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Worauf kommt es beim Wechsel des Mobilfunkproviders an?

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Tomohiro Ohsumi via Getty Images
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Nie zuvor konnten deutsche Verbraucher im Bereich der mobilen Kommunikation zwischen derart vielen verschiedenen Tarifmodellen und Providern wählen. Dabei hat sich die Zahl der Mobilfunknetze am Markt nicht verändert innerhalb der vergangenen Jahre, vielmehr kam es sogar zu einigen Übernahmen und Fusionen, sodass Kunden aus Sicht manches Kritikers nur „gefühlt" die Qual der Wahl haben.

Schließlich existieren hierzulande an sich nur vier verschiedene Mobilfunknetze.Wirklich zutreffend ist eine solche Bewertung allerdings genau genommen nicht. Denn wer einen Wechsel des derzeitigen Providers in Betracht zieht, findet sich im Tarifdschungel kaum zurecht. Umso wichtiger ist es deshalb, den Wechsel samt Kündigung gezielt vorzubereiten.

Steigende Auswahl schafft Chancen für wechselwillige Kunden

Immer neue Tarife richten sich an private oder gewerbliche Kunden, zum Teil auch an beide Kundengruppen.Gerade die sogenannten Discounter haben ordentlich Bewegung in den Markt gebracht in den vergangenen Jahren. So mühsam und bürokratisch aufwendig wie in den Kindertagen des Mobilfunks sind Anbieterwechsel heutzutage erfreulicherweise erst einmal nicht. Dass diese Tatsache unbedingt Erwähnung finden sollte, liegt nicht zuletzt daran, dass bis heute vor allem manch älterer Kunde aufgrund unberechtigter Sorgen lieber an einem teuren Altvertrag festhält, statt durch einen Wechsel die laufenden Kosten in diesem Punkt zu senken. Dabei gibt es ausreichend Hilfestellungen bei der Auswahl neuer Tarife und Provider, die zum individuellen Bedarf des Kunden passen.

Beachten sollten Verbraucher jedoch immer, dass diese Hilfen und Vergleichsangebote grundsätzlich unabhängig sind, zumindest aber wirklich transparent alle Fakten und Leistungen zu den infrage kommenden Tarifen nennen.

Jeder Vergleich muss objektiv und unabhängig erfolgen

Zuletzt hatten Verbraucherschützer bemängelt, dass einige der großen Vergleichsportale im WWW an erster Stelle der Zusammenstellungen auf Basis der Kundendaten eben nicht die tatsächlich günstigsten Angebote gelistet werden. Vielmehr haben Tests gezeigt: Mitunter nennen Portalbetreiber im ersten Schritt jene Vertragsmodelle, durch deren Vermittlung sie die höchsten Provisionen einstreichen. So weit, so schlecht. Dennoch bedeutet dies nicht, dass sich ein Wechsel bei guter Organisation nicht bezahlt macht. Das klassische „gewusst, wie" ist einmal mehr der Schlüssel zum Erfolg. Und der Wechsel lohnt sich nicht nur alle 12 bis 24 Monate. Immer häufiger nutzen Verbraucher die Gunst der Stunde mit Sonderangeboten am Markt, um hin und wieder den Vertrag zu wechseln.

In wenigen Schritten zum besten Tarif?

Wie nun aber gelingt der Wechsel des Mobilfunkproviders? Die Informationen der Anbieter setzen sich meist aus einem drei- bis fünfstufigen Ratgebern zusammen. Grundlage für den Vergleich sind generell die Bestandteile des aktuellen Vertrags sowie der alltägliche Bedarf. Wissenswert ist dabei, dass Kunden im Grunde jederzeit einen Wechsel in Auftrag geben können. Die Frage ist dabei lediglich, wann genau der endgültige Umstieg auf den neuen Tarif zustande kommt. Denn zunächst einmal wird der momentane Anbieter auf Einhaltung der geltenden Kündigungsfrist und Fortzahlung der Beiträge bis zum Laufzeitende bestehen.

In der Theorie könnte zwar schon zuvor neue Verträge abgeschlossen werden. Ratsam aber ist dies nicht. Denn bis der Wechselauftrag in Kraft tritt, könnten im Vergleich noch andere Schnäppchen mit Rabatten oder anderen Anreizen auftauchen.

Kurze Laufzeiten schaffen Spielraum für zeitnahe Wechsel

Zum Glück allerdings müssen sich Mobilfunkkunden heutzutage nicht mehr pauschal für zwei Jahre an Provider und deren Tarif binden, wenngleich noch einige solche Offerten zu finden sind. Lohnend aber sind derlei Angebote angesichts des Wettbewerbs am Markt nicht, da sich Kunden in diesem Fall letztlich selbst der Möglichkeit zum zeitnahen nochmaligen Wechsel zu einem noch preiswerteren Tarif berauben.

Im Rahmen einer erneuten Tarifsuche sollten Kunden, die bisher immer für lange Zeiträume auf ein und dasselbe Tarifmodell vertrauten, bewusst darauf achten, zukünftig möglichst kurzfristig kündigen und wechseln zu können. Laufzeiten von nur einem Monat sind inzwischen keine Ausnahmeerscheinungen mehr. Was wiederum eigentlich bedeutet, dass solche Angebote überhaupt keine Laufzeitbindung vorsehen, da Monat für Monat Umstellungen denkbar sind.

Kunden können ihre Rufnummer problemlos mitnehmen

Besonders ein Problem bereitet so manchem Kunden, der gerne den Provider wegen eines schlechten Supports oder schlicht zu hoher Kosten wechseln würde, schlaflose Nächte. Die Rufnummer. Mittels Rufnummernportierung, also der Mitnahme zum neuen Tarif, entfällt der Aufwand, der durch das Informieren aller Freunde und Bekannten entstehen würde. Gerade dann aber sollte der Umstieg rechtzeitig geplant werden. Selbst kündigen müssen Kunden ihren Vertrag nicht mehr dank eines Wechselservice-Angebots, dass bei vielen Anbietern heute zum Standard gehört. Neben den Angaben zur Person benötigen die Dienstleister für den Wechsel nur einige wichtige Vertragsdaten sowie eine Vollmacht, damit der Wechsel erfolgen kann.

Die wichtigen Basisdaten für die Wechselplanung

Welche Daten braucht es nun, um einen objektiven Vergleich vornehmen zu können? Wenier, als mancher Mobilfunkkunde zunächst denkt.

1. die monatliche Grundgebühr
2. das Inklusiv-Datenvolumen, das zum Tarif gehört
3. Infos zu SMS-, Telefonie- oder Internet-Flatrates
4. die Laufzeiten des Vertrags
5. mögliche Rabatte (z.B. bei ausschließlicher Online-Abrechnung)
6. zusätzliche Kostenpunkte (z.B. durch Ratenzahlung für Tablet PCs/Smartphone)

Bonusleistungen & Rabatte nur ein Merkmal unter vielen

Viele Provider werben auch mit Extras, die über eine kostenlose Rufnummernmitnahme oder die Ausführung des Wechsels im Auftrag hinaus gehen. Anreize können unter anderem Willkommensprämien, vergünstigte mobile Endgeräte oder zeitweise gewährte Rabatte auf die Grundgebühren bzw. Gutschriften nach Vertragsabschluss sein. Reizvoll können solche Besonderheiten sein, wenn die Rahmenbedingungen verschiedener Tarifmodelle im Vergleich ansonsten identisch ausfallen. Das alles entscheidende Auswahlkriterium sollten vorübergehende Rabatte und Boni aber nicht sein. Ein guter Vergleich kalkuliert mit den Gesamtkosten, die Kunden während der vereinbarten Laufzeit entstehen.

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Ein preisreduziertes Smartphone bringt Neukunden wenig, wenn dafür die Monatsgebühr wesentlich üppiger angesetzt wird. Darüber hinaus muss natürlich die Gesprächsqualität stimmen. Und auch ein ausreichendes Datenvolumen als Inklusivleistung ist heute nicht allein für die junge Zielgruppe von Bedeutung - ganz gleich, ob nun im D- oder E-Netz.

Mobiles Internet ist heute ein wichtiges Auswahlmerkmal

Datenpakete als Teil des Mobilfunkvertrags sollten nicht zu knapp bemessen werden, um ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis zu erreichen. Kaum ein Kunde möchte heute noch für jeden Ausflug ins mobile Internet bezahlen - Flatrates haben sich flächendeckend etabliert. Eine schnelle Verbindung (Stichwort: LTE) versteht sich längst von selbst, eine vorbildliche Netzabdeckung natürlich ebenso, um nicht ständig ins „Funkloch" zu stürzen. Wer sich mit den Optionen für einen Wechsel des Mobilfunkproviders ausgiebig auseinandersetzt erkennt: Demselben Provider über Jahre treu zu sein, macht sich meist eher nicht bezahlt.

So weiten Anbieter nur selten freiwillig die Inklusivleistungen aus. Neukunden hingegen kommen fast immer in den Genuss der neuesten Leistungen sowie der aktuell schnellsten Internetverbindungen, die technisch möglich sind. Und das zu besseren Preisen als Bestandskunden, die lange auf ihr Wechselrecht verzichtet haben.

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