sogenannten Voice over IP-Dienste im WWW oder Verbraucher, die nur noch das Mobiltelefon verwenden, können freilich auf einen zusätzlichen Telefonanschluss verzichten.

Indes gibt es durchaus Provider, die auf Wunsch ergänzend Mobilfunkverträge bereitstellen. Sofern regionale Probleme mit dem DSL-Netz bestehen, sind Verträge fürs Kabel-Internet ein möglicher Alternativansatz für den Internetanschluss. Die Anschlüsse sind je nach Region keineswegs langsamer, preislich vergleichbar und besonders häufig im Bereich der Tarife zu finden, bei denen Kunden aus einer Hand Telefon, Internet und TV beziehen. Als Provider treten in diesem Umfeld die großen Betreiber der Kabelnetze vor Ort auf.

Kurze Laufzeiten: So können Kunden ständig den Tarif wechseln

Zuletzt darauf verwiesen, dass die kurzen Laufzeiten nicht nur im Hinblick auf die monatlichen Kosten für den Internettarif ein Vorteil ganz im Sinne der Kunden sind. Wer Monat für Monat Geld für den Anschluss bezahlt, möchte dafür selbstredend die bestmögliche Qualität. Schaut man sich die Entwicklungen am Markt an, wird erkennbar, dass die Geschwindigkeiten der Anschlüsse in immer kürzeren Abständen (meist nur ein paar Jahre) steigen.

Und selbst wenn nicht jeder Privatkunde einen Anschluss mit deutlich mehr als 100 Mbit/s benötigt - haben möchte man ihn durchaus dennoch, wenn durch den Wechsel zum schnelleren Internetanschluss zumindest keine dramatisch höheren Kosten entstehen. Erneute Bonuszahlungen können ebenso ein Anreiz für einen erneuten Tarifcheck der aktuell besten Angebote inklusive abschließendem Anbieterwechsel sein.

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