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Heilpraktiker-Zusatzversicherung: Extraschutz für besondere Bedürfnisse

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HEALER
Thomas Barwick via Getty Images
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Auch wenn viele Patienten nach wie vor eher der klassischen Schulmedizin vertrauen, so haben alternative oder natürliche Methoden vor einigen Jahren bereits ihr Nischendasein hinter sich gelassen und sind schrittweise ins Interesse der Masse geraten.

„Wer heilt, hat recht". Diese Redewendung mag zum Teil Hintergrund der steigenden Zahlen der Heilpraktiker-Patienten in Deutschland sein. Den hohen Kosten können Verbraucher durch Abschluss einer Heilpraktiker-Zusatzversicherung begegnen, um ihre Ausgaben deutlich zu reduzieren.

Schier endlose Auswahl an Behandlungsmethoden erschwert die Auswahl

Befasst man sich im ersten Schritt einmal mit der Frage, was genau ein Heilpraktiker oder eine Heilpraktikern genau tut, zeigt sich bereits, wie facettenreich die Angebote für Behandlungen ausfallen können. denn Bach-Blütentherapie, Eigenblutbehandlungen, Akupunktur, Biochemie nach Schüßler, Feldenkrais und Homöopathie sind die Leistungen heutzutage beim besten Willen nicht vollends ausgeschöpft.

Auch Kinesiologie, Ausleitungsverfahren (mit Blick auf Schwermetalle wie beispielsweise Amalgam im Körper), Hydrotherapie und die sogenannte Mikrobiologische Medizin sowie Neuraltherapie und insbesondere die Osteopathie haben nach und nach Einzug in die Behandlungs-Übersichten vieler Heilpraktiker gehalten.

Spielraum für Versicherungsnehmer wird stetig ausgeweitet

Grenzen gibt es im Grunde kaum noch, denn es entstehen ständig neue Ansätze; gerade bei Konzepten aus Fernost bedienen sich viele Behandler gerne. Das Problem für Versicherte: Während Akupunktur mittlerweile gerade im Kampf gegen Rückenschmerzen von den gesetzlichen Krankenkassen zumindest in einem gewissen Rahmen übernommen wird, sind die anderen Leistungen vom Kunden selbst zu zahlen. Vorbeugen können Patienten durch eine Heilpraktiker-Zusatzversicherung. Die Auswahl steigt - die Versicherungsbranche hat schon vor längerem den wachsenden Bedarf und das Umdenken der Versicherten erkannt.

Verbraucher sollten Bereitschaft zum regelmäßigen Wechsel mitbringen

Hierbei handelt es der Form nach erst einmal um eine private zusätzliche Krankenversicherung, die auf rein freiwilliger Basis abgeschlossen wird. Wie bei allen Policen, raten Experten Verbrauchern auch bei einer Heilpraktiker-Zusatzversicherung zu einem regelmäßigen, auf den Bedarf und die individuellen Wehwehchen abgestimmten Vergleich.

Auch, um einen möglichen zeitnahen Wechsel zu einem noch günstigeren Dienstleister zu ermöglichen - also am Ende der vereinbarten Laufzeiten. Ohne professionelle Hilfe besteht die Gefahr, günstige Angebote zu übersehen oder falschen Versicherern der Vorzug zu geben.

In welcher Höhe werden Kosten genau übernommen?

Erkennbar wird im Übrigen, dass viele der Leistungen, die im Idealfall von einer Heilpraktiker-Zusatzversicherung in voller Höhe oder immerhin anteilig übernommen werden, mittlerweile im Rahmen der individuellen Gesundheitsleistungen (Stichwort „IGeL") auch von vielen Ärzten für Selbstzahler angeboten werden.

Diese Tatsache sollte weniger als Hinweis auf bloße Geldmacherei bei Medizinern, sondern als Indiz für das allmähliche Verschwimmen der Grenzen zwischen Schulmedizin, Alternativmedizin und den naturheilkundlichen Methoden verstanden werden. Gerade der ganzheitliche Behandlungsansatz setzt sich zunehmend durch, sodass besser als bisher Ursachen statt allein Symptomen behandelt werden von Ärzten.

Die zentralen Vergleichs-Fragen zu Heilpraktiker-Zusatzversicherungen sind dieselben wie bei jedem Versicherungsvergleich:

1. Welche Leistungen möchte ich mitversichern?
2. Was bin ich bereits auszugeben?
3. Ab wann genau greift der Versicherungsschutz?
4. Welche Kündigungsfristen gelten für die Policen?
5. In welchen Intervallen werden die Beiträge fällig?
6. Welche Besonderheiten zeichnen die verschiedenen Tarifmodelle aus?

Prozentuale Übernahme der Behandlungskosten ist Standard

Die Leistungen einer Heilpraktiker-Zusatzversicherung - dies zumindest ist der erste Eindruck vieler Interessierter - sind schier unbegrenzt. Auf den zweiten Blick aber wird sehr rasch offensichtlich, dass die Lage doch nicht ganz so einfach ist. So gibt es vor allem jährliche Obergrenzen, bis zu deren Erreichen Versicherungen für Behandlungen durch Heilpraktiker aufkommen. Auch gibt es Begrenzungen in Form von Prozentsätzen der Behandlungskosten. Ein typischer Grenzwert sind 80 % der jeweiligen Gebühren pro Sitzung bei einem Heilpraktiker oder einer Heilpraktikerin. Vollständige Übernahmen sind aber ebenfalls am Markt zu finden.

Ein Beispiel für eine typische Kostenübernahme:

→ Kostet eine Sitzung beim Osteopathen 100 Euro und liegt der Erstattungssatz bei besagten 80 %, erhält der Versicherte einen Betrag von 80 Euro zurück. Üblicherweise treten Versicherungsnehmer in Vorleistung. Sie zahlen also die Rechnungen der Behandler und reichen diese später einzeln ein. Wer es sich leisten kann, hat die Chance, alle Rechnungen zu sammeln und komplett für ein Jahr einzureichen. Dabei sollte beachtet werden, dass die Kosten bei regelmäßiger Konsultation schnell deutlich steigen können. Patienten sollten also konsequent prüfen, wann die Grenzen der Heilpraktiker-Zusatzversicherung erreicht sind.

Extraleistungen können für Patienten den Ausschlag geben

Relevant bei der Kostenübernahme sind insbesondere das sogenannte „Hufelandverzeichnis" auf der einen und die GebüH - die Gebührenordnung für Heilpraktiker - auf der anderen Seite. In diesen Schriftsätzen ist weitgehend geregelt, bei welchen Methoden eine Kostenübernahme oder -beteiligung möglich ist. Dazu gehört in der Regel auch ein Zuschuss zu Sehhilfen. Viele Versicherer werden des weiteren mit der Übernahme der Kosten für wichtige Vorsorgeuntersuchungen oder Impfungen, die bei der GKV eventuell gar nicht oder nur in größten Zeitabständen zum Leistungsspektrum gehören.

Prämienunterschiede & Wartezeiten bis zur ersten Kostenregulierung

Wer regelmäßig auf die Hilfe eines versierten Heilpraktikers vertraut, tut gut daran, sich die zahlreichen Angebote für eine Heilpraktiker-Zusatzversicherung aus der Nähe anzusehen. Durch einen Vergleich können die Ausgaben nach Einschätzungen von Branchenkennern um teilweise mehr als 50 % reduziert werden. Zumal online bequem unverbindliche Angebote eingeholt werden können. Kunden sollten gerade ans Thema Transparenz einen hohen Anspruch stellen. Neben den zugrundeliegenden Vertragslaufzeiten müssen Versicherte in spe in besonderer Weise auf mögliche Wartezeiten achten.

Nicht alle Versicherer übernommen die Kosten für Behandlungen bei der Heilpraktiker-Zusatzversicherung direkt nach Vertragsabschluss und Zahlung der ersten Prämie. Gibt es Wartezeiten, liegen diese meist im Bereich von drei bis sechs Monaten. Innerhalb dieser Vorlaufzeit müssten Patienten die Kosten erst einmal selbst tragen.

Vorerkrankungen müssen nicht gegen Zusatzpolicen sprechen

Spezialisten sprechen von Erstattungen in Höhe von mehr als 2.000 Euro jährlich, die sich Versicherungsnehmer durch einen präzisen Vergleich sichern können. Eine Mär, die sich rund um private Zusatzversicherungen tapfer hält, ist die, dass Versicherte mit gewissen Vorerkrankungen generell nicht mit der Bewilligung auf Abschluss einer Heilpraktiker-Zusatzversicherung rechnen sollten. Diese Aussage als solche hat keine pauschale Gültigkeit. Denn die Realität sieht anders aus. Auch Menschen mit bereits bestehenden Erkrankungen können inzwischen Heilpraktiker-Zusatzversicherungen abschließen.

Zu nennen sind als Risikofaktoren beispielsweise chronische Rückenerkrankungen, eine Krebs-„Vorgeschichte" in der Patientenakte sowie Depressionen und andere psychische Krankheitsbilder. Tatsächlich können solche Nennungen im Fragebogen zu einer Ablehnung führen.

Auskünfte zu Erkrankungen aus der Vergangenheit obligatorisch

Jedoch gibt es Versicherungsanbieter, die auch solche Patienten willkommen heißen. Wenngleich der Versicherungsschutz in einem solchen Fall mehrheitlich mit höheren Kosten verbunden sein wird. Hier weist die Branche eine Parallele zur Privaten Krankenversicherung (PKV) insgesamt auf. Wichtig ist für zukünftige Versicherte insbesondere eines: Sie sollten bei der Bestandsaufnahme vor Vertragsabschluss nichts verschweigen.

Professionelle Beratung ist für Unerfahrene immer vorteilhaft

Kommen später im Antrag nicht genannte Erkrankungen ans Tageslicht, die im Anamnesebogen verschwiegen wurden, kann dies zum einen zum Verlust des Versicherungsschutzes und zum anderem zur Rückforderung bereits gezahlter Zuschüsse von Seiten der Versicherer führen.

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Empfohlen wird generell eine ausführliche und kompetente Beratung durch einen Experten. So finden Versicherte schnell die Heilpraktiker-Zusatzversicherung, die am besten zu ihnen passt.

Guter Service sollte ebenfalls garantiert sein

Möchte ich zügig erste Leistungen in Anspruch nehmen, sollte ich für den Wartezeitverzicht gewisse Mehrkosten bei den Versicherungsprämien in Kauf zu nehmen bereit sein. Wichtig bei der Kostenerstattung: Im bestmöglichen Fall zahlt die Versicherung sowohl für den Besuch bei Heilpraktiker als auch bei Naturheilärzten. Dies aber ist heute flächendeckend üblich. Weshalb der Vergleich der Heilpraktiker-Zusatzversicherungen so wichtig ist, zeigt der Blick in den Tarifdschungel. Bei einigen hundert Policen mit teils nur minimalen Leistungsunterschieden verlieren nicht nur Laien mitunter den Kopf.

Gute Versicherer helfen Kunden zudem auch bei der Suche nach einem guten Behandler und teilen auf Wunsch vielfach mit, welche homöopathischen Methoden und andere Behandlungen bei welchen gesundheitlichen Beschwerden für Linderung und Heilung sorgen können.

Überzeugte Heilpraktiker-Patienten sollten aktiv werden

Bei allein etwa 100 Naturheilverfahren allein in Deutschland fällt die Entscheidung für oder gegen bestimmte Verfahren denkbar schwer. Mithilfe der im eigenen Fall richtigen Versicherungsgesellschaft kann das Erstgespräch zügig in Angriff genommen werden. Und mit diesem steht und fällt die Behandlung bei einem Profi, für dessen Arbeit die Heilpraktiker-Zusatzversicherung am besten in voller Höhe aufkommt. Falls nicht: Auch kleinere Zuschüsse senken die finanzielle Belastung, wenn man sich ohnehin für den Gang zum Heilpraktiker entschieden hätte.

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